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Weltklimagipfel: Merkel wirbt für globale CO2-Bepreisung - Südafrika bald Energiepartner

Die geschäftsführende Bundeskanzlerin Angela Merkel hat auf der Weltklimakonferenz für die globale CO2-Bepreisung geworben und eine Energiepartnerschaft mit Südafrika angekündigt.

Die geschäftsführende Bundeskanzlerin Angela Merkel hat auf der Weltklimakonferenz für die globale CO2-Bepreisung geworben und eine Energiepartnerschaft mit Südafrika angekündigt.

Berlin. Die geschäftsführende Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat auf der Weltklimakonferenz für den CO2-Preis als Instrument für einen effektiven globalen Klimaschutz geworben. „Die Europäische Union hat ein solches Bepreisungssystem bereits für den Industriesektor. Andere, zum Beispiel China, führen das jetzt ein“, sagte Merkel zu dem System, auf den Ausstoß von klimaschädlichem Kohlenstoffdioxid einen Preis zu erheben und dadurch Anreize zu schaffen, in saubere Energien zu investieren.

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COP26: Eindringliche Aufrufe zu mehr Klimaschutz

Bei der Weltklimakonferenz haben führende Politiker eindringlich einen großen Einsatz im Kampf gegen den Klimawandel gefordert. Auch Greta Thunberg war vor Ort.

Ihr liege „sehr daran, dass wir hierüber weiter sprechen und dazu auch Entscheidungen treffen“, sagte die Kanzlerin mit Blick auf die anstehenden Verhandlungen auf der UN-Konferenz im schottischen Glasgow. Die CO2-Bepreisung sei ein zentrales Instrument, um privates Kapital für den Klimaschutz zu mobilisieren. „Sobald CO2 einen Preis hat, können auch private Kapitalgeber wissen, in welche Richtung sie technologisch investieren“, sagte sie. Es sei wichtig, im Kampf gegen die Erderwärmung nicht nur Steuergelder einzusetzen, sondern auch Instrumente, die „wirtschaftlich vernünftig“ seien. „Und das ist für mich die CO2-Bepreisung.“

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Insgesamt sei für die Einhaltung der globalen Klimaziele ein großer Investitionsbedarf nötig, erklärte Merkel. Dabei verwies sie auf eine Schätzung des früheren UN-Generalsekretärs Ban Ki Moon, wonach der globale Klimaschutz einen jährlichen Finanzierungsbedarf von 800 Milliarden US-Dollar in Anspruch nehmen werde.

Energiepartnerschaft mit Südafrika zum Kohleausstieg

Um den globalen Ausstieg aus der Kohleverstromung voranzutreiben, will Deutschland zudem eine neue Energie-Partnerschaft mit Südafrika eingehen, so Merkel bei ihrer Ansprache auf der Weltklimakonferenz. Diese Kooperation sei ein wichtiges „Pilotprojekt für viele afrikanische Länder“, sagte Merkel weiter. Details dazu nannte sie zunächst nicht.

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Daneben hob die scheidende Kanzlerin auch die deutsche Zusammenarbeit mit Kolumbien, Norwegen und dem Vereinigten Königreich zum Schutz von Wäldern hervor. Insgesamt müsse es mehr globale Kooperationen beim Klimaschutz geben, betonte Merkel.

Merkel zum Klimaschutz: „Wir sind nicht da, wo wir hin müssen“

Es sei notwendig, dass alle Staaten aus der Nutzung von Kohle aussteigen, um die Erderhitzung nicht weiter anzufachen. Die G20-Staaten hätten bei ihrem Gipfel am Wochenende ein wichtiges Zeichen gesetzt, indem sie sich darauf verständigt hätten, aus der internationalen Finanzierung von Kohlekraftwerken auszusteigen.

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Insgesamt müsse beim globalen Klimaschutz noch viel geschehen. „Wir sind nicht da, wo wir hin müssen“, erklärte die scheidende Kanzlerin, für die es in dieser Funktion die letzte Weltklimakonferenz und wohl der letzte große internationale Auftritt gewesen sein wird.

Deutschland will ärmere Länder unterstützen

Merkel äußerte sich aber zuversichtlich, dass es noch möglich sei, die verheerenden Folgen der globalen Erderwärmung abzumildern. „Dass die Auswirkungen des Klimawandels verheerend sind, wissen wir. Und wir müssen - und ich sage auch: wir können - das Pariser Abkommen umsetzen“, sagte Merkel.

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Die Industrieländer trügen dabei eine besondere Verantwortung. Für ihre Glaubwürdigkeit sei auch die Finanzierung der Unterstützung für ärmere Staaten entscheidend. „Wir müssen zugeben, dass wir die 100 Milliarden US-Dollar Finanzierung erst 2023 erreichen“, sagte die noch amtierende Kanzlerin mit Blick auf das ursprüngliche Ziel der Industriestaaten, bereits bis 2020 jährlich 100 Milliarden US-Dollar ärmeren Staaten zur Verfügung zu stellen. Dieses Ziel werde zwar später erreicht, aber die zugesagten Mittel würden gezahlt, versicherte Merkel. Deutschland werde hier „einen beträchtlichen Beitrag“ leisten.

RND/dpa

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