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„Zu linksradikal“: Bekannter Seenotretter Reisch bricht mit Lifeline

  • Claus-Peter Reisch ist ein prominenter Seenotretter.
  • Nun zieht es sich vorerst von Missionen zurück.
  • Er ist nicht einverstanden mit Äußerungen vieler seiner Mitstreiter.
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Berlin. Ex-Unternehmer und Kapitän Claus-Peter Reisch (58) fährt seit 2017 Seenotrettungsmissionen auf dem Mittelmeer. Nun will er eine Pause machen. Und für seinen ehemaligen Auftraggeber Lifeline will er gar keine Missionen mehr übernehmen.

Es gebe Differenzen zwischen ihm und dem 2016 gegründeten Verein, sagte Reisch in einem Interview mit „Zeit Online“. Demnach habe Reisch Probleme mit der „politischen Agitation“ von Lifeline. „Ich kann mich nicht mit Aussagen gemeinmachen, wie etwa, der österreichische Kanzler Sebastian Kurz sei ein Baby-Hitler. Da bin ich nicht dabei“, sagte Reisch. „Und auch gewisse andere politische Aussagen, die da gemacht werden, sind nicht mein Ding. Vieles ist mir zu linksradikal.“ Die ehemalige Seenotretterin Carola Rackete hatte mit Blick auf Kurz und seine Koalition mit den Grünen von „Ökofaschismus“ gesprochen.

„Wir sollten einen anderen Ton anschlagen“

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„Politisch komme ich aus der bürgerlichen Mitte“, so Reisch. Ihm gehe es um Seenotrettung und nicht um die politische Einflussnahme mithilfe dieser. Er habe lernen müssen, dass zur Seenotrettung inzwischen eine politische Komponente gehöre. Reisch machte seine Position klar: „Wenn wir schon Politik machen müssen, dann sollten wir doch einen anderen Ton anschlagen.“

Bekannt wurde Reisch im Juni 2018, als er die Mission Lifeline leitete – bei der Ankunft mit 230 aus Seenot geretteten Menschen in Malta wurde das Schiff beschlagnahmt und Reisch festgenommen. Wegen falscher Beflaggung wurde er verurteilt, gewann aber den Berufungsprozess.

In Zukunft will er wieder Missionen fahren, „aber momentan möchte ich diese juristischen Baustellen erst mal abschließen und lasse lieber anderen den Vortritt“, zitiert ihn „Zeit Online“. Reitsch sagt, er habe noch einen Bußgeldbescheid in Höhe von 300.000 Euro der italienischen Justiz wegen Beihilfe zur illegalen Einreise auf dem Schreibtisch liegen.

RND/dpa/cb

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