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Trumps Drohung mit Angriff auf Kulturstätten – wie ein Terrorist

US-Präsident Donald Trump

US-Präsident Donald Trump

Gut 1500 Jahre lang wachten sie über das afghanische Bamiyan-Tal. Dann, im März 2001, wurden die beiden riesigen Buddha-Statuen aus vorislamischer Zeit zerstört, von den Taliban. Am 11. September des gleichen Jahres ließen in Afghanistan ausbildete Terroristen ein weiteres Wahrzeichen einer für sie fremden Kultur in Schutt und Asche versinken: das World Trade Center in New York. 2977 Menschen starben.

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Im Mai 2015 zerstörte die Terrormiliz „Islamischer Staat“ die 2000 Jahre alte syrische Oasenstadt Palmyra. Danach richteten sie ein Massaker in der Stadt an.

Trump sagt nicht, welche „kulturellen Stätten“ er meint

Gräueltaten dieser Art nimmt sich nun ausgerechnet der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika zum Vorbild. Unverhohlen droht Donald Trump, iranische Kulturstätten zu zerstören. Das ist, wenn auch im Moment nur rhetorisch, ein Zivilisationsbruch, den es in der westlichen Welt seit dem Zweiten Weltkrieg nicht gegeben hat. Es wäre, wird die Drohung umgesetzt, ein Verstoß gegen Kriegsrecht. Die Genfer Konvention ächtet die Zerstörung nicht militärischer Ziele als Kriegsverbrechen.

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Trump, Betreiber von Golfklubs und Luxusresorts, sagt nicht, welche „kulturellen Stätten“ er meint. Der Iran ist voll von Menschheitsschätzen, 24 Orte stehen auf der Liste des Unesco-Weltkulturerbes – christliche, islamische, säkulare. Der unvergleichliche Naqsch-e-Dschahan-Platz mit der blauen Königsmoschee inmitten Isfahans gehört dazu, der persische Golestanpalast in Teheran, die mittelalterlichen armenischen Kirchen von Chaldoran, die antiken Ruinen von Persepolis oder auch der historische Basar von Täbris.

„Wenn Bücher brennen, brennen bald auch Menschen“

Diese Orte sind Orte der historischen Identität eines Volkes und Lebensorte zugleich. Rund um den Naqsch-e-Dschahan-Platz in Isfahan tummeln sich zu jeder Tages- und Nachtzeit die Menschen, vor allem Studenten und Touristen. Was, wenn hier eine amerikanische Bombe einschlägt? Oder im dicht bevölkerten Teheran oder in Täbris?

„Wenn Bücher brennen, brennen bald auch Menschen“, hat Heinrich Heine vor 200 Jahren geschrieben und damit einen Angriff auf Kultur überhaupt gemeint. Nationalsozialisten, Mullahs, islamistische Terroristen haben ihm schon allzu oft recht gegeben.

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