Zeit für die Heldinnen und Helden

  • In den Katastrophen­gebieten laufen die Aufräumarbeiten auf Hochtouren.
  • Helferinnen und Helfer arbeiten dort bis zur Erschöpfung.
  • Was manche von ihnen dort erleben, haben sie dafür nicht verdient.
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Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

gestern Abend hat es wieder geregnet – in manchen Orten im Westen hat es sogar sehr viel geregnet. Zum Glück erreichten die Nieder­schläge nicht annähernd die Dimensionen wie vor anderthalb Wochen. Trotzdem: Mehr Wasser ist das Aller­letzte, was die Betroffenen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz gebrauchen können.

Und das Vorletzte sind Leute, die die Rettungs- und Wieder­auf­bau­arbeiten behindern. Die Vizepräsidentin des Technischen Hilfs­werks hat gestern Alarm geschlagen: Während der Einsätze seien ihre Kolleginnen und Kollegen des Öfteren Beschimp­fungen und anderen Angriffen ausgesetzt. „Wenn sie mit Einsatz­fahrzeugen unterwegs sind, werden sie mit Müll beschmissen“, sagte Sabine Lackner.

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Was soll das, bitte?!

Die Helferinnen und Helfer rücken in den betroffenen Gebieten ein, um ihren Job zu machen. Sie sehen Szenen, die sich niemand außerhalb der Katastrophen­regionen vorstellen möchte. Sie werden dafür nicht mit Geld überhäuft.

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Und selbst, wenn es eine absolute Minderheit ist, die ihnen mit Hass begegnet: Es ist unvorstellbar – deckt sich aber leider mit den Berichten aus anderen Kontexten: Auch Polizistinnen und Polizisten und Notfallsanitäter und ‑sanitäterinnen erleben diese Ablehnung. In bestimmten Teilen der Bevölkerung ist der Respekt verschwunden.

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Die Hochwasser­katastrophe zeigt das einmal mehr. Zum einen versuchen querdenkende Trittbrettfahrer, die Not für ihre Zwecke auszunutzen. Sie stehen im Weg herum und propagieren als Pseudohelferinnen und ‑helfer ihre Thesen. Und dann gibt es offenbar jene, die einen Schritt weiter gehen und die Einsätze aktiv behindern.

Stattdessen ist es Zeit, die Heldinnen und Helden zu würdigen, die in den betroffenen Regionen gerade retten, was zu retten ist. Sie werden einen langen Atem brauchen, denn die Arbeiten werden weitergehen. Ein wenig Respekt kann nicht schaden, Spenden sind beim THW, dem Deutschen Roten Kreuz oder der Freiwilligen Feuerwehr in Ihrem Ort niemals fehl am Platz.

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Erstaunlicherweise bitten mittlerweile auch die Bundesländer Nord­rhein-West­falen und Rhein­land-Pfalz selbst um Spenden für die Hoch­wasser­hilfe. Hilfs­organisationen reagieren darauf auf RND-Nachfrage zunächst einmal entspannt. Hauptsache, das Geld kommt am Ende bei denen an, die es dringend benötigen.

Zitat des Tages

Es ist einfach bitter und schmerzt sehr, dass wir nach einem guten Spiel nichts mitnehmen.

Hendrik Pekeler, Handball­nationalspieler, nach der Auftaktniederlage gegen Spanien

Leseempfehlungen

Angst vor der Isolation: ­Die Freude über die fast vollständige Auf­he­bung der Corona-Regeln wird in England aktuell von chaotischen Zuständen überschattet. Weil sich immer mehr Britinnen und Briten in Selbst­isolation begeben müssen, bleiben Supermarktregale zeitweise leer – und in Teilen Großbritanniens fällt sogar die Müllabfuhr aus. In britischen Medien ist von einer „Pingdemic“ die Rede. Was das bedeutet, beschreibt Ben Kendal.

Respekt vor Depressiven: Seit mehr als 20 Jahren ist Harald Schmidt Schirmherr der Stiftung Deutsche Depressionshilfe. Aktuell ist er mit dem Vorsitzenden der Stiftung, Ulrich Hegerl, im NDR-Podcast „Raus aus der Depression“ zu hören. Im RND-Doppel­interview sprechen sie über weitreichende Missverständnisse, unangemessene Formulierungen und die Notwendigkeit der Entstigmatisierung.

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Aus unserem Netzwerk: Vibrionen in der Ostsee

Urlauber aufgepasst! In Mecklenburg-Vorpommern wurde die erste Infektion mit Vibrionen in diesem Jahr bekannt, berichtet die „Ostsee-Zeitung“. Die Bakterien vermehren sich kräftig, wenn sich Gewässer auf 20 Grad erwärmen. Dann sollten Menschen mit Vorerkrankungen oder offenen Wunden am besten nicht ins Wasser gehen.

Termine des Tages

Vor der UN-Weltklima­konferenz im November in Glasgow hat die britische Regierung als Gastgeber Vertreter und Vertreterinnen von mehr als 50 Ländern zu zweitägigen vorbereitenden Diskussionen nach London eingeladen.

Russlands Präsident Wladimir Putin besucht am Tag der Seestreitkräfte die größte Marineparade des Landes.

US-Vizeaußenministerin Sherman besucht China. Es ist ein Treffen mit Außenminister Wang Yi geplant.

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Der Tag in Tokio

6.40 Uhr: Basketball-Gruppenphase – Deutschland trifft auf Italien

8 Uhr: Synchronspringen vom Dreimeterbrett – Medaillenchance für das Duo Punzel/Hentschel

13.30 Uhr: Fußball-Gruppenphase – Deutschland trifft auf Saudi-Arabien

+++ Alle Infos zu den Olympischen Spielen finden Sie in unserem Liveblog. +++

Wer heute wichtig wird

Sommerzeit ist Sommerinterview-Zeit: Heute strahlt die ARD von 18.05 Uhr an ihr Gespräch mit FDP-Chef Christian Lindner aus. Von 19.10 Uhr an ist Unions­kanzlerkandidat Armin Laschet im ZDF zu sehen. © Quelle: imago images/Political-Moments

„Der Tag“ als Podcast

Die News zum Hören

Wir wünschen Ihnen einen guten Start in den Tag,

Ihr Christian Palm

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