Xi Jinping spontan zu Besuch in Tibet

  • Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping hat Tibet einen unangekündigten Besuch abgestattet.
  • Und das in einer Phase, in der China seinen Einfluss auf die Region deutlich verstärkt.
  • Die fehlende Präsenz der Staatsmedien während des Besuchs zeigt, wie angespannt die Situation in mit Tibet weiter ist.
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Der chinesische Staats- und Parteichef Xi Jinping hat Tibet in einer Phase besucht, in der Peking die Kontrolle über die buddhistische Religion und Kultur des Gebiets ausdehnt. Staatsmedien zufolge besichtigte er Lhasa und das nahe gelegene Kloster Drepung, den Gebetsweg Barkhor-Straße und den Platz am Potala-Palast, in dem einst der Dalai Lama residierte. Seine Visite - ein seltenes Ereignis für Tibet - war vorher nicht angekündigt worden. Es war der erste Besuch nach zehn Jahren.

Peking hat in den vergangenen Jahren die Aufsicht über buddhistische Kloster verstärkt und in Schulen und Hochschulen tibetisch durch die chinesische Sprache ersetzt. Zugleich wird die wirtschaftliche Entwicklung und die Modernisierung der Infrastruktur vorangetrieben.

„Tibet weiter ein heikles Thema“

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In einer Meldung der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua hieß es, Xi habe sich „über die Arbeit in ethnischen und religiösen Angelegenheiten“ informieren wollen, den Erhalt der Altstadt Lhasas und „ebenso dem Erbe und dem Schutz der tibetischen Kultur“.

Xis Besuch könnte zum 70. Jahrestag der Unterzeichnung des 17-Punkte-Abkommens arrangiert worden sein, mit dem Tibet unter chinesische Herrschaft kam. Die in Washington ansässige Gruppe International Campaign for Tibet kommentierte, die Visite sei ein Indiz für den hohen Stellenwert Tibets in der chinesischen Politik. Dass er in „völliger Abwesenheit direkter Berichterstattung der Staatsmedien“ erfolgt sei, zeige auch, dass „Tibet weiter ein heikles Thema“ sei und die chinesischen Behörden nicht das Vertrauen des tibetischen Volks hätten.

RND/AP

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