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Der Mann, der Putin auf die Palme bringt

Meldete sich am Samstag per Handyvideo aus Kiew: der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj.

Meldete sich am Samstag per Handyvideo aus Kiew: der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj.

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

dass ein Angriffskrieg auf ein anderes Land Reaktionen in der ganzen Welt hervorrufen würde, damit dürfte Russlands Präsident Wladimir Putin gerechnet haben. Aber auch damit, wie groß die Welle der Solidarität ist? Weltweit gingen gestern Zehntausende Menschen auf die Straße, um gegen das russische Vorgehen zu demonstrieren. „Stoppt Putin“, „Kein Krieg“ oder „Helft Selenskyj“: Über den Globus glichen sich die Botschaften der Demonstrantinnen und Demonstranten. Auch in Deutschland, wo gestern die ersten Flüchtlinge aus der Ukraine eintrafen, zeigten sich Tausende zu Protesten in den Städten.

Freilich halten die Proteste die Raketen und Schüsse der russischen Streitkräfte in der Ukraine nicht auf. Auch, dass die Stadt Düsseldorf ihre Städtepartnerschaft mit Moskau auf Eis legt, der Skiweltverband ausstehende Weltcups in Russland absagt, die Uefa das Champions-League-Finale von St. Petersburg nach Paris verlegt, der ESC Russland vom Gesangswettbewerb ausschließt und auch die Formel 1 den Großen Preis von Russland wegen der Ereignisse absagt, wird wohl keinen Waffenstillstand hervorbringen. Doch es ist ein Zeichen: Ein großer Teil der Welt stellt sich gegen die Invasion Putins.

Vom Komiker zum Mutmacher für den Widerstand

Noch etwas dürfte den russischen Machthaber in diesen Tagen ärgern. Nicht nur, dass seine Truppen in der Ukraine auch nach Aussagen der USA offenbar nicht so gut vorankommen wie geplant. Am Samstag verging der dritte Tag der Invasion, ohne dass Russland die ukrainische Hauptstadt Kiew unter Kontrolle bringen konnte. Unerwartet groß war der Widerstand der Menschen in der Ukraine. Auch der Mann im höchsten Staatsamt ist dem Aggressor aus dem Osten ein Dorn im Auge. „Wir werden die Waffen nicht niederlegen“, sagte der Staatspräsident der Ukraine, Wolodymyr Selenskyj, gestern in einer seiner Handybotschaften an die Bevölkerung. „Wir werden unseren Staat verteidigen.“

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj spricht Bevölkerung Mut zu

Nach weiterer Nacht mit Kampfhandlungen nimmt der ukrainische Präsident eine Videobotschaft vor seinem Amtssitz in Kiew auf.

Der frühere Komiker legt in diesen Tagen den besten Auftritt seines Lebens hin, schreibt RND-Chefautor Matthias Koch in seinem Porträt über den Mann, dem Putin vorwirft, antirussisch zu sein, der die ukrainische Sprache aber erst als zweite in seinem Leben lernte, weil er im russisch geprägten Süden der Ukraine aufwuchs. Bei seiner Wahl 2019 hatten ihm wenige staatsmännische Weisheit zugetraut. Jetzt wird er für viele Ukrainerinnen und Ukrainer zum Vorbild des Durchhaltens – weil er bleibt und Widerstand leistet, anstatt sich in Sicherheit bringen zu lassen.

Die Augen der Welt sind derweil nicht nur auf den ukrainischen Staatspräsidenten gerichtet. Der „Kyiv Independent“ ist eine Onlinezeitung, der mittlerweile mehr als eine halbe Million Menschen auf Twitter folgen. Noch vor Kurzem begannen die Newsletter des jungen Journalistenteams mit Nachrichten über die Corona-Pandemie in der Ukraine – nun sind sie Kriegsberichterstatter. Mein Kollege Felix Huesmann schreibt über das junge Medium, das plötzlich von der ganzen Welt gelesen wird.

Über die weiteren Entwicklungen halten wir Sie weiterhin aktuell in unserem Liveblog auf dem Laufenden. Ein Überblick über die Ereignisse der letzten Stunden:

 

Zitat des Tages

Die Militäroperation zum Schutz des Donbass wird vollständig und bis zum Erreichen aller Ergebnisse durchgeführt. Nicht mehr und nicht weniger.

Dmitri Medwedew,

Russlands Ex-Präsident, zeigt sich unbeeindruckt von den westlichen Sanktionen

 

Leseempfehlungen

Der Krieg in der Ukraine macht vielen Menschen Angst. Wie kann man das Gedankenkarussell stoppen? Psychotherapeutin Franca Cerutti erklärt im RND-Interview, wie man trotz der Furcht gut für sich selbst sorgt.

Für viele Deutsche ist ein Bulli der ersten Generation ein echter Autotraum. Eine Werkstatt in Brasilien hat diese Marktlücke entdeckt, restauriert die Fahrzeuge und liefert unter anderem nach Deutschland und Frankreich. RND-Korrespondent Tobias Käufer war zu Besuch in einem geheimen Paradies für Autoliebende.

 

Aus unserem Netzwerk

Zwei Kinder sind bei einem schrecklichen Autounfall in der Region Hannover ums Leben gekommen. Eine 39-jährige Autofahrerin war bei einem Überholmanöver mit mehreren Fahrzeugen kollidiert – auch mit dem Wagen einer vierköpfigen Familie. Die Polizei ermittelt nun wegen des Verdachts auf ein illegales Autorennen, wie die „Hannoversche Allgemeine“ berichtet.

 

Termine des Tages

In Belarus lässt Machthaber Alexander Lukaschenko bei einem umstrittenen Referendum über eine neue Verfassung abstimmen. Nach der umstrittenen Präsidentenwahl 2020, bei der sich der seit mehr als einem Vierteljahrhundert regierende Lukaschenko erneut zum Sieger ausrufen ließ, gilt das Verfassungsreferendum als ein neuer Legitimierungsversuch des 67-Jährigen.

 

Wer heute wichtig wird

Der Bundestag kommt wegen des russischen Angriffs auf die Ukraine heute um 11 Uhr zu einer Sondersitzung zusammen. Dabei will Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) eine Regierungserklärung abgeben.

Der Bundestag kommt wegen des russischen Angriffs auf die Ukraine heute um 11 Uhr zu einer Sondersitzung zusammen. Dabei will Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) eine Regierungserklärung abgeben.

 

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Wir wünschen Ihnen einen guten Start in den Tag,

Ihre Sabine Gurol

 

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