Zahnärzte wollen beim Impfen helfen – Ärzte aber dagegen

  • Zahnärzte sind erfahren darin, Spritzen zu setzen.
  • Deshalb wollen sie auch bei den Corona-Impfungen helfen.
  • Doch die Ärzteschaft lehnt das ab.
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Berlin. Die Zahnärzte in Deutschland fühlen sich bei der Bewältigung der Corona-Pandemie ausgegrenzt. Sie bieten ihre Mithilfe bei den Massenimpfungen gegen Corona an, doch bisher haben weder Bund noch Länder darauf zurückgegriffen. Im Gegenteil: Einzelne Landesärztekammern wie die in Hessen haben das Angebot ganz offiziell ausgeschlagen und lehnen Impfungen durch Zahnärzte strikt ab.

„Die Zahnärzteschaft hat als medizinischer Berufsstand mit seiner Expertise und Fachkompetenz bereits vor Monaten im Krisenstab des Bundesministeriums für Gesundheit seine Unterstützung bei Test- und Impfmaßnahmen der Bevölkerung angeboten“, heißt es in einer Stellungnahme von Bundeszahnärztekammer (BZÄK) und Kassenzahnärztlicher Bundesvereinigung (KZBV), die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt.

Dieses Angebot gelte weiterhin. Schließlich müsse es darum gehen, im Hinblick auf eine schnelle und möglichst flächendeckende Impfung der Bevölkerung die dafür notwendigen, auch personellen Ressourcen bereitzustellen.

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„Als approbierte Ärztinnen und Ärzte sind Zahnärztinnen und Zahnärzte grundsätzlich dazu befähigt, Impfungen durchzuführen“, stellen die Zahnärzte klar. Deshalb sei „im Falle einer Erschöpfung ärztlicher Impfkapazitäten eine gezielte Unterstützung von ärztlichen Kolleginnen und Kollegen in Impfzentren durch Zahnärztinnen und Zahnärzte denkbar”.

Es müsse allerdings zunächst von der Politik geklärt werden, an welcher Stelle der mögliche Einsatz von Zahnärztinnen und Zahnärzten bei Impfungen in Pandemie-Zeiten sinnvoll sein könne und in welchem Umfang dieser tatsächlich benötigt werde.

Dabei müsse auch in jedem Fall die nötige Rechtssicherheit für impfende Zahnärztinnen und Zahnärzte sowie für Patientinnen und Patienten hergestellt werden, heißt es bei den Zahnarzt-Verbänden. Voraussetzung sei beispielsweise, dass ein Arzt in der Nähe sein müsse, um bei akut eintretenden Reaktionen auf die Impfung eingreifen zu können.

Die Landesärztekammer in Hessen hatte argumentiert, es widerspreche der staatlichen Verantwortung für das gesundheitliche Wohl der Bevölkerung, das Impfen auch an andere Berufsgruppen zu übertragen, um Personalengpässen vorzubeugen. Impfungen seien eine originär ärztliche Aufgabe, bei der es nicht allein um die Injektion des Impfstoffs gehe, so Ärztekammerpräsident Edgar Pinkowski.

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