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Hoffnungsvolle Politiker, enttäuschte Aktivisten: Die durchwachsene Bilanz der Klimakonferenz

  • Die Weltklimakonferenz in Glasgow ist zu Ende.
  • Auf dem Papier wurden wichtige Einigungen erzielt.
  • Ob man das „1,5-Grad-Ziel“ noch erreichen kann, wird sich jedoch erst in den nächsten Monaten zeigen.
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Glasgow. Es ist spät geworden an diesem Samstagabend – doch das Abkommen zur COP26, es steht endlich. Ein letztes Mal können sich die beteiligten Länder im großen Plenarsaal des „Scottish Event Campus“ äußern. Und so ergreift Juan Carlos Monterrey Gomez, mit seinen nur 29 Jahren einer der jüngsten Delegierten, für sein Heimatland Panama noch einmal das Wort: „Es ist kein Geheimnis, dass wir mit vielen Details des Vertrages nicht glücklich sind“, sagt er und ergänzt: „Die Vereinbarung ist kein perfekter Schritt, aber sie ist ein Schritt in die richtige Richtung.“

Diesem Urteil stimmen viele Beobachter der COP26 zu, die nach 13 Tagen und zuletzt zähen Verhandlungen am Wochenende endete. Am Ende unterzeichneten alle 197 Staaten einen gemeinsamen Beschluss, der unter anderem den Weg zum Ausstieg aus der Kohle ebnet. Außerdem wurden die Ziele des Pariser Abkommens in ein verbindliches Regelwerk gegossen. In der ersten Woche einigte man sich darüber hinaus darauf, dass bis zum Jahr 2030 die Abholzung der Wälder gestoppt werden soll. Mehr als 100 Länder versprachen weniger Methan-Emissionen.

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„Diese Konferenz hat gezeigt, dass die Welt ein gemeinsames Ziel verfolgt“, kommentierte die Bundesumweltministerin Svenja Schulze. Der britische Präsident des Gipfels Alok Sharma sagte: „Wir können jetzt mit Überzeugung sagen, dass wir das ‚1,5-Grad-Ziel‘ am Leben erhalten haben. Aber sein Puls ist schwach und es kann nur weiter existieren, wenn wir unsere Versprechen halten und unsere Verpflichtungen in schnelles Handeln umsetzen.“

„Insgesamt ist das ein guter Deal“, kommentierte Alexandra Scott von E3G, einem Think Tank mit dem Schwerpunkt Klimaschutz, gestern gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

„Phase-down“: China und Indien sorgen für schwächere Formulierung bei Kohle-Deal

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Für einen wegweisenden Kompromiss halten viele Expertinnen und Experten insbesondere die Vereinbarungen zu einem gemeinsamen Kohleausstieg. Auch wenn man hier in letzter Minute Abstriche machen musste. Denn während zunächst noch von „phase-out“, einem langsamen Ausstieg aus der Nutzung von Kohle als Brennstoff die Rede war, änderte man die Formulierung zu „phase-down“, was einer Reduzierung gleichkommt.

Gefordert hatten dies unter anderem Indien und China. „Ich hätte mir die Aussagen eindeutiger gewünscht“, sagte die Bundesumweltministerin Schulze. Jennifer Morgan von Greenpeace International kommentierte: „Das ist zu sanft“, zu „schwach“. Aber es sei ein Signal gesendet worden, dass die Ära der Kohle zu Ende geht. „Und das ist wichtig.“

Enttäuscht von den Beschlüssen der COP zeigten sich besonders vom Klimawandel betroffene Länder, Inselstaaten beispielsweise. Sie erhofften sich mehr finanzielle Unterstützung durch reichere Staaten zur Anpassung an nicht mehr vermeidbare Folgen. Laut Angaben der Hilfsorganisation „Christian Aid“ geben afrikanische Staaten hierfür schon jetzt jährlich bis zu 10 Prozent ihres Bruttoinlandsproduktes aus. Zwar sollen die Hilfen bis 2025 verdoppelt werden. Das entspräche dann einem Betrag von etwa 40 Milliarden Dollar jährlich, knapp 34 Milliarden Euro.

„Das reicht aber lange nicht aus, um die Kosten zu decken“, betont Alexandra Scott von E3G gegenüber dem RND. Sie hätte sich insbesondere von Deutschland und der EU in diesem Bereich mehr Initiative und Engagement erhofft, vor allem wenn es um finanzielle Unterstützung bei „Loss and Damage“, Verlust und Schaden, geht.

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„Die Industrieländer haben es nicht nur versäumt, den ärmeren Ländern die lange versprochenen 100 Milliarden Dollar an Klimafinanzierung bereitzustellen, sondern sie haben auch die Dringlichkeit nicht erkannt“, sagte Mohamed Adow von dem Think Tank „Power Shift Africa“. Nun muss darüber in einem Jahr bei der nächsten Weltklimakonferenz in Ägypten erneut verhandelt werden.

Von Meilensteinen bis Enttäuschung: Unterschiedliche Reaktionen auf Ergebnisse

Als „Meilenstein“ bezeichnete das Bundesumweltministerium den Abschluss des Regelbuchs zur Umsetzung des Pariser Abkommens. Geregelt wurde etwa, dass künftige Klimaziele alle fünf Jahre vorgelegt werden und nach einheitlichen Standards berichtet wird. Das bedeutet beispielsweise, dass die Länder 2024 die Klimaschutzbehörde darüber informieren müssen, welche konkreten Fortschritte sie gemacht haben.

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Auch beim „Artikel 6″, der regelt, wie künftig Emissionsminderungen zwischen Staaten gehandelt werden können, konnte man sich einigen. „Die Länder haben nun ein klares Mandat, zusammenzuarbeiten, um Emissionen über Kohlenstoffmärkte zu reduzieren“, sagte John Verdieck von der Naturschutzorganisation „The Nature Conservancy“ am Wochenende.

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Luisa Neubauer fordert klare Haltung von Scholz beim Klimaschutz: „Was hält ihn auf?“
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Der 26. Klimagipfel neigt sich dem Ende. In Deutschland sind nun vor allem die Ampel­verhandler gefragt, das Gesagte umzusetzen, fordert Luisa Neubauer.  © RND

Vielen Aktivistinnen und Aktivisten gehen die bei der COP26 gemachten Versprechungen jedoch längst nicht weit genug: „Selbst wenn die Staats- und Regierungschefs an den Versprechen festhalten, würde dies die Zerstörung meiner Heimat nicht verhindern. Schon jetzt sterben die Menschen in Uganda durch Dürren und Überschwemmungen“, sagte Vanessa Nakate, von „Fridays for Future“ (FFF).

Auch Luisa Neubauer, deutsche FFF-Unterstützerin, ist nicht zufrieden: „Die Staatschefs haben nicht das geliefert, was wir verlangen.“ Laurence Tubiana von der „European Climate Foundation“ betont, dass sich „erst in in den nächsten 18 Monaten zeigen wird, ob die Länder die nötigen Maßnahmen ergreifen, um das ‚1,5-Grad-Ziel‘ einzuhalten“. Aktuell steuert die Welt auf eine Erhöhung der Temperatur zwischen 2,4 und 2,7 Grad bis zum Ende dieses Jahrhunderts zu

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