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Weltklimakonferenz: Merkel mit Ergebnissen zufrieden – Von der Leyen enttäuscht

  • Bei der Weltklimakonferenz haben sich die Staaten erst nach langem Ringen auf eine Abschlusserklärung geeinigt.
  • Allerdings würden die bisherigen Klimazusagen Expertenschätzungen zufolge den globalen Temperaturanstieg nur auf etwa 2,4 Grad Celsius begrenzen.
  • Angela Merkel zeigt sich mit den Ergebnissen dennoch zufrieden – es gebe einen Konsens.
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Berlin. Die scheidende Bundeskanzlerin Angela Merkel ist mit den Ergebnissen der Weltklimakonferenz nach Angaben ihres Regierungssprechers zufrieden. In der Abschlusserklärung von Glasgow werde eine klare Richtung aufgezeigt und das Ende fossiler Energieträger eingeleitet, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. „Das ist eine riesige, weltweite Herausforderung.“

Es gebe dazu aber jetzt einen Konsens von fast 200 Staaten. Es gebe damit international ein starkes Signal, dass der Kohleausstieg vorgezeichnet sei. „Dieser Weg ist unumkehrbar.“ Nun werde es darum gehen, ob und wie Zusagen wirksam umgesetzt werden könnten. „Das Entscheidende wird die Umsetzung sein.“

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Kritik an Ergebnissen der Weltklimakonferenz

Bei der Weltklimakonferenz in Glasgow hatten sich die Staaten nach langem Ringen am Samstagabend auf eine Abschlusserklärung verständigt, nach der die Erderwärmung auf maximal 1,5 Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit begrenzt werden soll. Erstmals wurde die Kohleverstromung explizit ins Visier genommen, wenn auch die Formulierung vor allem auf Drängen Indiens und Chinas abgeschwächt wurde.

Allerdings würden die bisherigen Klimazusagen der Staaten Expertenschätzungen zufolge den globalen Temperaturanstieg nur auf etwa 2,4 Grad Celsius begrenzen. Deswegen stießen die Ergebnisse auf viel Kritik – vor allem von Umweltverbänden und Entwicklungsländern, die besonders stark unter dem Klimawandel erreichen.

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„Schönreden will ich hier gar nichts“, sagte ein Sprecher des Bundesumweltministeriums. Noch klarere Aussagen zum Kohleausstieg wären wünschenswert gewesen. Aber es gebe die begründete Hoffnung, dass China als größter Emittent von Treibhausgasen nächstes Jahr ein erhöhtes Klimaschutzengagement zeigen werde.

Von der Leyen: COP-Ergebnis bleibt „unter den Erwartungen“

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Die Ergebnisse der Weltklimakonferenz sind nach Ansicht von EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen „unter den Erwartungen geblieben“. Sie seien „gerade mal ein Zwischenschritt, um die Weltgemeinschaft auf dem Weg zum 1,5-Grad-Ziel an Bord zu halten“, sagte die deutsche Politikerin am Montag beim Wirtschaftsgipfel der „Süddeutschen Zeitung“. Sie sprach von „Licht und Schatten“.

„Zu den Enttäuschungen zählt, dass der Kohleausstieg nur zu einem Kohleabbau verwässert worden ist, und zwar das in allerletzter Minute“, sagte von der Leyen. Zudem gebe es „zu wenig klare Verpflichtungen, Ziele und Schritte von der Weltgemeinschaft“. Auch würden ärmere Länder von den Industriestaaten weiterhin nicht ausreichend finanziell unterstützt. Positiv sei unter anderem, dass der Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase weltweit noch in diesem Jahrzehnt um 45 Prozent reduziert werden solle.

„Diese Dekade entscheidet darüber, ob wir nur noch Getriebene des Klimawandels sind oder ob wir noch das Heft des Handelns in der Hand behalten“, sagte von der Leyen.

RND/Reuters/dpa

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