• Startseite
  • Politik
  • Wirkt der „Teil-Lockdown“ nicht? Deutsche fast so viel unterwegs wie im Oktober

Wirkt der „Teil-Lockdown“ nicht? Deutsche fast so viel unterwegs wie im Oktober

  • Die aktuellen Corona-Regeln sollen die Deutschen dazu bringen, Kontakte zu vermeiden.
  • Handydaten zeigen nun, dass die Leute fast genauso mobil sind wie vor dem „Teil-Lockdown“.
  • Dabei gibt es Unterschiede zwischen Stadt und Land.
|
Anzeige
Anzeige

Berlin. Der „Teil-Lockdown“ mit der Schließung von Gaststätten und Kultureinrichtungen hat bisher kaum Auswirkungen auf das Mobilitätsverhalten. Die Deutschen sind fast so viel unterwegs wie vor den neuen Beschränkungen, die seit Anfang November gelten.

Bundesweit ist die durchschnittliche Mobilität um 4,7 Prozent gegenüber der Vorwoche gesunken. Das Statistische Bundesamt wertet anonymisiert Handydaten aus und kann so errechnen, wie viel die Nutzer unterwegs sind. Erstmals seit Juni 2020 liegt die Mobilität über eine Woche hinweg unterhalb des Vorjahresniveaus.

Der Rückgang liegt damit weit unter den Zahlen während des ersten „Lockdowns“ im Frühjahr, als flächendeckend auch Bildungs- und Kinderbetreuungseinrichtungen und viele Betriebe geschlossen waren. Damals ging die Mobilität zeitweise um mehr als 30 Prozent gegenüber den Vorjahreswerten zurück. Am Feiertag 1. Mai wurden dieses Jahr sogar 59 Prozent weniger Bewegungen verzeichnet als 2019.

Video
Lufthansa probt Corona-Schnelltests
1:52 min
Der Probelauf der Lufthansa mit Corona-Schnelltests fand erstmal nur auf der Strecke zwischen München und Hamburg statt.  © Reuters
Anzeige

Seit Juli liegt die Mobilität wieder auf Vorjahresniveau oder knapp darüber. In den Großstädten bleiben anscheinend weit mehr Menschen zu Hause als auf dem Land: In den Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen liegt der Wert am 10. November mehr als ein Viertel unter dem Vorjahreswert, ebenso in Frankfurt, München, Düsseldorf und Köln. In Stuttgart waren ein Fünftel weniger Menschen unterwegs, bundesweit nur zehn Prozent.

Anzeige

Die Statistiker versuchen auch, anhand der Bewegungsdaten auf das Verkehrsmittel zu schließen – das funktioniert zumindest im Fernverkehr. Im Frühjahr brachen Schienen- und Straßenverkehr stark ein. Von August bis September war dann wieder mehr Straßenverkehr unterwegs als 2019, ab Oktober sinkt der Wert erneut. Der Schienenverkehr bleibt unterdurchschnittlich, nach einem Anstieg über den Sommer sinken die Zahlen bis Ende Oktober wieder stark.

Insgesamt vermeiden Menschen in Risikogebieten offenbar eher unnötige Fahrten: Die Mobilität in Regionen mit einer niedrigen Sieben-Tage-Inzidenz (unter 50 Covid-19-Neuinfektionen je 100.000 Einwohner), bleibt höher als die in Regionen mit höheren Inzidenzwerten.


  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen