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Barbara Schöneberger: „Mit 40 ist mein Körper besser geworden“

  • Die „NDR Talk Show“ wird 40 Jahre alt.
  • Barbara Schöneberger und Hubertus Meyer-Burckhardt moderieren die Sendung seit 2008.
  • Im Gespräch mit dem RND erzählen die Moderatoren, was mit dem Alter besser wird, wie sie den Kleidungsstil des anderen finden und warum sie Gedichte austauschen.
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Seit elf Jahren moderieren Barbara Schöneberger und Hubertus Meyer-Burckhardt gemeinsam die „NDR Talk Show“. Nun feiert die Sendung am Freitag, 11. Oktober (22 Uhr, NDR), ihren 40. Geburtstag. Mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) sprachen die beiden TV-Gesichter über Verbesserungen im Alter, Facebook-Profil-Tausch und die Outfits des jeweils anderen.

Frau Schöneberger, Herr Meyer-Burckhardt, bitte ergänzen Sie folgenden Satz: Meine erste Erinnerung an die „NDR Talk Show“ ist …

Schöneberger: … dass ich selbst als Gast da war und es als das Kultivierteste und zugleich Schönste empfunden habe, da dabei sein zu dürfen. Und ich dachte mir immer: Um das zu moderieren, muss man sehr alt und sehr gescheit sein.

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Meyer-Burckhardt: Beides trifft auf mich zu. (lacht) Ich kannte die „NDR Talk Show“ nicht, weil ich nicht im Norden gelebt habe, bevor ich sie das erste Mal moderiert habe. Ich erinnere mich noch genau an meine erste Sendung: links von mir Nina Hagen, rechts von mir der norwegische Botschafter in Deutschland. Denn da fand gerade in Lillehammer die Olympiade statt. Es war eine Herausforderung, den norwegischen Aristokraten und Nina Hagen zusammenzubringen, aber auch auseinanderzuhalten – ich befürchte, dass es mir nur zum Teil geglückt ist. (lacht)

Die „NDR Talk Show“ wird 40. Nach meinem 40. Geburtstag ist Folgendes besser geworden:

Schöneberger: Ich hab mit 40 angefangen, Sport zu machen. Ich habe mir einen Tag nach meinem Geburtstag die Fotos angeguckt und gedacht: So, jetzt sollte wirklich was passieren. Meine Tochter war damals ein Jahr alt und mir wurde klar: Jetzt gibt es keine Ausreden mehr. Ich hab am nächsten Tag eine Trainerin angerufen, die mich seitdem trainiert.

Meyer-Burckhardt: Mein bester Freund ist gestorben, als ich 40 war. Er war geringfügig älter als ich. Seitdem bin ich in den Moment und das Leben verliebt. Das ist keine Plattitüde, sondern auch eine tägliche Anstrengung. Aber es ist ein Bekenntnis zur positiven Lebenssicht.

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Mit 40 ist schlechter geworden …

Meyer-Burckhardt: Nichts. Im Gegenteil: Mein Leben ist, je älter ich werde, besser geworden.

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Schöneberger: Meine Augen sind schlechter geworden. Alles andere ist besser geworden – auch mein Körper … Das müssen Sie bitte genau so schreiben!

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Er war der erste Moderator der NDR-Talkshow: Der Journalist ("Der Spiegel","Geo"), Autor und Moderator Hermann Schreiber moderierte die Pilotsendung am 9. Februar 1979 sowie weitere 141 Folgen.  @ Quelle: picture-alliance / dpa

Meinen Moderatorenkollegen beneide ich um ...

Schöneberger: Ich beneide niemanden um irgendwas. Aber an Hubertus bewundere ich, wie konsequent positiv er sein Leben lebt. Und dass er sich dafür entschieden hat, der Lust am Leben nachzugehen und trotzdem Verantwortung zu übernehmen. Ich beneide ihn manchmal um seine Lebensphase, wo er sagt: Morgen früh steige ich in ein Flugzeug und dann fliege ich in irgendeine nordspanische Stadt, in der noch nie jemand war. Dann denke ich immer: Ach, ist das schön.

Meyer-Burckhardt: Barbara geht mit dem Leben um in einer herzlichen Leichtfüßigkeit und ist sich ihres besternten Lebens auch demütig bewusst. Außerdem ist sie so klar wie ein Gebirgsbach.

Schöneberger: Das merke ich mir, so schön wird man selten beschrieben.

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Dürfte ich einmal entscheiden, was der andere in der „NDR Talk Show“ trägt …

Barbara Schöneberger: Hubertus trägt in der „NDR Talk Show“ immer ein dunkelblaues Jackett, ein hellblaues Hemd, eine beige-olivefarbene Hose. Er macht als Mann einfach alles richtig. Keine Experimente bei der Frisur – er kennt sein Limit. Und dann eben auch keine Experimente bei der Kleidung. Hubertus ist da herrlich konservativ. Nichts Flippiges, nichts Verrücktes.

Meyer-Burckhardt: Ich hingegen kann mich als Style-Adviser bei Barbara Schöneberger wirklich nicht empfinden, denn wann immer ich sage: ‚Du siehst aber heute echt super aus‘, löst das direkt eine Krise aus. Meistens kommt dann eine Kollegin und sagt: „Es gefällt Hubertus! Haben wir noch was anderes?“ (lacht)

Schöneberger: Hubertus hat einmal gesagt: ‚schöne Schuhe!‘ Da bin ich richtig zusammengezuckt, weil ich nicht wusste, dass Hubertus zu solchen Äußerungen in der Lage ist.

Sollte Hubertus mal die Sendung ohne mich moderieren wollen …

Schöneberger: Das würde er doch nie machen!

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Meyer-Burckhardt: Das ist so unvorstellbar, darauf kann ich gar nicht antworten.

Wenn Barbara meine Facebook-Seite übernehmen sollte, hätte ich vor allem Sorge, dass …

Meyer-Burckhardt: Dass sie explodiert. Also die Seite. (lacht)

Schöneberger: Du hast eine Seite? Ich würde da natürlich sehr diskret mit umgehen.

Meyer-Burckhardt: Hauptsache, du postest kein Essen. Ich finde es schrecklich, wenn Leute ihre Buletten, ihr Steak oder ihren Kaffee hochladen.

Und umgekehrt?

Meyer-Burckhardt: Mit Instagram kann ich nicht umgehen.

Schöneberger: Ich müsste ihm die ganze Zeit erklären, welche Knöpfe er drücken muss.

Meyer-Burkhardt: Das kann ich beim besten Willen nicht empfehlen. (lacht)

Wenn ich den anderen ärgern wollen würde, lade ich noch mal folgenden Gast ein …

Meyer-Burckhardt: Barbaras Devise ist ja: Es gibt keinen schlechten Gast, es gibt nur schlechte Fragen. Und ich glaube, es gab noch nie jemanden, bei dem sie sich geärgert hat. Oder vielleicht Frederic von Anhalt?

Schöneberger: Na gut, der hat sich auch benommen wie die Axt im Wald, der wollte das auch so. Dabei war ich vorher total begeistert, dass er kommt. Ich war aber auch hinterher begeistert, dass er da war. Er hat sich einfach nur unmöglich benommen. Aber das war schon ein Highlight.

Meyer-Burckhardt: Rainer Langhans hab ich damals auch gefragt, ob er wirklich in diese Talkshow wollte, weil er einfach auf jede Frage nicht richtig geantwortet hat. Aber so etwas kommt bei 100 Sendungen vielleicht einmal vor.

Wäre ich so lange oder so kurz wie der jeweils andere in der Maske …

Schöneberger: Oh Gott. Was für eine tolle Vorstellung: Dann wäre ich eine ganz schlaue Frau, weil ich wahnsinnig viel Zeit noch zum Lesen übrig hätte. Stattdessen liege ich da und es wird an mir … ja, man kann es schon „rumgeschraubt“ nennen. Die Maske dauert inzwischen länger als die Show.

Meyer-Burckhardt: Wäre ich so lange in der Maske wie Barbara Schöneberger, würde ich sie als Hubertus Meyer-Burckhardt betreten und wäre danach so schön wie Kai Pflaume.

Manchmal kontaktiere ich den anderen einfach nur, um …

Schöneberger: Ihm zu sagen, dass er einer meiner Lieblingsmenschen ist und dass er ein bestimmtes Buch lesen muss. Und dass ich sein Gedicht gelesen habe, es mich aber emotional nicht besonderes berührt hat.

Meyer-Burckhardt: Wir sind gelegentlich in einem Literaturaustausch, empfehlen uns Bücher oder Gedichte. Und kürzlich hab ich Barbara ein Gedicht aus den 30er-Jahren geschickt und sie wollte mich nicht verletzen, aber ich merkte, dass sich ihre Begeisterung in Grenzen hielt.

Und womit meldet sich Hubertus Meyer-Burckhardt?

Schöneberger: Meist sind es Liebesbekundungen!

Meyer-Burckhardt: Die aber nur, wenn dein Mann nicht zu Hause ist. (lacht) Im Ernst: Aus unserer gemeinsamen Arbeit ist eine Freundschaft entstanden. Da tauscht man sich irgendwann über alles Mögliche aus, da braucht man keinen speziellen Anlass mehr.

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