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WHO-Chefermittler: Erster Corona-Patient könnte sich doch in Wuhan-Labor infiziert haben

  • Der Ursprung des Coronavirus gehört zu den ungeklärten Fragen der Pandemie.
  • Dass sich der weltweit erste Patient in einem Wuhan-Labor in China infiziert haben könnte, hielt die WHO vor einigen Monaten noch für „extrem unwahrscheinlich“.
  • Nun äußert sich der Chefermittler des Untersuchungsteams deutlich anders.
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Berlin. Der Chefermittler der WHO zum Ursprung des Coronavirus hält es entgegen früherer Verlautbarungen für möglich, dass sich in einem der Wuhan-Labore doch der erste weltweite Corona-Patient durch eine Fledermaus infiziert haben könnte. Dem dänischen Sender TV2 sagte Peter Ben Embarek am Donnerstag: „Ein Mitarbeiter, der sich im Feld durch Probenahmen infiziert hat, fällt unter eine der wahrscheinlichen Hypothesen.”

„Im Feld“ heißt in dem Fall, während der Laborarbeit mit Fledermäusen. Vor wenigen Monaten hatte das Untersuchungsteam der WHO die These, dass der Ausbruch des Coronavirus mit der Fledermausforschung in den Laboren von Wuhan zusammenhängt, in einem Bericht noch als „extrem unwahrscheinlich” bezeichnet.

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Auf welchem Weg Sars-CoV-2 erstmals auf einen Menschen übertragen wurde, ist eine der großen ungeklärten Fragen der Corona-Pandemie. Im Wesentlichen werden zwei Theorien diskutiert: Als unwahrscheinlicher wird dabei das Szenario eines Laborunfalls gehandelt - in dem Sinne, dass das Virus durch einen menschlichen Fehler im Labor freigesetzt worden sein könnte. Wahrscheinlicher ist laut Experten und Expertinnen hingegen, dass das Virus von Fledermäusen über einen Zwischenwirt zum Menschen gelangt sein könnte, also durch eine sogenannte Zoonose.

Vor allem die USA und China streiten sich über den Ursprung der Pandemie. Die Untersuchung der WHO sollte diese offenen Fragen aufklären.

Keine direkten Beweise

WHO-Chefermittler Embarek betonte allerdings gegenüber dem dänischen Sender, dass das 13-köpfige Untersuchungsteam der WHO keine direkten Beweise für die These gefunden habe. Doch sei das Team auf einige Auffälligkeiten gestoßen. So sei etwa eines der Labore Anfang Dezember 2019 umgezogen, ganz in die Nähe des Wildtiermarktes in Wuhan, der in den ersten Dezemberwochen Epizentrum der Ausbreitung des Coronavirus war. So ein Umzug sei immer herausfordernd, da Viren- und Probensammlungen transportiert werden müssten. Es sei unbedingt nötig, noch mehr über die Geschehnisse in jenen Wochen in Erfahrung zu bringen, sagte Embarek weiter.

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Doch vonseiten Chinas sei viel Druck auf das WHO-Untersuchungsteam ausgeübt worden.

China lässt Laborinspektion nicht zu

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China stellte sich zuletzt auch vehement gegen Pläne der WHO einer Laborinspektion. China könne einen solchen Plan nicht akzeptieren, sagte Zeng Yixin, Vizeminister von Chinas Nationaler Gesundheitskommission, Ende Juli. Er sei überrascht gewesen, als er die neuen Pläne der WHO studierte. Der Fokus auf einen möglichen Laborausbruch zeuge von einer arroganten Haltung gegenüber der Wissenschaft.

Auf der Suche nach dem Ursprung des Coronavirus hatte die WHO Mitte Juli in einem Brief an die Mitgliedsländer eine neue ständige Arbeitsgruppe angekündigt. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus hatte zudem betont, dass neben der Untersuchung von Wildtieren und Tiermärkten im chinesischen Wuhan, wo das Virus Ende 2019 zum ersten Mal aufgetaucht war, auch die dortigen Labore inspiziert werden müssen.

China hatte die Reise des ersten WHO-Forscherteams monatelang verzögert. Obwohl die WHO die Untersuchungen fortsetzen will, macht Peking keine Anstalten, das in China zuzulassen. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, hatte die Position Chinas als „unverantwortlich und offen gesagt, gefährlich“ bezeichnet.

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Die USA werfen China seit Langem vor, transparente Analysen zu verhindern. Peking argwöhnt, dass die USA China Schuld an der Verbreitung des Virus geben wollen. Gleichzeitig wird in China die Theorie gestreut, dass das Virus auch aus einem Labor des US-Militärs entwichen sein könnte.

RND/cz/dpa

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