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„Zombie“ oder Erneuerer? Friedrich Merz polarisiert als möglicher AKK-Nachfolger

  • Annegret Kramp-Karrenbauer zieht sich Ende des Jahres von der CDU-Spitze zurück.
  • Doch die Debatte um ihre Nachfolge ist bereits entbrannt.
  • Ein häufig genannter Name ist Friedrich Merz – die Resonanz auf ihn ist allerdings gemischt.
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Berlin. Nach dem angekündigten Rückzug Annegret Kramp-Karrenbauers ist offen, wer sie als Parteichef ablöst. Folglich ließ eine Debatte darum nicht lange auf sich warten. Einer, der für ihre Nachfolge in Frage käme, ist Friedrich Merz. Und während die einen in ihm den Heilsbringer sehen, warnen andere davor, dass die CDU unter Merz nach rechts abdriften könnte.

Linken-Chef Bernd Riexinger sagte etwa: „Mit dem Rücktritt von Kramp-Karrenbauer steht die CDU vor einer Richtungsentscheidung: rechts offen à la Merz oder konsequent gegen Rechtsbündnisse. Auch die Grünen müssen sich entscheiden, ob sie für eine linke Alternative oder ein Bündnis mit der CDU stehen."

SPD-Chef Norbert Walter-Borjans wäre Jens Spahn als Nachfolger von AKK lieber als Friedrich Merz. „Wenn ich alles abwäge, eher Spahn. Dafür kenne ich Friedrich Merz zu gut“, sagte er gegenüber der dpa auf die Frage, ob er eine Präferenz für einen der beiden CDU-Politiker habe.

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Wesentlich deutlicher äußerte sich der Historiker Paul Nolte in einem Interview mit der „Welt“: „Merz halte ich für einen Zombie, ein Gespenst.“ Er habe zwar große politische Fähigkeiten und genieße in der mittleren Führungsebene der Partei große Sympathien, doch habe er sich nach seiner Niederlage nie einbinden lassen. „Er wird sich zwar ins Gespräch bringen, aber er wird es nicht werden“, sagte er.

Etwas mehr als ein Jahr lagen CDU-Vorsitz und Kanzlerschaft in unterschiedlicher Verantwortung. Das und die ungeklärte Frage nach der Kanzlerkandidatur hätten die CDU geschwächt, sagte Annegret Kramp-Karrenbauer am Montag in der Bundeszentrale der CDU in Berlin. Nun deutet vieles darauf hin, dass die CDU künftig beides wieder in einer Hand sehen will.

Trigema-Chef hat keine Lust mehr auf die „Damenriege“

Friedrich Merz könne beides, glaubt die Werte-Union. „Wenn sie aus freien Stücken eine Erneuerung der CDU-Spitze zulässt, finde ich das ebenfalls lobenswert, denn wir brauchen eine grundlegende Erneuerung der Partei – gerade unter Einbindung der Konservativen und Wirtschaftsliberalen. Meiner Meinung nach wäre Friedrich Merz ein hervorragender Kanzlerkandidat. Er kann auch Parteivorsitz“, sagte der Bundesvorsitzende der Werte-Union, Alexander Mitsch.

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Ebenfalls begeistert äußerten sich Teile der Wirtschaft. So sagte Wolfgang Grupp, Chef der Trigema-Gruppe, gegenüber der „Welt“, Merz müsse jetzt die Partei anführen, er sei der richtige Kandidat. „Ich habe zuletzt regelmäßig und deutlich gesagt, dass ich den Kurs der Damenriege an der Spitze nicht mittragen kann.“ Grupps gewagte Prognose: Friedrich Merz ist in meinen Augen sogar in der Lage, 50 Prozent der Protestwähler von der AfD zur CDU zurückzuholen.“

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