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„Der Tag“

Wenn jeder Euro zählt

Ein Mann geht mit Tragetaschen durch die Fußgängerzone. Jedes Jahr am vierten Freitag im November reduzieren unzählige Händler und Onlineshops für mindestens 24 Stunden ihre Preise und überbieten sich gegenseitig mit Rabatten und Sonderangeboten.

Ein Mann geht mit Tragetaschen durch die Fußgängerzone. Jedes Jahr am vierten Freitag im November reduzieren unzählige Händler und Onlineshops für mindestens 24 Stunden ihre Preise und überbieten sich gegenseitig mit Rabatten und Sonderangeboten.

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

Hand aufs Herz: Wann haben Sie den Stepper, den es vergangenes Jahr am Black Friday so günstig gab, das letzte Mal zum Trainieren benutzt? War die Drohne, die jetzt im Keller Staub ansetzt, wirklich ihr Geld wert? Oder nimmt die High-End-Küchenmaschine, bei deren Kauf man immerhin 200 Euro gespart hat, nicht doch eher den eh schon knappen Platz auf der Küchenzeile weg?

An diesen Tagen wird in Deutschland wieder fleißig geshoppt. Die „Tradition“ des Black Fridays ist inzwischen aus den USA, wo man am Tag nach Thanksgiving den Start der Weihnachts­einkaufssaison „feiert“, auch hier voll angekommen. Nicht nur große Versandhäuser, sondern auch lokale Unternehmen beteiligen sich daran. Laut einer Umfrage des Digitalverbandes Bitkom wollen 64 Prozent der Befragten an den Rabatttagen auf Schnäppchenjagd gehen.

Die steigenden Kosten machen sich bemerkbar

Dabei geht es allerdings gar nicht nur um blinde Konsumlust. Tatsächlich, das legt zumindest die Umfrage nahe, macht sich auch hier der drastische Anstieg der Lebenshaltungs­kosten in Deutschland bemerkbar. Die Menschen überlegen demnach derzeit sorgfältiger, was sie wirklich brauchen, und achten vermehrt auf Sonderangebote.

Hilfreich ist es da, wenn man ein paar Tipps beherzigt, um Fehlkäufe zu vermeiden. Dazu gehört zum Beispiel, einen Überblick über das eigene Budget zu behalten: Wie viel Geld ist noch auf dem Konto? Besonders für junge Menschen, das hat meine Kollegin Johanna Apel diese Woche recherchiert, kann der Onlineeinkauf sonst schnell zur Schuldenfalle werden. Ein Grund dafür sei die Funktion „Buy now pay later“, die Bezahldienste wie Klarna oder Paypal anbieten. „Schulden machen wird immer einfacher“, warnt auch der Rechtsanwalt Thomas Henz.

„Uns hilft jeder zusätzliche Euro“

An vielen Menschen wird der Black Friday allerdings völlig vorübergehen. Denn allein schon die Frage, ob 200 statt 450 Euro für einen Staubsaugroboter nun ein lohnenswertes Schnäppchen sind, ist purer Luxus. Millionen Menschen in Deutschland haben ganz andere Sorgen. „Momentan ist meine Partnerin arbeitslos und bekommt 27 Euro Arbeitslosengeld im Monat, weil ich zu viel verdiene. Ich habe 1500 Euro netto im Monat. Doch die Miete kostet allein monatlich 700 Euro, dazu 200 Euro Nebenkosten und für den Krippenplatz unserer Tochter zahlen wir 192 Euro plus Essensgeld. Wie soll man da noch existieren?“, fragt sich zum Beispiel Oliver Jagieniak aus Gifhorn, der bis vor Kurzem Hartz-IV-Empfänger war (+).

An diesen existenziellen Sorgen wird auch das Bürgergeld, das an diesem Freitag endgültig beschlossen werden soll, wenig ändern. „Niemand soll denken, dass wir jetzt reich werden, aber uns hilft jeder zusätzliche Euro in der Haushaltskasse wirklich weiter“, sagt eine Betroffene dazu. Denn auch wenn die Regelsätze zum 1. Januar steigen werden – viele Nöte und Probleme des Systems bleiben. So arbeiten die Jobcenter bereits heute vielfach am Limit, weil sich die Vermittlerinnen und Vermittler um eine hohe Zahl an Fällen kümmern müssen, erklären Alisha Mendgen und Eva Quadbeck.

Der Tag

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Zitat des Tages

Aber ich hatte nicht mehr die Kraft, mich durchzusetzen, weil ja alle wussten: Die ist im Herbst weg.

Angela Merkel,

Ex-Kanzlerin, gesteht in einem Interview, dass sie im Sommer 2021 gern noch mal ein eigenständiges europäisches Ge­sprächsformat mit Putin herstellen wollte.

 

Leseempfehlungen

Billig tanken: Die Spritpreise kennen im Moment nur eine Richtung – nach unten. Das hat kurioserweise vor allem mit einer geplanten großzügigen Preisobergrenze für russisches Rohöl zu tun. Verstärkend wirken Mutmaßungen über eine globale Rezession und Daten über die Ausbreitung der Covid-Pandemie in China, analysiert Frank-Thomas Wenzel.

Vergeblich suchen: Frauenhäuser sollen ein Zufluchtsort für Frauen sein, die vor häuslicher und Partnerschaftsgewalt fliehen müssen. Doch viele Schutzhäuser sind überlaufen – mit schlimmen Folgen. Denn immerhin sind einer aktuellen Statistik zufolge 80,3 Prozent der Opfer von Partnerschaftsgewalt Frauen. Eine Betroffene berichtet RND-Autorin Gitta Schröder, welche Folgen das hat (+).

 

Aus unserem Netzwerk: kompliziertes Fanleben in Katar

Die Fußball-Weltmeisterschaft in Katar ist international umstritten. Vor Ort merkt man davon wenig, meint Torsten Reyher, der als deutscher Fan zum Turnier in der Wüste gereist ist. Er erzählt der „Ostsee-Zeitung“, was er in Katar erlebt (+).

 

Termine des Tages

Das Statistische Bundesamt veröffentlicht das Bruttoinlandsprodukt für das dritte Quartal.

Die EU-Innenminister und EU-Innenministerinnen treffen sich in Brüssel. Dabei soll über das Dauerstreitthema Migration gesprochen werden.

 

Der WM-Tag in Katar

Messi unter Druck: Argentinien muss nach Patzer gegen Saudi-Arabien liefern

Argentinien steht schon im zweiten WM-Gruppenspiel unter Druck. England will glänzen, die iranische Mannschaft weitere Zeichen setzen – der WM-Tag auf einen Blick.

+++ Verfolgen Sie alle Entwicklungen in unserem WM-Liveblog +++

 

Wer heute wichtig wird

Kabarettist, Autor, Schauspieler und Humor-Instanz Gerhard Polt (r.) vor gut zehn Jahren auf der Bühne mit den Biermösl Blosn. Heute wird er 80.

Auf diesen Termin haben wir gewartet: Heute beginnt in München das erste Humorsymposium unter anderen mit Bruno Jonas und Gerhard Polt (Foto). Veranstalter ist der „Zentralrat des deutschen Humors“, der künftig jedes Jahr im Herbst zusammenkommen will.

 

Der Podcast des Tages: Eine Halbzeit mit …

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Wir wünschen Ihnen einen guten Start in den Tag,

Ihre Anna Schughart

 

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