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Alyssa Milano zur Freilassung von Bill Cosby: „Es ist unfair und vernichtend“

  • Alyssa Milano, Begründerin der #MeToo-Bewegung, ist entsetzt über die Freilassung des Schauspielers Bill Cosby.
  • „Ich weiß nicht, was ich zu der Horrorshow um Bill Cosby sagen soll“, schreibt die 48-Jährige auf Twitter.
  • Neben Schock und Ratlosigkeit gibt es aber auch Zuspruch für die Entscheidung.
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Der Schauspieler Bill Cosby ist seit Mittwoch wieder ein freier Mann. Das höchste Gericht im US-Bundesstaat Pennsylvania hatte seine Verurteilung wegen sexueller Nötigung aufgrund eines Verfahrensfehlers überraschend gekippt. Mehr als 60 Frauen hatten Cosby sexuelle Übergriffe unterschiedlicher Art vorgeworfen. Die Schauspielerin Alyssa Milano, Begründerin der #MeToo-Bewegung, empfinde seine Freilassung als „unfair und vernichtend“, wie sie auf Twitter schreibt.

„Ich weiß nicht, was ich zu der Horrorshow um Bill Cosby sagen soll. Ich fühle mit allen seinen Opfern, die zweifelsohne traumatisiert von dieser Nachricht sind. Und ich fühle mit allen Opfern von sexuellen Angriffen, die diesen Schmerz fühlen“, schreibt die 48-Jährige weiter.

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Alyssa Milano gilt als eine der Schlüsselfiguren der #MeToo-Bewegung. Sie selbst wurde Opfer von sexueller Gewalt. Am 15. Oktober 2017 reagierte sie anlässlich des Weinstein-Skandals mit einem Aufruf auf Twitter, um auf das Ausmaß und die Allgegenwärtigkeit des Problems hinzuweisen.

Cosby beteuert weiter seine Unschuld

Cosby selbst äußerte sich nach seiner Entlassung auf Twitter: „Ich habe weder meine Haltung noch meine Geschichte je geändert. Ich habe immer meine Unschuld beteuert“, hieß es in dem Statement.

Die Richter in Pennsylvania hatten ihre aufsehenerregende Entscheidung am Mittwoch in einer 80-seitigen Stellungnahme mit einer früheren Vereinbarung zu Cosby erklärt. Wegen des Deals eines früher mit dem Fall befassten Staatsanwalts hätte Cosby in dieser Sache gar nicht erst angeklagt werden dürfen, hieß es. Der Prozess dürfe auch nicht noch einmal aufgerollt werden. In den Jahren zuvor waren zahlreiche Anträge auf Berufung und vorzeitige Haftentlassung von anderen Gerichten abgelehnt worden.

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Schock und Ratlosigkeit – aber auch Zuspruch

Die Entscheidung überraschte viele Menschen in den USA und sorgte weithin für Schock und Ratlosigkeit. „Ich bin wütend, diese Nachricht zu hören. Ich kenne persönlich Frauen, die dieser Mann mit Drogen bewusstlos gemacht und vergewaltigt hat. Schande über das Gericht für diese Entscheidung“, kommentierte die Schauspielerin Amber Tamblyn auf Twitter. Die #MeToo-Aktivistin und Schauspielerin Rosanna Arquette nannte die Entscheidung „widerlich“.

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Phylicia Rashad, die Cosbys Frau in der „Cosby-Show“ spielte, reagierte dagegen erfreut: „Ein schreckliches Unrecht wurde korrigiert“, schrieb sie.

Bill Cosby galt einst als Superstar und Amerikas Vorzeigevater, dann wurde er zum ersten berühmten Verurteilten der Ära #MeToo, der weltweiten Bewegung gegen sexuelle Belästigung. Mehr als 60 Frauen hatten Cosby sexuelle Übergriffe unterschiedlicher Art vorgeworfen. Im Prozess ging es allerdings nur um einen einzigen Fall aus dem Jahr 2004. Die Jury sah es als erwiesen an, dass Cosby eine Frau mit Tabletten hilflos gemacht und dann sexuell genötigt hatte. Der Entertainer hatte die Vorwürfe stets zurückgewiesen.

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Urteil hatte Signalwirkung in der Ära von #MeToo

2018 war Cosby wegen sexueller Nötigung zu einer Strafe von mindestens drei und höchstens zehn Jahren Haft verurteilt worden. Das Urteil hatte in der Ära von #MeToo auch Signalwirkung. Seit dem vergangenen Jahr ist der frühere Hollywoodmogul Harvey Weinstein verurteilter Sexualstraftäter, im August soll der Prozess gegen den Musiker R. Kelly wegen ähnlicher Anschuldigungen starten.

Cosby saß seit September 2018 als Insasse „NN7687″ in der Anstalt SCI Phoenix mit rund 2400 Insassen in Pennsylvania. Sport und Ansprachen an die Mitinsassen bestimmten dort den Alltag des fast Blinden, hieß es von seinem Sprecher. Das Lebenswerk des Schauspielers scheint überschattet – Cosby aber bestand immer darauf: Er sei unschuldig und empfinde „keine Reue“.

RND/nis/dpa

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