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Anwalt von Christoph Metzelder: „Er ist nicht pädophil“

  • Kommende Woche beginnt der Prozess gegen den ehemaligen Fußballprofi Christoph Metzelder.
  • Dessen Rechtsanwalt Ulrich Sommer hat nun dem Sender RTL ein Interview gegeben.
  • Darin stellt er seine Sicht des Falls dar.
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Düsseldorf. Am Donnerstag, 29. April, beginnt vor dem Amtsgericht Düsseldorf der Prozess gegen den ehemaligen Fußballnationalspieler Christoph Metzelder. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 40-Jährigen vor, einer Person in 29 Fällen Besitz an kinderpornografischen Schriften verschafft zu haben. In einem Fall wird Metzelder auch der Besitz von kinder- und jugendpornografischen Schriften vorgeworfen.

Kurz vor dem Prozess hat der Anwalt Metzelders, Ulrich Sommer, dem Fernsehsender RTL ein Interview gegeben. Darin stellt er den Fall aus Sicht seines Mandanten dar und kritisiert das Verfahren.

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Christoph Metzelder legt Teilgeständnis im Kinderpornografie-Prozess ab
0:57 min
Der ehemalige Fußballprofi Christoph Metzelder hat vor dem Amtsgericht Düsseldorf ein Teilgeständnis abgelegt.  © dpa
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„Selbst erschrocken“

„Herr Metzelder war sicherlich selbst erschrocken über das, als alles aufgetaucht ist.“ Auch über sich selbst sei er erschrocken gewesen, „dass es so was wie ein Doppelleben gibt“, so Sommer in dem Gespräch.

RTL-Reporter Ulrich Klose hakt genauer nach: „Hat er immer nach einem neuen Kick gesucht?“ Sommer: „Irgendwann gibt‘s diesen Kick auch mit Dingen, die man tunlichst nicht angefasst haben sollte. Aber die Frage, ob Herr Metzelder pädophil ist: Das ist er natürlich nicht.“

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Sommer argumentiert mit Verweis auf die Auswertung von Metzelders Handy. Darauf seien „viele attraktive junge Frauen“ gefunden worden. Die Darstellung, dass hier auch „eine ganze Menge“ Fotos von Kindern gefunden worden seien, sei jedoch falsch. Das werde „immer maßlos übertrieben“, meint der Anwalt. Abgesehen davon sei das „Benutzen eines Bildes“ in der Strafbarkeit „ganz erheblich“ unter dem anzusiedeln, was etwa beim tatsächlichen Missbrauch erfolgen müsse, so Sommer.

Wird Metzelder gestehen?

Für seine Taten stehe der ehemalige Fußballprofi dennoch ein. „Er weiß, was er gemacht hat, er weiß auch, dass man das als Fehler bezeichnen kann. Und er weiß, dass er sich seiner Verantwortung stellen muss“, so Sommer.

Um Metzelder herum sei es derweil „einsam“ geworden, erklärt der Anwalt. „Kinderpornografie führt sofort zu bestimmten Emotionen und Schubladen, die im Ergebnis dazu führen, dass nicht nur seine soziale Stellung, sondern auch weitgehende Freundschaften und andere Kontakte schlicht abgebrochen sind.“

Wie sich Metzelder beim Prozess am 29. April äußern wird, lässt Sommer in dem Gespräch offen. Auf Nachfrage, ob der ehemalige Fußballprofi bereit für ein Geständnis sei, erklärt Sommer: „Wir wissen, dass sich ein Verfahren in unterschiedliche Richtungen entwickeln kann, und sind natürlich auf alle Richtungen vorbereitet.“ Eine RND-Anfrage bei Sommers Kanzlei blieb am Mittwoch ebenfalls zunächst unbeantwortet.

Anwalt kritisiert „unfaires Verfahren“

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Metzelders Anwalt hatte bereits Ende März das Verfahren gegen seinen Mandanten gegenüber Medien kritisiert. „Prominentenmalus ist noch sehr vorsichtig umschrieben für das, was ihm widerfährt“, so der Verteidiger gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. „Das ist schon heftig, was da passiert.“

Verfahren von weit größerem Ausmaß würden sonst per Strafbefehl beendet, sagte Sommer. Aber in Metzelders Fall komme es zu einem Gerichtsprozess, mit dem dieser an den Pranger gestellt werde. Sein Mandant sei zum „Spielball höherer Interessen“ geworden.

Metzelder hatte sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert und werde das vor der Gerichtsverhandlung auch nicht tun, betonte der Kölner Rechtsanwalt. Es sei falsch, dass er ein Geständnis abgelegt habe, wie es das Düsseldorfer Verwaltungsgericht in einer Beschlussbegründung geschrieben habe.

Der in Haltern am See geborene Metzelder spielte unter anderem für Borussia Dortmund und Real Madrid. 2002 wurde er Vizeweltmeister. Nach seiner Karriere als Profifußballer engagierte er sich für wohltätige Zwecke, unter anderem mit einer eigenen Stiftung für Kinder. Anfang September 2019 wurden die Vorwürfe gegen ihn öffentlich bekannt.

RND/msc

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