Arnold Schwarzenegger: „Ich hasse Politik“

Arnold Schwarzenegger spricht im Interview über Politiker, seine „Terminator“-Kultrolle und die enge Freundschaft zu Ex-Feind Sylvester Stallone. Außerdem verrät er seinen ungewöhnlichen Traumberuf.

Dierk Sinderman
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In seiner Kultrolle als Terminator ist Arnold Schwarzenegger ab 24. Oktober in dem Film „Terminator 6: Dark Fate“ zu sehen. Doch was würde Arnold Schwarzenegger im echten Leben gern noch mal werden? Die Antwort: „Decorator“. Und so diskutiert die Titelfigur im neuesten „Terminator”-Streifen allen Ernstes, ob man ein Mädchenzimmer mit Pünktchenmuster, Streifen oder Schmetterlingen drapieren soll. Das hat Schwarzenegger selbst ins Drehbuch geschrieben. „An mir ist ein Innendekorateur verloren gegangen“, sagt er. „Viele Räume zu Hause, Wohnzimmer, Arbeitszimmer, habe ich selbst eingerichtet. Ich habe einen guten Geschmack.“

Herr Schwarzenegger, trotz des unheilschwangeren Untertitels „Dark Fate” ist der Terminator diesmal eine familienfreundliche Figur. Er wechselt diesmal sogar Windeln.

Und das klaglos. Die meisten Männer beschweren sich darüber.

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Und Frauen freuen sich.

Richtig. Ich weiß aus meiner Ehe und meiner Beziehung, dass Frauen es schätzen, wenn der Mann im Haushalt beteiligt ist, wenn er zuhört – womit die meisten Männer natürlich Schwierigkeiten haben. (grinst) Da können sie was vom Terminator lernen …

Obwohl er natürlich keine körperliche Beziehung haben kann – weil er ja aus 200 Kilo Metall besteht.

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(schmunzelt) Mit dem Gewicht wäre ich ein bisschen zu schwer für die meisten Frauen.

Juckt es Sie manchmal, zurück in die Politik zu gehen? Vor allem angesichts der turbulenten Zeit, durch die wir gerade gehen?

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Nein. Denn was ich gern tun würde, ist nicht verfügbar – weil ich nicht in den Vereinigten Staaten geboren bin. Ich will nicht nur einfach politisch involviert sein. Denn Politiker haben normalerweise nur ein Interesse.

Und das wäre?

Ihren Job zu beschützen. Nichts anderes.

Politik hilft Menschen nicht.

Arnold Schwarzenegger

Oder wiedergewählt zu werden.

Wenn das nicht mehr geht – zum Beispiel kann man nach acht Jahren nicht mehr in den kalifornischen Senat gewählt werden –, dann gehen sie ins Parlament. Da bleiben sie sechs Jahre und lassen sich anschließend für die Bürgermeisterwahl aufstellen. Von da an geht es in den Stadtrat. So geht das. Sie können nicht aufhören, es ist wie eine Sucht. Und ihre Fähigkeiten reichen wohl auch nicht für etwas anderes. Was ein weiteres Problem ist.

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Ein Problem, das Sie nicht haben.

Ich bin in die Politik gegangen, um Gouverneur zu werden, und nicht, weil ich Politiker werden wollte. Ich hasse Politik. Sie steht einem guten Regelwerk im Wege. Und genau das brauchen wir. Politik hilft Menschen nicht. Sie stellt nur sicher, dass die Menschen untereinander streiten.

Wie der Terminator mit Rambo. Wie ist das heute? Rauchen Sie jetzt manchmal mit Sylvester Stallone eine Zigarre und diskutieren Ihre Kultrollen?

Ja, wir hängen zusammen rum. Aber es gab Zeiten, da mochten wir uns nicht. In den 80er-Jahren haben wir dauernd gestritten. Heute weiß ich, dass wir einen Konkurrenzkampf ausfochten. Jeder wollte den anderen übertreffen. Wer hatte die größeren Waffen im Film, wer killt die meisten Leute, wer macht das meiste Geld an der Kinokasse. (lacht) Wer hat mehr Muskeln und wer weniger Körperfett. Es war einfach crazy.

Und wann endete das?

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Als wir am Ende erkannten, dass er mich inspirierte und ich ihn. Wir wurden Freunde. Die Blödheit, mit der wir uns gegenseitig behandelt hatten, war weg. Heutzutage kommen wir zusammen, reden über unsere Karrieren und unsere Familien. Schöne Augenblicke.

Wie wäre es mit einem „Terminator trifft Rambo“-Film?

Sie werden lachen, es gibt eine Menge Leute, die eine Art Sylvester-Arnold-Show produzieren wollen. Wir gehen zusammen auf Tour und betrachten die Welt aus unseren unterschiedlichen Gesichtspunkten. Er sieht alles viel komplizierter. Unser Sinn für Mode ist unterschiedlich, wir tragen andere Sachen, wir rauchen andere Zigarren, fahren andere Autos. Das kann komisch sein. Wir beide ziehen echt in Betracht, so etwas zu tun.