• Startseite
  • Politik
  • Wider die Rassisten – Sophie Scholl prägte, was heute aktueller ist denn je

Wider die Rassisten – Sophie Scholl prägte, was heute aktueller ist denn je

  • Vor 100 Jahren wurde Sophie Scholl geboren.
  • Die bekannteste Widerständlerin gegen das NS-Regime wurde nur 21 Jahre alt und wird heute als Heldin verehrt.
  • Es zeigt sich: Noch heute braucht es lauten und deutlichen Widerstand gegen Rassismus.
|
Anzeige
Anzeige

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

Sophie Scholl ist eine Ikone. Eine Heldin im Kampf gegen das einstige Nazi-Regime. Bis heute ist die Frau unvergessen, die nur 21 Jahre alt wurde und am heutigen Sonntag ihren 100. Geburtstag gefeiert hätte. Als Kern der Widerstandsgruppe Weiße Rose stellten sie und ihre Mitstreiter sich gegen eine politische Ideologie, der Millionen von Menschen zum Opfer fielen.

Insgesamt sechs sogenannte Flugblätter verfassten die Mitglieder der Weißen Rose um Sophie Scholl, um die Menschen vor Adolf Hitler und seinen Helfern zu warnen. Bekanntmachungen, die in deutlichen Worten das NS-Regime und seine Verbrechen anklagten. Die zentrale Botschaft: „Jedes Wort, das aus Hitlers Munde kommt, ist Lüge.“

Anzeige

Im vierten Flugblatt hieß es beispielsweise: „Wir schweigen nicht, wir sind Euer böses Gewissen, die Weiße Rose lässt Euch keine Ruhe!“ Diese Worte gelten bis heute: Die Geschwister Scholl und ihre Freunde hatten den Mut, für ihre Überzeugungen einzustehen und Widerstand zu leisten. So couragiert waren nur wenige Menschen zu dieser Zeit.

Bis heute werden die Geschwister Scholl für diesen Mut geehrt: Kaum eine mittelgroße deutsche Stadt besitzt keine nach den Geschwistern Scholl benannte Schule, nach Hans und Sophie sind im ganzen Land Straßen und Plätze benannt. Der Geschwister-Scholl-Preis ist einer der bedeutendsten Literaturpreise der Bundesrepublik.

Doch wer war Sophie Scholl wirklich? Berlin-Korrespondent Jan Sternberg schreibt zum 100. Geburtstag über eine Frau, die heute wie eine Heilige verehrt wird, die aber auch Ecken und Kanten hatte.

„Die Brävste bin ich nicht, die Schönste will ich gar nicht sein, aber die Klügste bin ich immer noch“, soll sie gesagt haben, berichtet ihre Biografin Maren Gottschalk. „Auch das ist ein Zug von Sophie Scholl: Sie hält sich für besonders schlau und damals vielleicht auch für schlauer als ihre Geschwister. Ein paar Jahre später wird sie sich für ihre Arroganz schämen“, schreibt Gottschalk.

Anzeige

Rassismus – auch fast 80 Jahre nach Sophie Scholl ein Problem

Mehr als 78 Jahre ist Sophie Scholl nun schon tot, nachdem sie am 2. Februar 1943 von dem berüchtigten Richter Freisler zum Tode verurteilt wurde. Der Rassismus selbst ist dagegen noch nicht ausgestorben und in unserer Gesellschaft nach wie vor ein großes Problem.

Anzeige

Das zeigen auch die jüngsten Aussagen des Tübinger Oberbürgermeisters Boris Palmer (Grüne), der den ehemaligen Fußballspieler Dennis Aogo in einem Facebook-Beitrag verunglimpfte und sich seitdem (mal wieder) Rassismus­vorwürfen ausgesetzt sieht. Seine Partei hat davon nun endgültig genug. Am Samstag leiteten die Grünen in Baden-Württemberg ein Parteiausschluss­verfahren gegen Palmer ein. Eine Schlammschlacht, die Boris Palmer sich hätte ersparen könne, findet auch Berlin-Korrespondent Steven Geyer.

Der Tag Was heute wichtig ist. Lesen Sie den RND-Newsletter "Der Tag".

Zitat des Tages

Ich habe hier noch einmal deutlich gemacht, dass ich nicht glaube, dass die Freigabe von Patenten die Lösung ist, um mehr Menschen Impfstoff zur Verfügung zu stellen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel

Leseempfehlungen

Einige Länder haben bis heute nicht eine einzige Impfdosis erhalten. Über 100 Nationen haben sich daher für eine zeitweilige Aufhebung des Patentschutzes ausgesprochen, darunter nun auch die USA. Christian Lindmeier, Sprecher der WHO, betont im Gespräch mit dem Redaktions­Netzwerk Deutschland (RND), wie wichtig die globale Impfstoff­verteilung zur Bekämpfung der Pandemie ist – doch die Patente aufzuheben sei nicht allein die Lösung.

Anzeige

­Zeit ist wertvoll, und je älter wir werden, desto mehr lernen wir sie zu schätzen. Vor allem die Zeit mit unseren Liebsten, etwa der Mama. Auf einem Mutter-Tochter-Trip können Mutter und Tochter nicht nur viel Zeit miteinander verbringen, sondern sich auch noch einmal ganz neu kennenlernen und Erinnerungen fürs Leben schaffen. Warum eine solche gemeinsame Auszeit für Mütter und Töchter notwendig ist und die Bindung stärkt, erzählt der Reisereporter.

Aus unserem Netzwerk

Rettungskräfte werden zu einem Mehrfamilienhaus gerufen. Bewohner setzten den Notruf ab, nachdem sie schon seit Längerem ihren Nachbarn nicht mehr gesehen hatten. Die Einsatzkräfte können den älteren Herrn nur noch tot in seiner Wohnung auffinden. Doch wie sie mit der Situation umgehen, empfinden die betroffenen Hausbewohner als empathielos. Die ganze Geschichte lesen Sie bei den „Lübecker Nachrichten“.

Termine des Tages

SPD-Parteitag: Vier Monate vor der Bundestagswahl will die SPD auf einem Onlineparteitag an diesem Sonntag (11 Uhr) ihr Programm für die Bundestagswahl im Herbst beschließen. Zugleich hoffen die in Umfragen hinten liegenden Sozialdemokraten auf einen Schub für den Wahlkampf.

Der Programmentwurf des Vorstands stellt unter den Schlagworten „Zukunft“ und „Respekt“ eine Neuausrichtung der Wirtschaft hin zur Klimaneutralität und eine Stärkung des sozialen Miteinanders ins Zentrum. Kanzlerkandidat Olaf Scholz will mit einer Rede für Aufbruchsstimmung sorgen.

Anzeige

Sieg über den Faschismus: Mit einer großen Militärparade auf dem Roten Platz in Moskau feiert Russland am Sonntag (9 Uhr) den 76. Jahrestag des sowjetischen Sieges über das faschistische Deutschland im Zweiten Weltkrieg. Geplant ist auch eine Rede von Präsident Wladimir Putin. Alle 12.000 Teilnehmer – darunter Soldaten und Nationalgardisten – sind nach offiziellen Angaben gegen das Coronavirus geimpft. Gedacht wird an diesem Tag auch der etwa 27 Millionen Todesopfer, die die Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg zu beklagen hatte.

Wer heute wichtig wird

Heute ist Muttertag. Zeit für eine kleine oder große Aufmerksamkeit. Auch wenn längst klar sein dürfte, dass Mütter nicht nur an diesem Tag etwas Besonderes verdient haben. Schließlich macht ein kleines Geschenk oder ein Blumenstrauß erst dann so richtig Freude, wenn die Aufmerksamkeit überraschend kommt – und nicht nur an einem Tag, an dem ohnehin alle Welt daran erinnert wird. © Quelle: Robert Michael/dpa-Zentralbild/d

„Der Tag“ als Podcast

Die News zum Hören

Wir wünschen Ihnen einen guten Start in den Tag,

Ihr Markus Merz

Abonnieren Sie auch:

Hauptstadt-Radar: Der RND-Newsletter aus dem Regierungsviertel mit dem 360-Grad-Blick auf die Politik im Superwahljahr. Immer dienstags, donnerstags und samstags.

What’s up, America? Der wöchentliche USA-Newsletter liefert Hintergründe zu den Entwicklungen in Politik, Gesellschaft und Kultur – immer dienstags.

Die Pandemie und wir: Die wichtigsten Nachrichten der Woche, Erkenntnisse der Wissenschaft und Tipps für das Leben in der Krise – jeden Donnerstag.

Das Stream-Team: Die besten Serien- und Filmtipps für Netflix und Co. – jeden Monat neu.

Mit RND.de, dem mobilen Nachrichten­angebot des Redaktions­Netzwerks Deutschland, dem mehr als 60 regionale Medienhäuser als Partner angehören, halten wir Sie immer auf dem neuesten Stand, geben Orientierung und ordnen komplexe Sachverhalte ein – mit einem Korrespondenten­netzwerk in Deutschland und der Welt sowie Digitalexperten aller Bereiche.

Falls Sie Anregungen oder Kritik haben, melden Sie sich gern direkt bei unserem Chefredakteur Marco Fenske: marco.fenske@rnd.de.

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen