Wenn Donald Duck aus Entenhausen keinen Corona-Test macht

  • Die Bundeswehr unterstützt bei der Testung und Erfassung von Reisenden aus Corona-Risikogebieten.
  • Dabei hat sie erhebliche Probleme festgestellt.
  • Viele Rückkehrer liefen an Flughafentestzentren vorbei oder füllten Ausstiegskarten mit Fantasienamen aus.
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Berlin. Bei der Erfassung und Testung von Reisenden aus Risikoländern gibt es auch nach Angaben der Bundeswehr offenbar erhebliche Probleme. “Es ist noch nicht so glatt angelaufen”, sagte der Inspekteur der Streitkräfte, Martin Schelleis. “Das System ist noch nicht fertig.”

An Flughäfen gebe es “eine beachtliche Zahl von Menschen, die noch nicht erfasst werden, obwohl sie aus einem Risikogebiet kommen”.

Er habe bei einem Besuch am Frankfurter Flughafen beobachtet, dass die Reisenden auch an den Corona-Testzentren vorbeilaufen könnten. Es gebe zwar ein Schild, das auf das Testzentrum hinweise. Aber es sei “den Leuten freigestellt”, ob sie es aufsuchten.

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Unleserlich oder falsche Angaben

Probleme gebe es auch mit den Aussteigekarten von Flugreisenden. Sie enthielten oft falsche Angaben oder seien unleserlich, sagte Schelleis. “Nicht wenige Donald Ducks aus Entenhausen kommen zurück.”

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Kurz erklärt: Corona-Tests für Reiserückkehrer
0:59 min
Die Bundesregierung hat eine Testpflicht für Reisende angekündigt, die aus Corona-Risikogebieten nach Deutschland zurückkehren.  © RND

Die Übermittlung der Kontaktdaten an die Gesundheitsämter erfolge derzeit per Post. Aus Datenschutzgründen sei es derzeit offenbar nicht möglich, die Aussteigekarten einzuscannen und per Email zu verschicken. Faxe seien “im Datenstau hängen geblieben”.

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Die Ausstiegskarten sollen es Gesundheitsämtern ermöglichen, Passagiere zu warnen, wenn sich ein Mitreisender als coronainfiziert herausstellt.

Die Gesundheitsämter, die die Kontakte von Infizierten informieren sollen, seien überdies “erkennbar zu schmal” aufgestellt, um den immer weiter steigenden Anforderungen gerecht werden zu können.

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Rund 300 Bundeswehr-Soldaten unterstützen derzeit die Testung und Erfassung von Reiserückkehrern. Dies habe sich beim Corona-Einsatz der Bundeswehr zu einem neuen Schwerpunkt entwickelt, sagte Schelleis.

Zuletzt hatte es in Bayern erhebliche Probleme mit der Erfassung von Corona-Tests gegeben. Die Übermittlung von Testergebnissen hatte sich erheblich verzögert.

Auch der Bundesverband der Deutschen Industrie hatte Chaos bei den Test kritisiert.

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