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  • Wovor haben die Deutschen am meisten Angst? Was bedeutet das Ergebnis der Umfrage?

Umfrage zu Ängsten der Deutschen: Eine Botschaft an die Regierenden

  • Die Bundesbürger fürchten sich laut einer Umfrage mehr vor den negativen wirtschaftlichen Folgen der Pandemie als vor einer Erkrankung.
  • Für die politischen Entscheidungsträger steckt darin eine Botschaft, kommentiert Christian Burmeister.
  • Sie sollten die Spielräume für Lockerungen der Restriktionen stärker nutzen als bisher.
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Berlin. Die Angst der Bundesbürger vor Wohlstandsverlusten infolge der Corona-Pandemie ist deutlich höher als die vor einer Erkrankung an der Seuche, ergibt eine aktuelle repräsentative Umfrage. Was im ersten Moment vielleicht überraschend erscheint, folgt einer gewissen Logik: Immerhin kann jeder das Risiko einer Corona-Erkrankung durch sein Verhalten selbst stark beeinflussen, hat also eine gewisse Kontrolle. Gleichzeitig erlebt das Land gerade den größten Wirtschaftseinbruch in der Nachkriegsgeschichte. Es ist also durchaus denkbar, dass es mittelfristig doch noch zu Massenentlassungen, steigenden Lebenshaltungskosten oder höheren Steuern für allerlei Rettungspakete kommt.

Muss die Politik aus diesen Ergebnissen Konsequenzen ziehen? Sind die geltenden Corona-Restriktionen, die ja auch das Wirtschaftsleben bremsen und Unternehmen in Schieflage bringen, alle überzogen, wie selbst ernannte Querdenker behaupten? Immerhin scheint den meisten Deutschen – überspitzt gesagt – Geld wichtiger zu sein als das Leben.

In den “darwinistischeren” Nationen ist es auch nicht besser

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Die Antwort kann nur “Nein” lauten. Denn die Wirtschaft steht in Ländern mit einem deutlich “darwinistischeren” Corona-Ansatz – wie die USA, Großbritannien oder Schweden – auch nicht besser da als die deutsche. Zudem brächte eine außer Kontrolle geratende Pandemie das Wirtschaftsleben erst recht zum Erliegen und die zu erwartenden Kosten wären noch viel höher.

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Die meisten Bundesbürger verstehen das, wie die Umfrage zeigt. Das Vertrauen in die Politik insgesamt ist hierzulande hoch. Trotzdem hält die Umfrage wohl eine Botschaft für die Regierenden bereit: Die Bürger befürworten zwar grundsätzlich einen vorsichtigen Kurs, erwarten aber auch, dass die Handelnden die Spielräume für Lockerungen jederzeit im Blick haben und gegebenenfalls auch nutzen. Da gibt es in einigen Bereichen wie beispielsweise dem Kulturbetrieb noch einige Luft nach oben.

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