Anklage wegen fahrlässiger Tötung

Tödlicher Schuss an Filmset: Gewerkschaft stellt sich hinter Alec Baldwin

Alec Baldwin am Set in seinem Kostüm für den Film „Rust“.

Alec Baldwin am Set in seinem Kostüm für den Film „Rust“.

Mehr als ein Jahr nach dem tödlichen Schuss während Dreharbeiten auf die Kamerafrau Halyna Hutchins müssen sich der Schauspieler Alec Baldwin und die Waffenmeisterin am Set, Hannah Gutierrez-Reed, vermutlich wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht verantworten. Die zuständige Staatsanwaltschaft kündigte am Donnerstag an, Anklage gegen beide zu erheben. Darauf reagierte prompt der amerikanische Schauspielverband Sag-Aftra.

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In einem Statement auf seiner Website stellt sich der Berufsverband klar hinter Baldwin: „Der Tod von Halyna Hutchins ist eine Tragödie, und zwar umso mehr, als er vermeidbar war“, heißt es in dem Text. Aber: „Es handelt sich nicht um ein Pflichtversäumnis oder eine kriminelle Handlung seitens eines Akteurs.“

„Die Aufgabe eines Schauspielers ist es nicht, Waffenexperte zu sein“

Die Behauptung der Staatsanwaltschaft in diesem Fall sei falsch: „Die Aufgabe eines Schauspielers ist es nicht, ein Schusswaffen- oder Waffenexperte zu sein. Schusswaffen werden unter Anleitung mehrerer Fachleute, die unmittelbar für die sichere und korrekte Bedienung der Waffe verantwortlich sind, zum Gebrauch bereitgestellt.“

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Auch sei der Arbeitgeber „stets dafür verantwortlich, für ein sicheres Arbeitsumfeld zu sorgen“. Weiter heißt es: „Darsteller trainieren, um aufzutreten, und es wird nicht von ihnen verlangt oder erwartet, dass sie Waffenexperten oder erfahren im Umgang mit Waffen sind. Die Branche überträgt diese Verantwortung qualifizierten Fachleuten, die den Gebrauch und die Handhabung von Waffen in jeder Hinsicht überwachen.“

Weiter heißt es in dem Schreiben: „Jeder, dem am Set eine Schusswaffe ausgehändigt wird, muss in der sicheren Handhabung und Verwendung geschult und angeleitet werden, aber alle Aktivitäten mit Schusswaffen am Set müssen unter der sorgfältigen Aufsicht und Kontrolle des professionellen Waffenmeisters und des Arbeitgebers erfolgen.“

„Nur weil es ein Unfall war, heißt es nicht, dass es nicht kriminell war“

Am 21. Oktober 2021 hatte Baldwin während der Dreharbeiten zum Low-Budget-Western „Rust“ mit einer Requisitenwaffe geschossen, die versehentlich mit einer echten Kugel geladen worden war. Dabei tötete er nicht nur die 42-jährige Hutchins, sondern verletzte auch den Regisseur Joel Souza schwer. Die Waffenmeisterin Hannah Gutierrez-Reed wies die Schuld von sich: Sie sei an jenem Drehtag nicht gerufen worden, um die Waffe zu inspizieren, sagte sie im März 2022. Auch habe sie nichts von den Proben gewusst. Deshalb sei es Baldwins Aufgabe gewesen, auf einen sicheren Umgang mit der Waffe zu achten.

Die Anklage sieht das anders: „Wenn auch nur einer dieser drei Leute – Alec Baldwin, Hannah Gutierrez-Reed oder David Halls – seinen Job gemacht hätte, wäre Halyna Hutchins heute noch am Leben. So einfach ist das“, heißt es in einem Statement. Die Staatsanwältin Mary Carmack-Altwies sagte dem Sender CNN: „Nur weil es ein Unfall war, heißt es nicht, dass es nicht kriminell war.“ Der Regieassistent David Halls hat laut Staatsanwaltschaft bereits eine Vereinbarung zum Vorwurf des fahrlässigen Gebrauchs einer tödlichen Waffe unterzeichnet. Diese sehe eine Bewährungsstrafe von sechs Monaten vor.

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RND/Teleschau

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