Klimaschutz: Baerbock wirft Union Blockade beim Ausbau der Windkraft vor

  • Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock hat einen schleppenden Ausbau der Windkraft kritisiert.
  • Sie wirft der Union Blockade vor – obwohl der Ausbau der erneuerbaren Energien entscheidend für den Klimaschutz sei.
  • Auf Bundesebene haben sich CDU und CSU vehement gegen höhere Ausschreibungsmengen für den Windkraftausbau gesperrt.
Anzeige
Anzeige

Berlin. Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock hat der Union eine Blockadepolitik beim Ausbau der Windkraft vorgeworfen. Sie sagte der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag: „Immer noch liegt der Windkraftausbau weit hinter dem Notwendigen zurück, auch weil die Union diesen jahrelang behindert hat. Auf Bundesebene haben sich CDU und CSU vehement gegen höhere Ausschreibungsmengen gesperrt.

In Nordrhein-Westfalen habe Unionskanzlerkandidat Armin Laschet sogar gerade erst einen einschneidenden Rückschritt beschlossen. „Die sehr harten Mindestabstände werden den Windkraftausbau in Nordrhein-Westfalen ausbremsen.“ Und in Bayern halte Ministerpräsident Markus Söder an der „10-H Windkraft-Verhinderungsregel“ fest, so Baerbock.

Video
Baerbock kündigt aktualisiertes Klimaschutz-Sofortprogramm an
1:50 min
Die Grünen-Vorsitzende nahm am Montag Stellung zur Flutkatastrophe.  © Reuters
Anzeige

Die 10-H-Regelung besagt, dass ein Windrad grundsätzlich mindestens das Zehnfache seiner Höhe von Wohnbebauung entfernt sein muss. „Dabei ist der Ausbau der erneuerbaren Energien entscheidend für den Klimaschutz und den Umbau hin zu einer klimaneutralen Industrie. Wer Klimaschutz sagt, muss auch Windräder bauen.“

Zu wenig, um Klimaziele zu erreichen

In Deutschland sind im ersten Halbjahr 2021 nach Angaben von Energieverbände deutlich mehr neue Windräder an Land hinzugekommen – das Niveau reicht aber aus Sicht der Branche nicht aus, um Klimaziele erreichen zu können.

Baerbock sagte, die Grünen wollten den Windkraftausbau an Land deutlich beschleunigen. „Bundesweit müssen 2 Prozent der Fläche zur Verfügung stehen, dafür müssen alle Bundesländer in die Pflicht genommen werden.

Gleichzeitig ist unabdingbar, Planungen und Genehmigungen durch vereinfachte Verfahren und mehr Personal zu beschleunigen.“ Auch den Konflikt zwischen Windenergie und Artenschutz gelte es zu entschärfen, durch einheitliche Bewertungsmaßstäbe, klare Vorrang- beziehungsweise Eignungsgebiete für Wind sowie mit Ausschlussgebieten und gezielten Artenschutzprogrammen.

RND/dpa

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen