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Kino, Marketing, Plakate: Neue Werbeverbote fürs Rauchen fast am Ziel

  • In Fernsehen, Radio und Zeitungen ist Werbung für Tabakwaren schon länger verboten.
  • Nach jahrelanger Diskussion soll nun der nächste Schritt kommen.
  • Der Bundestag stimmt über ein Werbeverbot im Kino, auf Plakaten und bei Marketing-Aktionen ab - Ärzten reicht das aber noch nicht.
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Berlin. Nach jahrelangen Diskussionen soll die Werbung für gesundheitsschädliches Rauchen in Deutschland weiter eingeschränkt werden. Der Bundesrat stimmt am Freitag abschließend über ein vom Bundestag beschlossenes Verbot der Plakatwerbung ab.

Es soll ab 2022 schrittweise greifen und auch Elektro-Zigaretten ins Visier nehmen. Beschränkungen sind zudem für Kinowerbung und Marketingaktionen geplant. Mediziner fordern seit langem weitere Verbote, um vor allem junge Leute vor dem Einstieg ins Rauchen zu schützen. In der vorigen Wahlperiode war ein Anlauf dazu an Widerstand der Union gescheitert.

Studien belegen Wirkung von Werbung

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Mediziner fordern seit langem auch in Deutschland weitere Verbote, um junge Leute vor dem Rauchen zu schützen. In der vorigen Wahlperiode war ein Anlauf dazu an Widerstand der Union gescheitert. Der Bundestag beschloss dann aber im Juli einen Kompromiss von SPD und Union. Die zuständige Bundesministerin Julia Klöckner (CDU) sagte der Deutschen Presse-Agentur, weitreichende Werbebeschränkungen seien längst überfällig. „Gesundheitsschutz muss hier an erster Stelle stehen.“ Die Bundesdrogenbeauftragte Daniela Ludwig (CSU) reagierte erfreut, dass es „endlich“ geschafft sei. Sie verwies darauf, dass an Folgen von Tabakkonsum hierzulande 120.000 Menschen pro Jahr sterben.

Ärztepräsident Klaus Reinhardt sagte der dpa, viele Studien belegten, dass Werbung gerade bei Kindern und Jugendlichen die Attraktivität von Tabakprodukten erhöhe. „Auch für abhängige Raucher setzt Werbung ständig Schlüsselreize, die einen Ausstieg aus der Sucht erschweren.“ Es sei gut, dass endlich ein Verbot von Tabakaußenwerbung komme.

Konkret sollen Reklamemöglichkeiten gestaffelt unterbunden werden. Ab 2022 kommt ein Reklameverbot auf Plakatwänden - zuerst für herkömmliche Tabakprodukte. Ab 2023 soll es dann auch für Tabakerhitzer greifen, ab 2024 für E-Zigaretten. Dafür machte der Bundesrat den Weg am Freitag frei.

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Ab nächstem Jahr im Kino verboten

Schon ab 1. Januar 2021 tabu sein soll Kinowerbung fürs Rauchen, wenn Filme für unter 18-Jährige frei sind. Schluss sein soll dann auch mit dem Verteilen von Gratis-Proben außerhalb von Fachgeschäften etwa bei Musikfestivals und Tabakprodukten als Gewinne bei Preisausschreiben. Verboten ist Tabakwerbung etwa schon in Radio und Fernsehen, Zeitungen und Zeitschriften.

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Ärztepräsident Reinhardt forderte weitere Schritte zum Schutz von Kindern. „Dringend notwendig ist ein Rauchverbot in Autos, wenn Kinder und Jugendliche mit an Bord sind.“ In Fahrzeugen entspreche die Feinstaubbelastung durch Tabakrauch etwa der einer durchschnittlich verrauchten Bar. „Wenn Vernunft und Verantwortungsgefühl fehlen, sind sanktionsbewehrte Verbote unumgänglich“, sagte der Chef der Bundesärztekammer.

RND/dpa

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