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Wohl über 100 teils geheime Bundeswehr-Dokumente bei Airbus gefunden

Der Skandal um Dokumente der Bundeswehr, die Airbus-Mitarbeitern zur Verfügung gestellt wurden, ist deutlich weitreichender als bisher angenommen. Anders als bislang bekannt soll es sich nicht um ein paar wenige Informationen, sondern um bis zu 100, teils höchst vertrauliche Dokumente handeln, die auf den Servern des Flugzeugbauers gefunden wurden.

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Berlin. Die Staatsanwaltschaft München hat bei Airbus-Mitarbeitern einem Bericht zufolge wesentlich mehr als die bisher bekannten zwei vertraulichen Dokumente der Bundeswehr gefunden. Nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" entdeckten die Fahnder in verschiedenen Mail-Accounts von Airbus-Leuten über 100 als Verschlusssachen ("VS - nur für den Dienstgebrauch") eingestufte Bundeswehrpapiere. Zum Teil würden diese die Budgetplanung für die Bundeswehr betreffen, aber auch beabsichtigte Einkäufe oder die Entwicklung neuer Waffensysteme.

Airbus habe die neuen Erkenntnisse nicht kommentieren wollen. Auch das Ministerium habe sich nicht äußern wollen und auf die laufenden Ermittlungen verwiesen, schrieb "Der Spiegel" am Mittwoch. Airbus selbst hatte das Verteidigungsministerium im September über den Fund der ersten Dokumente informiert. Die Staatsanwaltschaft München nahm Ermittlungen gegen Airbus-Mitarbeiter wegen unerlaubten Besitzes von Dokumenten zu Rüstungsprojekten der Bundeswehr auf.

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Wird Airbus bei Ausschreibungen der Bundeswehr ausgeschlossen?

Laut "Spiegel" ist der Fund der Dokumente für Airbus riskant, weil das Unternehmen fürchten müsse, bei einer Ausschreibung millionenschwerer Großprojekte für die Bundeswehr ausgeschlossen zu werden, weil sich Mitarbeiter durch die vertraulichen Planungsunterlagen der Bundeswehr einen regelwidrigen Wettbewerbsvorteil verschafft haben könnten.

Airbus gehört zu den Großlieferanten der deutschen Streitkräfte. Das Unternehmen macht sein Geschäft im Bereich Luft- und Raumfahrt sowie den dazugehörigen Dienstleistungen. Der Umsatz betrug im vergangenen Jahr 64 Milliarden Euro, die Anzahl der Mitarbeiter beträgt rund 134 000. In Europa ist das Unternehmen Marktführer bei Tank-, Kampf-, Transport- und Missionsflugzeugen und international eines der größten Raumfahrtunternehmen.

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RND/dpa