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Zum 90. Geburtstag: So würdigt Putin den früheren Kremlchef Gorbatschow

  • Viele Russen geben Michail Gorbatschow die Schuld am Zerfall der Sowjetunion vor 30 Jahren.
  • Für den demokratisch gesinnten Teil der russischen Gesellschaft hingegen ist er bis heute ein Freiheitssymbol.
  • Russlands heutiger Präsident Wladimir Putin würdigt den Friedensnobelpreisträger an dessen Geburtstag.
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Moskau. Russlands Präsident Wladimir Putin hat den Friedensnobelpreisträger und früheren Kremlchef Michail Gorbatschow zu dessen 90. Geburtstag als Persönlichkeit von Weltrang gewürdigt.

Sie gehören mit Recht zu jenen schillernden, ungewöhnlichen Menschen; herausragenden staatlichen Funktionären der Gegenwart, die einen bedeutenden Einfluss auf den Gang der nationalen und Weltgeschichte ausgeübt haben“- das schrieb Putin in einem am Dienstag vom Kreml veröffentlichten Glückwunschtelegramm an Gorbatschow, der seinen Geburtstag wegen angeschlagener Gesundheit und der Corona-Pandemie weitgehend isoliert begeht.

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Gorbatschows „große professionelle Lebenserfahrung, Energie und schöpferische Kraft“ würden ihm noch heute dabei helfen, „sich aktiv in eine erforderliche gesellschaftliche, aufklärerische Arbeit einzubringen“, schrieb Putin. Gorbatschow kümmere sich noch immer um die Umsetzung internationaler humanitärer Projekte.

Als einer der Väter der Deutschen Einheit sicherte sich „Gorbi“, wie ihn die Deutschen achtungsvoll nennen, seinen Platz in der Geschichte schon vor rund 30 Jahren. Der frühere Generalsekretär der Kommunistischen Partei der Sowjetunion gilt als einer der größten Reformer des 20. Jahrhunderts.

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Glasnost und Perestroika: Michail Gorbatschow feiert seinen 90. Geburtstag
1:53 min
Der letzte Staats- und Parteichef der Sowjetunion ist in Deutschland beliebt. In Russland wird er eher ignoriert.  © Reuters

Zu seinem Jubiläum schaut der erste und letzte Sowjetpräsident auf viele geopolitische Großtaten zurück: etwa auf die Deutsche Einheit, die er damals mit Kanzler Helmut Kohl (1930-2017) aushandelte. Damit beendete er den Kalten Krieg. Unvergessen ist auch seine Politik von Glasnost (Offenheit) und Perestroika (Umgestaltung), mit der er die Menschen einst von kommunistischer Gewaltherrschaft befreite.

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Viele Russen geben Gorbatschow die Schuld am Zerfall der Sowjetunion vor 30 Jahren. Für den demokratisch gesinnten Teil der russischen Gesellschaft hingegen ist er bis heute ein Freiheitssymbol.

Mit seiner politischen Stiftung und als Miteigentümer der kremlkritischen Zeitung „Nowaja Gaseta“ gilt er weiter als eine wichtige Stimme in Russland. Immer wieder kritisierte der Politiker, der sich heute als Sozialdemokrat sieht, zunehmende Repressionen unter Putin - und warnte vor einem Rückfall in die Diktatur.

RND/dpa

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