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Zukunftsforscher Opaschowski: Deutsche trotzen der Pandemie und sind „realistische Optimisten“

  • Die Deutschen bleiben trotz mehr als einjähriger Pandemie, Einschränkungen und politischen Wirrwarrs zuversichtlich.
  • Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung von 1000 Bundesbürgern durch den bekannten Zukunftsforscher Horst Opaschowski.
  • Sein Fazit: Bei einem Großteil der Bevölkerung überwiege nach wie vor „die positive Einstellung zum Leben“.
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Berlin. Mehr als ein Jahr Pandemie mit Maskenpflicht, Lockdown, Kontaktbeschränkungen und Reisewarnungen konnte den Bundesbürgern die Hoffnung auf baldige Besserungen offenbar nicht nehmen. Das ist jedenfalls das Ergebnis einer Repräsentativumfrage des Opaschowski Instituts für Zukunftsfragen (OIZ), die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt.

Danach ist sogar das Gegenteil der Fall: Die Zuversicht wächst weiter – trotz anhaltender Krise. „Bei einem Großteil der Bevölkerung überwiegt nach wie vor die positive Einstellung zum Leben“, so Institutschef Horst Opaschowski. „Es dominiert der optimistische Blick in die Zukunft.“

Abgefragt wurde zu drei Zeitpunkten der Pandemie von jeweils 1000 Personen ab 14 Jahren die persönliche Zustimmung zur Aussage: „Bei mir überwiegt die positive Einstellung zum Leben. Trotz weltweiter Umwelt-, Wirtschafts- und Gesellschaftskrisen blicke ich optimistisch in die Zukunft.“ Im Januar 2020 stimmten 79 Prozent der Befragten der Aussage zu, im Juli 2020 waren es 84 Prozent und im Februar/März 2021 sogar 86 Prozent.

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Prof. Horst Opaschowski ist seit 2014 Direktor des Opaschowski Instituts für Zukunftsforschung (O.I.Z) in Hamburg. Früher war er wissenschaftlicher Mitarbeiter unter Bundeskanzler Willy Brandt (SPD), Gutachter unter Helmut Kohl und Berater unter Angela Merkel (beide CDU) zu Fragen von Bürgerdialogen und Zukunftskonferenzen.

Männer und Ostdeutsche sind danach bei der letzten Befragung im Februar/März mit jeweils 88 Prozent etwas optimistischer als Frauen und Westdeutsche (jeweils 86), junge Leute im Alter von 14 bis 24 Jahren sind mit 91 Prozent gegenüber den über 80-Jährigen (74) besonders zukunftsfreudig.

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Sehnsucht nach gutem Leben wird immer stärker

In der Krise praktizierten die Deutschen eine Lebenshaltung des „realistischen Optimismus“, sagt Zukunftsforscher Opaschowski. „Die Sehnsucht der Bevölkerung nach einem guten und besseren Leben wird immer stärker.“

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Subjektiv wachse die Hoffnung, obwohl es den Menschen objektiv nicht wesentlich besser ginge, so der Forscher. „Die mentale Stärke überrascht. Mit der Dauer der Pandemie werden eher neue Kräfte freigesetzt: Statt Angst und Pessimismus herrschen Ausdauer, Zuversicht und Hoffnung vor.“

Jugend wünscht sich mehr Optimismus in Gesellschaft und Politik

Opaschowski stellt als Ergebnis der Befragung heraus, dass sich insbesondere die junge Generation mehr Optimismus in Gesellschaft und Politik wünsche. „Sie wehrt sich gegen die Zukunftsungewissheit und will wissen, wie es nach der Pandemie weitergeht.“

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Das positive Lebensgefühl helfe der Jugend bei der Bewältigung der Krise. „Proaktiv nehmen die jungen Leute als realistische Optimisten die Herausforderungen der Zeit an. Sie ersetzen vielfach Hilflosigkeit durch Hilfsbereitschaft und Zukunftszweifel durch Zukunftsoptimismus“, meint Opaschowski.

Zur Umfrage: drei Repräsentativumfragen von jeweils 1.000 Personen ab 14 Jahren in Deutschland vom 20. bis 28. Januar 2020, vom 13. bis 19. Juli 2020 sowie vom 22. Februar bis 1. März 2021. Statement der Befragung: Stimmen Sie der folgenden Aussage persönlich zu oder stimmen Sie nicht zu: „Bei mir überwiegt die positive Einstellung zum Leben. Trotz weltweiter Umwelt-, Wirtschafts- und Gesellschaftskrisen blicke ich optimistisch in die Zukunft.“

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