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Wissenschaftlerin für Impfprämie – Linken-Politiker Korte fordert mehr Aufklärung

  • Das Impf­tempo sinkt in vielen Ländern welt­weit – auch in Deutsch­land.
  • Linken-Politiker Jan Korte fordert eine deutlich breitere Mobilisierungs- und Aufklärungs­kampagne.
  • Die Wissenschaftlerin Nora Szech plädiert dagegen für eine finanzielle Zahlung an Geimpfte.
Lena Köpsell
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Berlin. Der Fraktions­geschäftsführer der Links­partei im Deutschen Bundes­tag, Jan Korte, kritisiert die Impf­kampagne der Bundes­regierung und fordert eine deutlich breitere Mobilisierungs- und Aufklärungs­kampagne. „Die Bundes­regierung hat zu wenig getan, um das Impfen gegen Covid‑19 zu einer Selbst­verständlichkeit zu machen“, heißt es in einem Konzept­papier Kortes für einen „Impf­sommer 2021“, das dem Redaktions­Netzwerk Deutschland (RND) exklusiv vorliegt.

Der Linken-Politiker fordert darin die Regierung auf, gesellschaftliche Akteure wie Gewerkschaften, Sport­verbände und Glaubens­gemeinschaften aber auch Clubs und Kultur­einrichtungen in eine gemeinsame Impf­kampagne mitein­zubeziehen.

„Wir werden fanatische Impfgegnerinnen und -gegner nicht überzeugen können. Es muss darum gehen, die Leute für eine Impfung zu gewinnen, die sich nicht ausreichend informiert fühlen und Ängste haben, die man ihnen nehmen kann“, schreibt Korte.

Darüber hinaus müsse im Fernsehen und in den sozialen Medien eine Öffentlichkeits­kampagne mit mehrsprachigen Spots und bekannten Leuten aus allen Generationen und Gesellschafts­bereichen laufen. „Dafür müssen Bund und Länder sofort und ohne Finanzierungs­hürden Geld bereit­stellen“, fordert der Abgeordnete.

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Die Karlsruher Wirtschafts­wissenschaftlerin Nora Szech plädiert dagegen für eine finanzielle Zahlung an Geimpfte. Sie glaube nicht, dass niedrig­schwellige Impf­angebote und Informations­kampagnen ausreichen, um mehr Menschen zum Impfen zu motivieren, sagte die Ökonomin des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) dem RND. „Das hat in keinem Land ausgereicht.“

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Szech fordert stattdessen, dass Menschen Geld für die Impfung bekommen sollten. „In unseren Studien steigt die Impf­bereitschaft von knapp 70 Prozent ohne Impf­bonus Richtung 80 Prozent, wenn 100 Euro gezahlt werden. Für 500 Euro geht die Impf­bereitschaft sogar Richtung 90 Prozent“, sagte sie dem RND. Der Impf­bonus sei eine Art Entschädigung für den Aufwand einer Impfung.

Auch beim Blut­spenden würden die meisten Länder eine Kompensation für den Aufwand zahlen. „Das Münchner Ifo-Insitut schätzt den Wert der Impfung für die Gesellschaft auf 1500 Euro. Alle, die diesen Wert erbringen, sollten zumindest einen Bruch­teil davon abbekommen. Das ist fair“, so Szech.

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