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FDP-Politiker fordert Entlassung von Staatssekretären wegen Wirecard-Skandal

  • Der FDP-Finanzpolitiker Florian Toncar hat Finanzminister Olaf Scholz (SPD) aufgefordert, wegen des Wirecard-Skandals zwei seiner Staatssekretäre zu entlassen.
  • „Entweder ist der Minister führungsschwach oder er war selbst viel tiefer mit dem Fall Wirecard befasst, als er bisher zugegeben hat“, so der FDP-Politiker.
  • Toncar kritisierte, dass wichtige Informationen zur Rolle der Geldwäschebehörde FIU nur versteckt an den Untersuchungsausschuss des Bundestags weitergegeben worden seien.
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Berlin. Der FDP-Finanzpolitiker Florian Toncar hat Finanzminister Olaf Scholz (SPD) aufgefordert, wegen des Wirecard-Skandals zwei seiner Staatssekretäre zu entlassen. Es gebe immer wieder neue Beweise für Behördenversagen, jetzt auch bei der Geldwäschebehörde FIU, sagte Toncar der Deutschen Presse-Agentur. „Sie hat Anfang 2019 von der Commerzbank den perfekten Hinweis auf den Betrug erhalten und nichts weiter veranlasst.“ Allein dafür müsse der Vizekanzler bei der Behörde und im Ministerium drastische Konsequenzen ziehen.

FDP-Politiker Toncar: Scholz entweder „führungsschwach“ oder selbst „viel tiefer“ mit Wirecard befasst

„Dass Scholz sich trotz der katastrophalen Fehler weigert, sich von den verantwortlichen Staatssekretären (Jörg) Kukies und (Rolf) Bösinger zu trennen spricht Bände“, betonte Toncar. „Entweder ist der Minister führungsschwach oder er war selbst viel tiefer mit dem Fall Wirecard befasst, als er bisher zugegeben hat.“

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Die Anti-Geldwäscheeinheit des Zolls hatte seit 2017 zahlreiche Verdachtsmeldungen gegen Wirecard und seine Top-Manager bekommen, schritt jedoch kaum ein. Zwei Meldungen gab sie 2019 an das zuständige Landeskriminalamt Bayern weiter. Die Staatsanwaltschaft fand jedoch nach eigener Aussage keinen Anfangsverdacht für eine begangene Straftat.

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Toncar kritisierte, dass wichtige Informationen zur Rolle der FIU nur versteckt an den Untersuchungsausschuss des Bundestags weitergegeben worden seien. „In keinem einzigen schriftlichen oder mündlichen Bericht an den Bundestag wurde bisher erwähnt, was für schlagende Hinweise der FIU schon über ein Jahr vor der Wirecard-Insolvenz vorlagen.“ Vielmehr sei der Eindruck erweckt worden, dass der Geldwäsche-Einheit vor der Wirecard-Pleite keine bedeutsamen Verdachtsmomente vorlagen. „Eine glatte und ungeheuerliche Täuschung, die überdeutlich zeigt, dass der Bundesfinanzminister und seine Staatssekretäre nicht aufklären, sondern sich persönlich in Sicherheit bringen wollen“, kritisierte Toncar.

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Der inzwischen insolvente Zahlungsdienstleister Wirecard hatte im Sommer 2019 eingeräumt, das 1,9 Milliarden Euro aus der Bilanz nicht aufzufinden waren. Die Ermittler gehen davon aus, dass der ehemalige Dax-Konzern über Jahre seine Abschlüsse fälschte.

RND/dpa

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