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Black-Lives-Matter-Proteste: Wir müssen über die Royals reden

  • Die europäische Monarchie zieht sich während der Black-Lives-Matter-Bewegung aus der Verantwortung.
  • Nur wenige Royals unterstützen die Aktivistinnen und Aktivisten öffentlich.
  • Dabei ist die Macht der Krone auf Ungleichheit aufgebaut, analysiert RND-Autorin Alisha Mendgen.
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Die ganze Welt erlebt im Zuge der Black-Lives-Matter-Bewegung ein Beben: Denkmäler an Kolonialherren fallen, rassistische Markennamen werden umbenannt und veraltete Strukturen werden hinterfragt. Konservative und liberale Politiker solidarisieren sich mit den Aktivisten. Auch Prominente posten schwarzen Kacheln auf Instagram und nehmen an Demonstrationen teil. Nur eine Institution hält sich fast komplett raus: die europäischen Royals.

Prinzessin Märtha Louise übt Selbstkritik

Eine der wenigen Ausnahmen ist die norwegische Prinzessin Märtha Louise, sie bezog in den sozialen Medien ausführlich Stellung. “Ich, als weiße Person, muss wachsen, mich bilden und besser werden”, schrieb die 48-Jährige selbstkritisch auf Instagram, die selber mit einem Schwarzen zusammen ist.

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Eine weitere Ausnahme ist Meghan

Auch Herzogin Meghan, die mit Ehemann Prinz Harry von ihren offiziellen royalen Tätigkeiten zurückgetreten ist, wandte sich schon vor einigen Wochen in einer ausführlichen Videobotschaft an US-amerikanische Schülerinnen. Darin sagte die 38-Jährige: “Das einzig Falsche wäre es, nichts zu sagen, denn George Floyds Leben zählt.”

Ihre angeheiratete Familie versteckt sich dagegen hinter Social-Media-Floskeln. Die Wohltätigkeitsorganisation Heads Together von Schwägerin Kate und Prinz William teilte auf Instagram bisher nur einen Beitrag zu den Geschehnissen. Darin stand unter anderem: “Schwarze Leben zählen. Heute und jeden Tag.” Auf den offiziellen Seiten der beiden sucht man aber vergebens.

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Viele User kritisierten den Post. “Obwohl wir Ihre Unterstützung zu schätzen wissen, muss ich zugeben, dass es nett gewesen wäre, sich dagegen auszusprechen, als Herzogin Meghan von den britischen Medien rassistisch ins Visier genommen wurde”, kommentierte eine Nutzerin. Der Vorwurf ist klar: Die britischen Royals sollten nicht nur sogenannten Hashtag-Aktivismus betreiben, sondern Black Lives Matter auch im realen Leben umsetzen. Die gleiche Kritik gab es im Übrigen auch unter einem Twitter-Statement der Organisation von Prinz Charles.

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Großer Kontrast in der Herangehensweise

Die unterschiedliche Herangehensweise an Gesellschaftsthemen fällt auf: Während des Corona-Lockdowns klatschten die britischen Royals öffentlich für Pflegekräfte. Prinz William und Ehefrau Kate gaben Interviews und sprachen über die Krise und die Maßnahmen. Die Herzogin organisierte sogar eine Ausstellung mit Lockdownbildern von vielen Briten. Andere europäische Monarchen sprachen den Menschen in Fernsehschalten Mut zu, wie zum Beispiel König Felipe von Spanien und König Philippe von Belgien.

Eine lange Kolonialgeschichte

Doch in der Black-Lives-Matter-Debatte, die eigentlich schon seit 2013 besteht, halten sich die meisten Royals in der Öffentlichkeit bedeckt. Es scheint so, als ob große Teile der Monarchie denken, es sei besser, sich aus stark politisierten Themen rauszuhalten. Doch gilt das auch für Probleme, die sie historisch gesehen beeinflusst haben? Zum Beispiel schaut die britische Monarchie auf eine lange Kolonialgeschichte zurück – und damit ist die Familie um Queen Elizabeth II. nicht allein. Auch die spanische und belgische Krone verantworteten viele Jahre lang koloniales Unrecht.

Zumindest Letztere bekräftigt jetzt ihr “tiefstes Bedauern für Gewalt, Grausamkeiten und Erniedrigung während der belgischen Kolonialherrschaft im Kongo”. Das geht aus einem am Dienstag veröffentlichten Brief von Belgiens König Philippe an den Präsidenten der Demokratischen Republik Kongo, Félix Tshisekedi, hervor. Anlass ist der 60. Jahrestag der Unabhängigkeit des afrikanischen Landes. Philippe wendet sich auch gegen heutigen Rassismus in seinem Land.

Ein wichtiges Statement, denn: Monarchie in Europa ist schon immer mit rassistischer Theorie, Klassendenken und Kolonialismus verbunden gewesen. Auch wenn die aktuellen Royals nichts für die Taten ihrer Vorfahren können, profitieren sie bis heute von deren Imperialismus. Ein Imperialismus, der auf der Ausbeutung vermeintlich minderwertiger Völker beruhte. Deswegen liegt es an der Monarchie, ihre eigene Geschichte auf ehrliche Weise aufzuarbeiten – auch wenn es bedeutet, dass Statuen fallen könnten.

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