Wie geht es weiter mit den Schulen in der Corona-Krise?

  • Die Länder wollen unbedingt, dass die Schulen in der Corona-Krise jetzt weiter offen bleiben – aber wie kann das am besten funktionieren?
  • Darum wird es beim Gespräch von Ministerpräsidenten und Kanzlerin gehen.
  • Das Wichtigste zum Thema Corona und Schule in Fragen und Antworten.
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Bleiben die Schulen offen?

Das ist der feste politische Wille der Länder. Sie argumentieren, dass unter fehlendem Präsenzunterricht vor allem die zu leiden haben, die zu Hause nicht so gut gefördert werden können. Der Bund hatte ursprünglich halbierte Klassen gefordert: Das hätte dazu geführt, dass Schüler auch wieder in einem erheblichen Maß zu Hause gewesen wären. Hybriden Unterricht – teils in der Klasse, teils online – wird es nun aber aller Voraussicht nach höchstens dort geben, wo Ansteckungszahlen besonders hoch sind. Einigkeit herrscht darüber, dass jüngere Schüler diesmal die letzten sein sollen, die nach Hause geschickt werden.

Was kann man in den Schulen sonst tun, um den Schutz gegen Corona zu erhöhen?

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Jenseits vom Lüften bleibt nur eine überschaubare Anzahl von Stellschrauben, wenn man die Klassen nicht verkleinert. Auf der Tagesordnung von Kanzlerin und Ministerpräsidenten steht einmal mehr das Thema Maskenpflicht in den Schulen. Lehrer fordern zugleich eine Ausweitung von Corona-Tests. So fordert der Deutsche Philologenverband eine Reihentestung von Schülern und Lehrern nach den Weihnachtsferien.

Wie gefährlich ist der Schulbetrieb aus wissenschaftlicher Sicht?

Die Studienlage ergibt ein sehr gemischtes Bild. Man weiß, dass sich definitiv auch Kinder und Jugendliche anstecken und das Virus weitertragen – das Problem ist bei Kindern unter 12 Jahren aber deutlich geringer als bei Jugendlichen, die mehr oder weniger Erwachsenen gleichkommen. Gleichzeitig gibt es Erhebungen, die davon ausgehen, dass Schulen kein Infektionstreiber sind, sondern dass die Ansteckung häufig eher in der Freizeit erfolgt.

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Wie viele Schüler sind eigentlich in Quarantäne?

Laut Zahlen der Kultusministerkonferenz von Mitte November sind in Deutschland rund 106 Schulen geschlossen, das sind 0,37 Prozent aller Schulen. Etwas mehr als 4000 Schulen (14 Prozent) sind teilweise geschlossen. Es wurden 18.298 infizierte Schüler gezählt (0,17 Prozent), knapp 200.000 Schüler waren in Quarantäne (1,8 Prozent).

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Würden verlängerte Weihnachtsferien helfen?

Einige Bundesländer beginnen ihre Weihnachtsferien etwas früher, um vor dem Fest besseres Social Distancing zu ermöglichen. Auch nach hinten ließen sich die Ferien natürlich verlängern – zum Beispiel im Gegenzug für eine Kürzung der Sommerferien. Das hätte den Vorteil, die Schulzeit in der ansteckungsreichen Zeit im Winter zu verkürzen. Auch bei den Fragen von Impfungen wäre man im Sommer voraussichtlich weiter. Allerdings wäre es jetzt sehr kurzfristig, etwas an der Ferienplanung zu ändern – auch und gerade mit Blick auf die Urlaubsplanung der Eltern. Auch der Deutsche Philologenverband warnt vor einem „Planungschaos“ in Sachen Unterricht.

Was erwarten Lehrer von der Kanzlerin und den Ministerpräsidenten?

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Die Lehrergewerkschaften pochen auf besseren Gesundheitsschutz für Schüler und Lehrer. „Die GEW appelliert dringend an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder, eine klare Ansage zu machen, wann Schulen in den Wechselunterricht gehen“, sagte die Chefin der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Marlis Tepe, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Wer die Schulen so lange wie möglich offenhalten will, braucht ein Konzept, wie er dies sicherstellen will – und zwar bevor er von der Realität überholt wird.“ Ab der 5. Klasse müsse das gesellschaftliche Abstandsgebot von 1,5 Metern gelten. Dafür müssen Klassen geteilt und zusätzliche Räume beispielsweise in Jugendherbergen gemietet werden.

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