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Wohnungsmarkt: Bei Erst- und Wiedervermietungen wird immer mehr verlangt

Wer eine Wohnung anmietet, die erstmals oder wieder vermietet wird, muss mit immer höheren Kosten rechnen. Die Entwicklung auf dem Wohnungsmarkt führt dazu, dass die Mieterbelastung gerade bei Geringverdiener-Haushalten besonders hoch ist.

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Berlin. Bei der Erst- und Wiedervermietung von Wohnungen in Deutschland sind die Kosten für Mieter zuletzt deutlich gestiegen. „Zwischen 2016 bis 2018 stiegen sie jährlich um 5 Prozent und damit deutlich stärker als der Mietenindex“, heißt es im „Wohngeld- und Mietenbericht 2018“ des Bundesbauministeriums, der dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt und an diesem Mittwoch vom Bundeskabinett beraten werden soll. In den 19 größten Städten Deutschlands habe es in diesem Bereich sogar einen Anstieg um sechs Prozent pro Jahr gegeben. „Es gibt große regionale Mieterunterschiede in Deutschland“, heißt es in dem Bericht weiter. Bei den Erst- und Wiedervermietungsmieten reicht die Spannbreite demnach von durchschnittlich 4,50 Euro nettokalt pro Quadratmeter im Vogtlandkreise bis zu 17,73 Euro pro Quadratmeter in der Stadt München.

Die durchschnittlichen Angebotsmieten lagen 2018 laut Bericht in den Metropolen bei 10,88 Euro pro Quadratmeter, in weiteren kreisfreien Städten und in städtischen Kreisen habe das mittlere Niveau gut drei Euro darunter gelegen. In den ländlichen Kreisen wurden Wohnungen im Schnitt für unter 6,50 Euro pro Quadratmeter angeboten.

Mietbelastung bei Geringverdiener-Haushalten am höchsten

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Die Mietbelastung – das Verhältnis der bruttowarmen Mietausgaben zum Haushaltseinkommen – ist bei Geringverdiener-Haushalten besonders hoch. Haushalte mit einem Nettoeinkommen von unter 1300 Euro haben laut Regierungsbericht eine überdurchschnittliche Mieterbelastung von 46 Prozent. Bei Haushalten mit Einkommen von mehr als 4500 Euro beträgt die Belastung 17 Prozent. „Personen in armutsgefährdeten Haushalten weisen mit 43 Prozent Mietbelastung deutlich höhere Quoten als solche in nicht armutsgefährdeten Haushalten“, heißt es im Bericht des Bauministeriums weiter.

Nach Angaben der Bundesregierung haben Wohnungsanbieter inzwischen auf die steigende Nachfrage mit einer beachtlichen Steigerung der Bautätigkeit reagiert. So sei die Zahl der fertiggestellten Wohnungen 2017 auf 285 000 Wohnungen gestiegen – rund 80 Prozent mehr als noch im Jahr 2009. Die Bundesregierung bekräftigt in dem Bericht ihr Ziel, bis zum Ende der Legislaturperiode 1,5 Millionen neue Wohnungen fertigzustellen. Zudem soll das Wohngeld für Geringverdiener erhöht und ausgeweitet werden. Von der geplanten Reform, die ab 2020 greifen soll, werden den Angaben zufolge rund 660.000 Haushalte profitieren.

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Von Rasmus Buchsteiner/RND

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