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  • WLAN in deutschen Bahnhöfen: Nur an 12 Prozent frei zugänglich

Nur 12 Prozent der Bahnhöfe bieten freies WLAN

  • Kostenlos im Internet surfen – das geht immer noch nicht an allen Bahnhöfen.
  • Einige Länder haben den Ausbau rasch bewältigt, andere stehen noch ganz am Anfang.
  • Der Grünen-Politiker Cem Özdemir fordert WLAN am Gleis „egal, ob in der Hauptstadt oder in Hintertupfingen“.
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Berlin. Beim Warten auf den Zug im freien Internet am Bahnsteig surfen – das geht in Deutschland nach wie vor nur an einem Bruchteil der Bahnhöfe. 653 von 5400 Stationen bundesweit sind mit öffentlichem WLAN ausgestattet – das sind rund 12 Prozent. Das teilt das Bundesverkehrsministerium auf Anfrage des Grünen-Abgeordneten und Verkehrsausschuss-Vorsitzenden Cem Özdemir mit.

Auffällig sind die großen regionalen Unterschiede: In Hamburg gibt es an fast allen Bahnhöfen WLAN, in Berlin nur an 10 Prozent der Stationen. In den fünf östlichen Bundesländern haben nur 30 von 1461 Bahnhöfen Internetzugang (2 Prozent). Ähnlich schlecht sieht es im Saarland (1,3 Prozent) und in Rheinland-Pfalz (1,44 Prozent) aus.

Fahrkartenautomaten bekommen ein WLAN-Upgrade

Die Flächenländer Hessen und Schleswig-Holstein schneiden deutlich besser ab: In beiden Ländern haben mehr als drei Viertel der Bahnhöfe und Haltepunkte öffentliches WLAN. Der Grund: Die Fahrkartenautomaten wurden kurzerhand zu WLAN-Hotspots aufgerüstet.

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„Laptop und Lederhose ist bei der CSU offensichtlich ganz lange her, erst recht, wenn es um die Schiene geht.“

Cem Özdemir, Grünen-Bundestagsabgeordneter und Vorsitzender des Verkehrsausschusses

Özdemir fordert ein Umdenken bei Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU). Er sagte dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND): „Wer die Fahrgastzahlen auf der Schiene ernsthaft verdoppeln will, muss Bahnhöfe wieder ganz vorne auf die Agenda nachhaltiger Bahnpolitik stellen. Nach mehr als elf Jahren CSU im Verkehrsministerium sind Bahnhöfe in der Fläche strukturell unterfinanziert, und das sieht man vielen auch an.“

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Der WLAN-Ausbau müsse Teil eines Umbaus der Bahnhöfe zu „echten Mobilitätsstationen“ sein, meint Özdemir: „Wenn ich an einem Bahnhof auf den Zug warte, möchte ich dort auch im WLAN surfen, twittern oder arbeiten können, egal, ob in der Hauptstadt oder in Hintertupfingen. Laptop und Lederhose ist bei der CSU offensichtlich ganz lange her, erst recht, wenn es um die Schiene geht.“

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