WHO-Mitglieder: Reaktion auf Corona wird untersucht

  • Vor allem die USA, aber auch andere Staaten haben Kritik am Vorgehen der WHO in der Corona-Krise geäußert.
  • Nun soll dies eingehend geprüft werden.
  • Einzelheiten sind aber noch unklar.
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Die Mitgliedsstaaten der Weltgesundheitsorganisation haben am Dienstag einstimmig einer “umfassenden Evaluierung” der internationalen Reaktion auf die Coronavirus-Pandemie zugestimmt. Eine entsprechende Resolution hatten europäische, afrikanische und andere Staaten eingebracht. Die WHO hatte auf der Weltgesundheitsversammlung in Genf zuvor bereits zugestimmt, ihre Reaktion auf die Pandemie durch eine unabhängige Untersuchung prüfen zu lassen.

Die WHO hatte am 30. Januar einen weltweiten Gesundheitsnotstand ausgerufen, die höchste Alarmstufe. In den Folgewochen warnte die Organisation vor einem enger werdenden Fenster, die weltweite Verbreitung des Virus zu stoppen. Zugleich bezeichneten WHO-Vertreter die Übertragung des Virus aber wiederholt als "begrenzt" und erklärten, es sei weniger leicht übertragbar als die Grippe. Inzwischen haben Experten erklärt, Sars-CoV-2 verbreite sich sogar schneller. Am 11. März erklärte die WHO die Krankheit zur Pandemie. Zu diesem Zeitpunkt waren weltweit bereits Tausende Menschen im Zusammenhang damit gestorben.

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Chronologie des Coronavirus
2:33 min
Der Beginn des verheerenden Coronavirus war vermutlich ein Tiermarkt in Wuhan/China. In nur wenigen Wochen erreichte das Virus auch Europa.  © RND
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Trump beschuldigte WHO immer wieder

Die USA haben die WHO für den Tod zahlreicher Menschen verantwortlich gemacht. Präsident Donald Trump hat die WHO wiederholt beschuldigt, China beim Vertuschen des Ausmaßes des Krankheitsausbruchs geholfen zu haben. Zugleich ordnete er einen Stopp der US-Zahlungen an die UN-Gesundheitsbehörde an und erklärte mehrfach, er habe Hinweise darauf, dass das Virus aus einem chinesischen Labor stamme. Wissenschaftler gehen dagegen davon aus, dass der Erreger wohl von Tieren auf den Menschen übergesprungen ist. Trump legte am Montag nach und drohte der WHO mit der dauerhaften Einstellung der US-Beiträge.

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In der nun gebilligten Resolution wird WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus aufgefordert, "zum frühest angemessenen Zeitpunkt" eine Evaluierung zu initiieren, mit der die gewonnenen Erfahrungen und dabei gezogene Lehren aus der von der WHO koordinierten Reaktion auf Covid-19 ausgewertet werden sollen. Wer diese Evaluierung wie und wann durchführt, blieb zunächst offen.

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WHO setzt auf gemeinsames Handeln
1:05 min
Die WHO-Mitglieder setzen in der Corona-Krise nach Kritik und Drohungen seitens der USA auf gemeinsames Handeln.  © Reuters

Die Resolution verwies auf die Rolle einer weitgehenden Immunisierung gegen Covid-19 als globales öffentliches Gut. Internationale Organisationen wurden aufgerufen, gemeinsam darauf hinzuarbeiten, sichere, effektive und erschwingliche Medikamente und Impfstoffe zu produzieren.

RND/AP

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