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Quarantäne, Zellenbezug, Sportlehrer

Drei Tage nach Urteil: Wie geht es für Boris Becker im Gefängnis weiter?

Boris Becker wurde zu einer Gefängnisstrafe von zweieinhalb Jahren verurteilt.

London. Boris Becker (54) ist vom Londoner Southwark Crown Court wegen mehrerer Insolvenzstraftaten am Freitag zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Davon muss er mindestens die Hälfte absitzen, bevor er den Rest auf Bewährung in Freiheit verbringen darf, wie Richterin Deborah Taylor entschied. Becker wurde am Freitag umgehend in Gewahrsam genommen.

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Seitdem sitzt er im Wandsworth Prison im Süden Londons ein, nur rund vier Kilometer vom Centre-Court in Wimbledon entfernt. Der Haftanstalt eilt ein schlechter Ruf voraus: Das Wandsworth-Gefängnis (Platz für etwa 1500 Menschen) ist für besonders harte Haftbedingungen bekannt. „Leider gibt es keine VIP-Behandlung für Prominente“, sagte der ehemalige Insasse Chris Atkins gegenüber dem Sender RTL.

Becker könnte im Gefängnis Paddle-Tennis-Trainer werden

In dem Gefängnis befindet sich Becker aktuell noch im „Einführungsflügel“. Dort muss er sieben bis zehn Tage nach seiner Inhaftierung in Quarantäne verbleiben. Das schreiben die Corona-Richtlinien der Londoner Anstalt vor, berichtete die britische „Daily Mail“. Anschließend werde Becker zu den anderen Insassen überführt. Dort muss er sich wohl eine Zelle mit einem anderen Häftling teilen. „Die Zellen sind winzig und eigentlich für eine Person konzipiert, es sind aber immer zwei Personen in diesen Zellen“, erklärte Ex-Insasse Atkins, der 2018 wegen Steuerhinterziehung hinter Gittern saß, weiter.

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Nach mindestens sechs Wochen, in denen er sich mit gutem Verhalten beweisen muss, könnte Becker etwas Abwechslung in seinen Haftalltag bringen. Jerry Petherick, ein ehemaliger Leiter des Gefängnisses, sagte gegenüber der „Sun“, dass Becker in der Haftanstalt als Sportlehrer arbeiten könnte. „Fitnessstudios sind in Gefängnissen sehr beliebt. Es ist ein Job, den sich viele Gefangene wünschen“, erklärte er, warnte jedoch auch davor, dass die Wärter „keine Anzeichen von Bevorzugung zeigen wollen“. Das könnte die Möglichkeit der Annahme einer Arbeitsstelle etwas verzögern.

Warum so viele Superstars nach der Karriere abstürzen

Der Ex-Tennisstar Boris Becker muss zweieinhalb Jahre ins Gefängnis. Doch er ist nicht der einzige Sportheld, der nach der aktiven Karriere den Halt verlor: Jan Ullrich, Diego Maradona, Paul Gascoigne, Matti Nykänen – woher kommt das schwarze Loch nach der Karriere?

Becker könnte dann zum Beispiel als Paddle-Tennis-Trainer arbeiten, vermutete Petherick. Das ist ein beliebter Sport in Gefängnissen – eine Mischung aus Tennis und Squash, die zu viert in zwei Teams gespielt wird. Die Bälle sind beim Paddle-Tennis etwas weicher als normale Tennisbälle.

Becker wird wohl auf Bewährung entlassen

Dass Boris Becker seine gesamte Haftstrafe absitzen muss, ist unwahrscheinlich. Es gilt als wahrscheinlicher, dass der 54-Jährige bereits nach der Hälfte, also nach einem Jahr und drei Monaten, auf Bewährung freikommt. „The Mirror“ berichtete sogar davon, dass der frühere Tennisstar möglicherweise schon nach zehn Monaten aus dem Gefängnis entlassen werden könnte. Dann würde er, bis seine Strafe zur Bewährung ausgesetzt wird, mit einer elektronischen Fußfessel überwacht werden.

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Das Wandsworth-Gefängnis diene auch als Untersuchungs­gefängnis, schrieb die „Daily Mail“ weiter. Manche Kriminelle würden dort nur vorübergehend festgehalten und später verlegt werden. Laut der britischen Zeitung könne das bedeuten, dass Becker zu einem späteren Zeitpunkt in ein anderes Gefängnis umziehen könnte. Das ist allerdings noch völlig unklar.

Becker kann noch in Berufung gehen

Boris Becker, der in London lebt, wurde 2017 gerichtlich für zahlungsunfähig erklärt. Daraufhin musste er den Insolvenz­verwaltern sein Vermögen offenlegen – dabei ließ er aber nach Einschätzung des Gerichts wichtige Teile aus.

Eine Jury sprach den Deutschen vor drei Wochen in vier von 24 Anklagepunkten schuldig. Sie gelangte zu der Ansicht, dass Becker eine Immobilie in seinem Heimatort Leimen (Baden-Württemberg) im Schätzwert von rund 1,2 Millionen Euro verschleierte, unerlaubterweise insgesamt 427.000 Euro auf andere Konten überwies sowie Anteile an einer Firma für künstliche Intelligenz im Wert von 78.600 Euro und eine Darlehensschuld in Höhe von 825.000 Euro verschwieg. Nun hatte Richterin Taylor das Wort und legte die Gefängnisstrafe fest. Becker hat ab dem Tag der Strafmaß­verkündung 28 Tage Zeit, um gegen das Urteil Rechtsmittel einzulegen.

RND/nis mit dpa

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