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Welt-Sepsis-Tag: In Deutschland endet pro Jahr jede dritte Blutvergiftung tödlich

  • An diesem Sonntag ist der Welt-Sepsis-Tag.
  • In Deutschland ist die Todesfallrate bei einer Blutvergiftung höher als in anderen Industriestaaten.
  • Die Linke fordert Bundes­gesundheits­minister Jens Spahn (CDU) zum Handeln auf.
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Berlin. In Deutschland sterben jährlich fast 95.000 Menschen an einer Sepsis. Bei aktuell rund 300.000 Fällen pro Jahr endet damit fast jede dritte Blutvergiftung tödlich. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Linken-Bundestagsfraktion aus Anlass des Welt-Sepsis-Tages am 13. September hervor. Sie liegt dem Redaktions­Netzwerk Deutschland (RND) vor.

Ohne aktuelle Zahlen zu nennen, räumt die Regierung darin ein, dass die Sterblichkeit bei Sepsis in Deutschland höher liegt als in anderen Industriestaaten. 2017 hatte ein Bündnis aus Betroffenen, Fachgesellschaften und Experten angegeben, dass die Todesfallrate in Deutschland um 10 bis 20 Prozent über der in den USA, Großbritannien oder Australien liegt.

Bei einer Sepsis handelt es sich um eine Infektion, die durch Bakterien, Viren, Pilze und andere Mikroorganismen hervorgerufen wird. Diese gelangen über äußere Verletzungen, aber auch durch eine Lungen- oder Zahnentzündung in die Lymphbahnen und ins Blut. Bei einer schweren Sepsis kommt es zu einer Überreaktion des Immunsystems, wodurch lebenswichtige Organe versagen können.

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Kein nationaler Aktionsplan

Auf die Fragen der Linken-Fraktion nach Maßnahmen zur Bekämpfung der Sepsis verweist das Gesundheits­ministerium auf ein Hygiene­förder­programm für Kliniken, die deutsche Strategie zur Reduzierung von Antibiotika­resistenzen und Kampagnen zur Steigerung der Impfquote. Die Initiierung eines nationalen Aktionsplans Sepsis hält die Regierung hingegen nicht für nötig. Dasselbe gilt auch für die Einrichtung einer entsprechenden Expertengruppe beim Robert-Koch-Institut (RKI). Das hatten die Gesundheitsminister der Bundesländer 2018 gefordert.

Die Linken-Gesundheitspolitikerin Pia Zimmermann kritisierte das Verhalten von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) scharf. “Die Weigerung des Ministeriums, erste einfache Schritte zur Senkung der Sepsissterblichkeit einzuleiten, ist nicht nachzuvollziehen”, sagte sie dem RND. Andere Länder wie Australien, die USA und England seien hier weiter. “Fest steht: Herr Spahn bricht seine im Amtseid eingegangene Verpflichtung, Schaden von der Bevölkerung abzuwenden”, so der Vorwurf der Linken-Politikerin.

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