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Bergsteiger Reinhold Messner über Klimawandel: „Wir Menschen müssen uns anpassen”

  • Reinhold Messner setzt beim Klimawandel auf die Expertise von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern.
  • Die Politik müsse die Erkenntnisse dann fördern, so der Bergsteiger.
  • Er selbst klettert der Umwelt zuliebe etwa nur noch in den Bergen vor seiner Haustür.
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Dresden. Extrem-Bergsteiger Reinhold Messner sieht die Wissenschaft auch beim Umgang mit dem Klimawandel als Maßstab des Handelns. „Es gibt viele Notwendigkeiten, aber wie bei der Pandemie würde ich Wissenschaftlern das erste Wort geben“, sagte der 76-Jährige wenige Tage vor einem Vortrag bei den Dresdner Filmnächten (5. August).

Hysterie angesichts des Klimawandels nutze nichts, „sondern wir müssen versuchen, neue Lösungen zu finden“, etwa zur Energiespeicherung. Das werde Wissenschaftlern auch gelingen, „wenn die Politik das fördert“, ist er überzeugt. Sie habe die Verantwortung für die Regeln, „die für die Erkenntnis hat die Wissenschaft“.

Messner: „Die Kraft der Natur ist unglaublich”

Wissen und Kräfte müssten weltweit gebündelt werden, in der Corona-Pandemie wie beim Klimawandel. Beides zeige, „dass der Mensch der schwächere Teil ist auf dieser Erde“. Technologie, Maschinen, Ingenieure und Wissen hielten einen zum reißenden Strom werdenden Bach nicht auf. „Die Kraft der Natur ist unglaublich, wir Menschen müssen uns anpassen, unterordnen.“

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Im Kampf gegen die Erderwärmung seien jeder und weltweites Handeln gefordert. „Davon sind wir noch weit entfernt.“ Die Europäer seien da nur ein ganz kleiner Teil angesichts der Milliardenbevölkerung in den USA, China, Indien, Asien und Afrika. Die reichen Industrieländer müssten mit gutem Beispiel vorangehen „und etwas ändern“.

Messner plädiert für Verzicht

Dabei plädiert der Südtiroler Messner für Verzicht. „Er hat mich erfolgreich gemacht“, sagte der Mann, der alle 14 Achttausender bestieg, die Antarktis, die Wüste Gobi und Grönland längs durchquerte. Als er sich vor 50 Jahren die damals übliche Expedition mit Hunderttausenden Dollar Budget nicht leisten konnte, hat er Helfer und Material reduziert. „Diese Form des Bergsteigens hat mir Bestätigung und Selbstwertgefühl gegeben.“

Aktuell ringt Messner um den Erhalt einer ausgedienten Seilbahnstation in seiner Heimat, die er zum Museum über die Auseinandersetzung Berg-Mensch machen will. „Ich würde dort erklären, was Upcycling heißt, dass man nicht einfach Sachen kaputtmacht und zerschlägt, sondern Ressourcen und auch die Arbeit, die da gemacht wurde, schätzt.“

Messner klettert nur noch in Bergen vor der Haustür

Klettern geht Messner, der auch in der Umweltpolitik aktiv war, sich für Nachhaltigkeit und Klimaschutz einsetzt, nur noch in den Bergen vor der Haustür. Nur eine Tour will er noch machen. „Ich nenne sie final expedition, eine große Weltreise“, lachte er. „Ich möchte mein Erbe, das Know-how zum Verhältnis Mensch-Berg weitergeben, indem ich in großen Ballungszentren auftrete und erzähle, was eigentlich traditioneller Alpinismus ist.“

RND/dpa

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