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Weniger Todesurteile: Dieses Jahr richteten US-Henker 22 Menschen hin

  • US-Richter verhängen immer seltener die Todesstrafe.
  • Seit den 1990er Jahren sind Hinrichtungen um mehr als 75 Prozent und Todesurteile um mehr als 85 Prozent zurückgegangen.
  • Hauptursache des Rückgangs ist die Befürchtung, einen Unschuldigen hinzurichten.
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Washington. US-Richter verhängen immer seltener die Todesstrafe: Seit den 1990er Jahren seien Hinrichtungen um mehr als 75 Prozent und Todesurteile um mehr als 85 Prozent zurückgegangen, erklärte das nichtstaatliche Todesstrafen-Informationszentrum am Dienstag in Washington.

Laut dem "Jahresbericht Todesstrafe 2019" haben US-Henker im Jahr 2019 insgesamt 22 Menschen hingerichtet. 33 Straftäter wurden zum Tod verurteilt. 2018 lag die Zahl der Exekutionen bei 25 und die Zahl der Todesurteile bei 43.

Hauptursache des Rückgangs sei die Befürchtung, einen Unschuldigen hinzurichten, sagte der Direktor des Informationszentrums, Robert Dunham. 2019 seien zwei Todeshäftlinge Jahrzehnte nach ihren Prozessen als unschuldig freigelassen worden. Seit Wiedereinführung der Todesstrafe im Jahr 1973 sind laut Informationszentrum 166 zum Tode Verurteilte auf Grund erwiesener Unschuld entlassen worden.

2019 hat der Bundesstaat New Hampshire als 21. von 50 Staaten die Todesstrafe abgeschafft. Kalifornien hat ein Hinrichtungsmoratorium beschlossen. Nur in sieben Staaten sind 2019 Menschen hingerichtet worden, in Texas (9), Tennessee, Alabama und Georgia (jeweils 3), Florida (2) sowie South Dakota und Missouri (jeweils einer). Gegenwärtig warten mehr als 2.600 Verurteilte in Todeszellen auf ihre Hinrichtungen.

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Das Todesstrafen-Informationszentrum beklagte, dass die Hinrichtungen im Jahr 2019 vor Augen führten, dass Todesurteile nicht den schlimmsten Straftätern vorbehalten blieben. 18 der 22 Hingerichteten hätten zu Lebzeiten an psychischen Krankheiten gelitten, hätten in ihrer Kindheit schwere Traumata und Missbrauch erlebt oder hätten nur begrenzte intellektuelle Fähigkeiten gehabt.

Vier Hingerichtete seien zur Tatzeit noch nicht einmal 21 Jahre alt gewesen.

RND/epd/cle

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