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Plötzlich Bundestags­vizepräsidentin – der Aufstieg von Yvonne Magwas

  • Ostdeutsch, Frau, jung: Die sächsische CDU-Politikerin Yvonne Magwas ist eine der neuen Vize­präsidentinnen des Bundestags.
  • Die Union bemüht sich um Parität – für andere Posten sind schließlich nur Männer im Gespräch.
  • Das Nachsehen haben bisherige Minister der Union.
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Berlin. Fast in letzter Minute ist Yvonne Magwas ganz nach vorn gerückt: Erst am Tag vor der Konstituierung des neuen Bundestags hatte die Unionsfraktion die 41-Jährige überraschend als Vizepräsidentin des Bundestags nominiert. Am Tag selbst schließlich erhielt sie bei der Abstimmung über die Vizepräsidentinnen und ‑präsidenten das beste Ergebnis mit 600 Jatimmen.

Die Sächsin ist die Jüngste unter den Stellvertreterinnen und Stellvertretern für das nach dem Bundespräsidenten zweite Staatsamt. Frau, ostdeutsch, jung – bisher war das nicht die klassische Karriere­kombination in der Union.

Die Soziologin profitierte von einer Pattsituation zwischen Westdeutschen: Die Vorsitzende der Frauen-Union und bisherige Integrations­staatsministerin Annette Widmann-Mauz und die bisherige Kulturstaats­ministerin Monika Grütters konnten sich nicht einigen. Auch der bisherige Fraktions­geschäftsführer Michael Grosse-Brömer, Ex-Gesundheits­minister Hermann Gröhe (beide CDU) und der bisherige Parlaments­vizepräsident Hans-Peter Friedrich (CSU) hätten sich für den Posten interessiert.

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Allerdings sind schon für CDU-Partei- und Unions­fraktions­vorsitz bisher lediglich Männer im Gespräch – allenfalls bei einer unwahrscheinlichen Doppelspitze in der Partei könnte eine Frau zum Zuge kommen. Dass das in der Union mittlerweile als nicht ausgewogen gilt, hat Magwas selbst mit angeschoben.

In der vergangenen Wahlperiode wurde sie Vorsitzende der Gruppe der Frauen in der Unions­fraktion und außerdem Vizevorsitzende der Frauen-Union. Deutlicher als viele ihrer Vorgängerinnen drang Magwas, junge Mutter und liiert mit dem bisherigen Ostbeauftragten der Regierung, Marco Wanderwitz, auf Parität und Quoten­regelungen: Der Frauenanteil in der Unionsfraktion war da gerade wieder auf 19 Prozent zurückgegangen, mittlerweile liegt er geringfügig höher, bei 23,5 Prozent.

Parität ist im Parlament weit entfernt

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Auch im gesamten Parlament ist Parität noch weit entfernt: Nur 34 Prozent der Abgeordneten sind Frauen. Im Bundestags­präsidium sind die Gewichte nun deutlich anders verteilt. Neben der neuen Präsidentin Bärbel Bas (SPD) – der dritten Frau in dem Amt seit Gründung der Bundesrepublik vor über 70 Jahren – und den Stellvertreterinnen Magwas, Claudia Roth (Grüne), Aydan Özoguz (SPD), Petra Pau (Linke) sitzt dort mit Wolfgang Kubicki (FDP) lediglich ein Mann. Der AfD-Kandidat Michael Kaufmann fiel im ersten Wahlgang durch.

Auf ihrem neuen Posten gehört es zu Magwas’ Aufgaben, Bundestags­sitzungen zu leiten und die Einhaltung der Parlamentsregeln zu überwachen. Das ist aufwendiger geworden, seit die AfD im Bundestag sitzt.

Gegen die hat sich Magwas bei der Bundestagswahl behauptet. Sie gewann ihren Wahlkreis, den Vogtlandkreis, direkt. In vielen anderen sächsischen Wahlkreisen hatte die CDU das Nachsehen.

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