Wunderheiler Trump? Der Faktencheck zu seiner Rede in Davos

  • Donald Trump sorgte in Davos beim Weltwirtschaftsforum für Aufsehen.
  • Er lobte vor allem sich selbst und seine Regierung.
  • Die USA erlebe einen Jobaufschwung und ein Ende der Einkommensungleichheit. Was ist dran?
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Davos. US-Präsident Donald Trump ist voll des Lobes für die US-Wirtschaft - und damit für sich selbst. Auf der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos zählte er Rekorde auf. Was ist dran? Der Faktencheck.

Arbeitslosigkeit

Trump: "Die Arbeitslosenquote liegt nun bei weniger als 3,5 Prozent (...), die niedrigste in mehr als 50 Jahren."

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Bewertung: Das stimmt, der Jobaufschwung dauert aber schon länger an.

Fakten: Im Dezember 2019 sank die Arbeitslosenquote tatsächlich auf den tiefsten Stand seit einem halben Jahrhundert: 3,5 Prozent. Der Rückgang begann allerdings nicht erst mit Trumps Amtsantritt, sondern bereits vor mehr als zehn Jahren unter Vorgänger Barack Obama. Damals war im Zuge der weltweiten Finanzkrise die Quote auf mehr als 10 Prozent angewachsen.

Doch seitdem ging es mit dem US-Jobmarkt wieder aufwärts. Unter Trump wurden im Schnitt seit dessen Amtsantritt laut offizieller Arbeitsmarktstatistik monatlich gut 190.000 Jobs geschaffen. Bei Obama waren es in der Vergleichsperiode seiner zweiten Amtszeit rund 224.000 pro Monat.

Einkommen

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Trump: "Zum ersten Mal seit Jahrzehnten ist der Reichtum nicht mehr in den Händen von wenigen konzentriert. Wir (...) schaffen die inklusivste Wirtschaft, die es jemals gab."

Bewertung: Das ist kaum haltbar.

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Fakten: Die Einkommensungleichheit ist in den USA im Jahr 2018 gegenüber 2017 größer geworden, so die jüngsten Zahlen der staatlichen US-Statistikbehörde aus dem "American Community Survey". Und das, obwohl das mittlere Einkommen (Median) im gleichen Zeitraum um 0,8 Prozent angestiegen ist und damit einen Rekordwert erreicht hat.

Der Report sei beunruhigend, kommentierte ein Arbeitsmarkt-Experte der State University of New Jersey, William M. Rodgers. Denn er "verdeutliche die Unfähigkeit der aktuellen wirtschaftlichen Expansion - der längsten in der Geschichte - Ungleichheit zu vermindern."

RND/dpa