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Welthungerhilfe warnt: „Hunger ist wieder auf dem Vormarsch“

  • Die Welthungerhilfe stellt am Donnerstag ihren neuen Hungerindex vor.
  • Aktuell hungern weltweit rund 811 Millionen Menschen – 41 Millionen stehen kurz vor einer Hungersnot.
  • Gründe hierfür seien laut der Organisation unter anderem Kriege, Flucht, der Klimawandel und die Corona-Pandemie.
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Berlin. Vor der Veröffentlichung des neuen Welthungerindex 2021 hat die Welthungerhilfe einen Anstieg von Hungersnöten bemängelt. Die Organisation fordert die Politik auf, die mit Nahrungsknappheit zusammenhängenden Krisen zu bekämpfen.

„Die Welthungerhilfe fordert politische Initiativen, um die Konflikte weltweit einzudämmen, finanzielle Anstrengungen, um den akuten Hungersnöten zu begegnen“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Hilfsorganisation, Mathias Mogge, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Zudem seien verbindliche Vereinbarungen auf der UN-Klimakonferenz in Glasgow Ende Oktober zur Bekämpfung des Klimawandels nötig.

811 Millionen Menschen hungern weltweit

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Am Donnerstag stellt die Hilfsorganisation ihren Welthungerindex 2021 vor. Darin wird die Entwicklung der weltweiten Nahrungsmittelknappheit festgehalten und die Länder aufgezählt, in denen aktuell der größte Handlungsbedarf herrscht.

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Zahl der Hungernden auf der Welt steigt stärker an
1:22 min
Kriege, Dürren, Plagen und die Corona-Pandemie begünstigen Elend, Hunger, Armut und grassierende Krankheiten in der Welt. Expertinnen und Experten warnen vor dem Wachstum.  © Reuters

Mogge sagte: „Wir sind dramatisch vom Kurs Zero Hunger bis 2030 abgekommen, denn der Hunger ist wieder auf dem Vormarsch.“ Aktuell hungerten rund 811 Millionen Menschen weltweit und 41 Millionen ständen kurz vor einer Hungersnot. „Der aktuelle Welthungerindex zeigt, dass 47 Länder noch nicht einmal ein niedriges Hungerniveau bis 2030 erreichen werden“, fügte er hinzu.

Lebensmittelknappheit und Flucht hängen eng zusammen

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Die Ernährungslage würde sich durch viele verschiedene Krisen verschlechtern. „Kriege und Konflikte, der Klimawandel sowie die Folgen der Corona-Pandemie“, zählte Mogge gegenüber dem RND auf. „Gewaltsame Konflikte haben in den letzten Jahren wieder zugenommen. Sie sind einer der größten Hungertreiber. Wo Krieg herrscht, werden Ernten, Felder sowie Infrastruktur zerstört und fliehen Menschen aus ihren Dörfern.“

Laut UN-Flüchtlingshilfe hängen Lebensmittelknappheit und Flucht eng miteinander zusammen. So sind Nahrungskrisen nicht nur ein Fluchtgrund für Menschen im globalen Süden, sondern oftmals auch Auslöser von Konflikten. Mehrere Länder in Afrika sind von Hungersnöten betroffen, darunter Madagaskar, Äthiopien und Jemen. Im Welthungerindex des vergangenen Jahres wurde die Hungersituation in mehr als zehn Ländern, darunter Burundi, Somalia und Syrien, als „sehr ernst“ eingestuft.

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