Weltklimarat warnt: Kippt das Zwei-Grad-Ziel?

Ein Eisbär steht im Nordpolarmeer auf einer stark dezimierten Eisscholle. Laut einem Berichtsentwurf des Weltklimarates wird ein anvisierter maximaler Anstieg der Erderwärmung um zwei Grad kaum mehr zu erreichen sein (Symbolbild).

Ein Eisbär steht im Nordpolarmeer auf einer stark dezimierten Eisscholle. Laut einem Berichtsentwurf des Weltklimarates wird ein anvisierter maximaler Anstieg der Erderwärmung um zwei Grad kaum mehr zu erreichen sein (Symbolbild).

Laut einem Berichtsentwurf des Weltklimarates müsste der Höhepunkt des globalen Kohlenstoffdioxid-Ausstoßes noch vor 2025 erreicht werden, um eine Erderwärmung von mehr als zwei Grad Celsius zu verhindern.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Der vertrauliche Entwurf, aus dem WDR und „Tagesschau” zitieren, sollte erst im März erscheinen. Da eine Organisation namens „Scientist Rebellion” das Dokument aber bereits jetzt veröffentlicht hat, sorgen die Annahmen des Papiers ein gutes halbes Jahr vor der geplanten Veröffentlichung für Sprengstoff. Denn geht es nach den Autoren, wäre das 1,5-Grad-Ziel des Pariser Klimschutzabkommens nicht mehr zu erreichen.

„Scientist Rebellion” befürchte, dass der Berichtsteil in der späteren Schlussfassung durch die Politik verwässert werde. Die Organisation besteht nach eigener Aussage aus Wissenschaftlern, für die energisches Handeln gegen die globale Erwärmung keinerlei Aufschub mehr dulde.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Erfüllung des Pariser Klimaschutzabkommens kaum mehr möglich

Die Erfüllung des Pariser Klimaschutzabkommens sei kaum mehr möglich, schreiben die Autoren. Allein die derzeit in Planung stehenden fossilen Kraftwerke werden noch Emissionen von fast 850 Milliarden Tonnen Kohlenstoffdioxid ausstoßen – die Hälfte wäre nötig, um die avisierten 1,5 Grad Erderwärmung einzuhalten. Aber auch ein Ziel von zwei Grad Temperaturanstieg ließe nur 870 Milliarden Tonnen Kohlenstoffdioxid zu. Neue oder in Planung stehende Anlagen etwa in China und der Türkei seien in der Rechnung nicht mit inbegriffen.

Der „stärkste Emissionstreiber” sei nicht etwa die Zunahme der Weltbevölkerung, wie oft vermutet wird, sondern der immerwährende Anstieg des Bruttosozialproduktes in den entwickelten Staaten, zitiert die „Tagesschau” den Entwurf. Ganze 40 Prozent der Emissionen von Treibhausgasen gingen auf die Rechnung der reichsten 10 Prozent der Weltbevölkerung, während die ärmsten 10 Prozent lediglich 4 Prozent der Treibhausgase produzierten.

Insbesondere den Agrarsektor kritisieren die Autoren: „In den Szenarien, die die Erwärmung auf 1,5 und zwei Grad begrenzen, müssen Land- und Forstwirtschaft ihre Maßnahmen zur Emissionsminderung innerhalb dieses Jahrzehnts um das Fünffache und bis 2050 um das Zehnfache steigern.”

„Pflanzenbasierte Kost könnte bis zu 50 Prozent der Emissionen vermeiden“

Von großer Hilfe könnte dabei eine erhebliche Reduzierung des Fleischkonsums sein, schreiben die Autoren des Entwurfs: „Eine pflanzenbasierte Kost könnte bis zu 50 Prozent der Emissionen vermeiden, die heute mit der sogenannten westlichen Ernährung verbunden sind.“

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Weitere problematische Industrien, die zum starken Anstieg der Erderwärmung beitragen, seien die Luftfahrt, die Baubranche sowie der Verkehr auf den Straßen.

Die Autoren des Entwurfs appellieren an ihre Leser und rechnen vor, dass nur 10 bis 30 Prozent der Bevölkerung mitmachen müssten: „Dann entwickeln sich neue gesellschaftliche Normen.“ Besonders für Menschen mit „hohem sozioökonomischen Status“ sei Verzicht zum Schutz des Klimas möglich.

RND/sic

Mehr aus Politik

 
 
 
 
 
Anzeige
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Top Themen

Krieg in der Ukraine
 

Letzte Meldungen