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  • Weltkaffeetag: Entwicklungsminister Müller will fairen Kaffee von Kaffeesteuer befreien

Müller: Neue Regierung muss Steuer auf fairen Kaffee abschaffen

  • Entwicklungsminister Gerd Müller von der CSU fordert aus Anlass des Weltkaffeetags eine neue Bundesregierung auf, fair angebaute Produkte von der Kaffeesteuer zu befreien.
  • Er beklagt, dass der Absatz von fairem Kaffee seit Jahren stagniert.
  • Und er erinnert SPD-Kanzlerkandidat Scholz daran, dass er diese Forderung einst selbst erhoben hat.
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Berlin. Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) hat eine neue Regierungskoalition aufgefordert, fair angebauten und verarbeiteten Kaffee von der Kaffeesteuer zu befreien. „Die neue Regierung muss endlich handeln und die Kaffeesteuer für fairen Kaffee aussetzen. Das hatte Olaf Scholz als Bürgermeister von Hamburg selbst gefordert und als Finanzminister nicht umgesetzt“, sagte Müller dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) aus Anlass des Weltkaffeetags am Freitag.

„Für die Verbraucher würde fairer Kaffee dann in etwa so günstig wie herkömmlicher Kaffee“, argumentierte der Minister. „Das wäre eine wirksame Maßnahme gegen Kinderarbeit, denn die Eltern auf den Kaffeeplantagen bekämen endlich anständige Einkommen für ihre harte Arbeit“, fügte er hinzu.

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Müller: Anteil an fairem Kaffee stagniert

Die meisten Bauern in den Kaffeeplantagen lebten in Armut und hungerten, sagte Müller. Fairer Kaffee könne das ändern, doch dessen Anteil stagniere seit Jahren, so der CSU-Politiker. Gerade einmal 6 Prozent seien fair gehandelt, beklagte er. Deutschland sei außerdem eines der wenigen Länder, die überhaupt eine Kaffeesteuer erhöben. „Der Preisdruck bei den Einzelhändlern wird so noch stärker an die Bauern weitergegeben“, kritisierte der CSU-Politiker.

Müller sagte, Deutschland sei größter Exporteur von Kaffee in der Welt. Der Rohkaffee werde hierzulande geröstet und komme dann für 4 bis 6 Euro pro Päckchen in die Läden. „Für die Kaffeebohnen erhalten die Bauern aber gerade einmal 25 Cent. Ich habe das selbst auf den Plantagen in Ostafrika gesehen“, so der Minister, der nicht wieder für den Bundestag kandidiert hat und im Januar seinen neuen Posten als Chef der UN-Organisation für industrielle Entwicklung antritt.

Die Kaffeesteuer beträgt 2,19 Euro pro Kilo. Würde die Kaffeesteuer für fairen Kaffee abgeschafft, könnte nach Angaben des Entwicklungsministeriums ein 500-Gramm-Päckchen fair gehandelter Kaffee, das derzeit etwa 7 Euro kostet, für 1,10 Euro weniger angeboten werden.

„Bund, Länder und Kommunen sollten bis dahin selbst vorangehen: In jedem Rathaus, in jeder Amtsstube, in jeder Kantine sollte nur noch fairer Kaffee beschafft und getrunken werden“, forderte der scheidende Minister.

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