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Wer steckt hinter Combat 18?

Sichergestellte Waffen und ein Schild der kriminellen Neonazi-Gruppe "Combat 18".

Sichergestellte Waffen und ein Schild der kriminellen Neonazi-Gruppe "Combat 18".

Berlin. Combat 18 gilt als bewaffneter Arm der seit dem Jahr 2000 in Deutschland verbotenen Organisation Blood and Honour. Die 1 und die 8 stehen für den ersten und den achten Buchstaben des Alphabets; es sind die Initialen Adolf Hitlers.

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Nach Angaben der Recherche-Plattform Exif von 2018 gehörten der Organisation damals mindestens 50 Mitglieder an. Andere Quellen sprechen heute von 20 bis 25 Mitgliedern.

Als Rädelsführer gilt Stanley R. aus Thüringen. Er soll sich von 2001 bis etwa 2019 im Raum Kassel aufgehalten haben und noch immer im nahe gelegenen Baunatal arbeiten. Es wird vermutet, dass R. den mutmaßlichen Lübcke-Mörder Stephan E. kennt.

Maximal 50 Mitglieder

Bezüge gibt es ferner zum Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) – unter anderem über Ralf Wohlleben, der im NSU-Prozess wegen Unterstützung des Terror-Trios Beate Zschäpe, Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos zu einer Haftstrafe von zehn Jahren verurteilt wurde, aber mit der Urteilsverkündung im Juli 2018 nach bis dahin verbüßten knapp sieben Jahren Haft frei kam.

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Wohlleben war Organisator von Rechtsrockkonzerten, an denen auch Bands aus dem Blood and Honour-Kontext teilnahmen. Nach seiner Haftentlassung wurde er in der Szene wie ein Held gefeiert.

Überhaupt ist die Organisation von Rechtsrockkonzerten eines der Hauptbetätigungsfelder beider Organisationen. Dazu zählte 2017 ein Konzert im thüringischen Themar mit 6000 Besuchern. Die Konzerte dienen der Mobilisierung und Vernetzung der Szene. Die dort erzielten Gewinne – in Themar vermutlich mehrere hunderttausend Euro – fließen teilweise in den Ausbau der Infrastruktur. Dabei geht es um den Kauf von Immobilien, aber auch von Waffen und die Ausbildung daran.

Kauf von Immobilien und Waffen

Mitglieder von Combat 18 wurden wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz verurteilt, nachdem sie 2017 bei der Rückkehr von einem Schießtraining in Tschechien unerlaubt Munition nach Deutschland gebracht hatten. Die Polizei fand bei den Durchsuchungen in Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Thüringen neben Mobiltelefonen, Laptops und NS-Devotionalien auch „waffen-rechtlich relevante“ Gegenstände und Propagandamittel.

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Der Präsident des Thüringer Landesamtes für Verfassungsschutz, Stephan Kramer, wurde am Donnerstag deutlich. Das Verbot der rechtsextremistischen Gruppe Combat 18 sei „ein wichtiges und richtiges Signal an die Szene, dass der Kampf gegen den Rechtsextremismus jetzt konsequent, sichtbar und spürbar geführt wird. Das macht deutlich: Wir meinen es ernst“, sagte er dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Kramer fuhr jedoch fort: „Das ist nur ein erster Schritt. Er darf nicht dazu führen, dass jetzt Ruhe einkehrt. Sondern es muss einen entsprechenden Verfolgungsdruck geben.“ Tatsächlich wird die von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) kurz zuvor verbotene Gruppe als gefährlich eingeschätzt.

Unterdessen beklagte der Parlamentarische Geschäftsführer der Linksfraktion, Jan Korte, das Verbot von Combat 18 komme „viel zu spät. Ein halbes Jahr nach der Verbotsankündigung findet man nur noch beim dümmsten Nazi belastendes Material.“ Der Bundesinnenminister müsse nun zumindest verhindern, dass Nachfolgeorganisationen entstünden.

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