Welcher Impfstoff passt zu Ihnen?

  • Zur Bekämpfung der Pandemie war den Deutschen lange jedes Mittel recht.
  • Das hat sich mit der Debatte um das Vakzin von Astrazeneca geändert.
  • Der Stoff droht zum Restposten zu werden. Russland hat derweil ein ganz ähnliches Problem.
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Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

mal ehrlich, haben Sie sich auch schon gefragt, welcher Impfstoff Ihnen persönlich der liebste wäre? Sind Sie eher der mRNA-Typ und setzen auf eine Dosis von Biontech/Pfizer oder Moderna? Warten Sie lieber noch ein bisschen auf die europäische Zulassung der Vakzine von Johnson & Johnson oder Curevac? Oder sind Sie so wagemutig und vertrauen noch auf das Mittel von Astrazeneca?

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach zumindest tut es – und gehört somit zum Team vektorbasierter Mittel. Der Arzt und Bundestags­abgeordnete arbeitet ab der kommenden Woche in einem Leverkusener Impfzentrum und wird wie alle Mitarbeiter dort vor dem Einsatz des in Großbritannien entwickelten Mittels geimpft.

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Ehrlicherweise ist die Debatte um einen bevorzugten Impfstoff angesichts der begrenzten Verfügbarkeit und der durch die Empfehlung der Ständigen Impfkommission geregelten Reihenfolge innerhalb der Bevölkerung aber absolut überflüssig. Und selbstverständlich hat auch Lauterbach beim Hersteller des Vakzins keine Wahl. Angesichts des wachsenden Misstrauens gegenüber dem Impfstoff von Astrazeneca und bundesweit Tausender liegen gebliebener Dosen sehen sich Wissenschaftler, Politiker und Experten aber zurzeit in der Pflicht, für das Vakzin zu werben. „Wir wollen ein klares Bekenntnis zu Astrazeneca abgeben, das ist ein sicherer und guter Impfstoff“, sagte Lauterbach dem „Tagesspiegel“. „Nein, für Kinder gibt es derzeit weder eine Zulassung noch eine Stiko-Empfehlung. Ich hingegen würde ohne zu zögern den Astrazeneca-Impfstoff nehmen“, twitterte die Wissenschafts­journalistin Mai Thi Nguyen-Kim.

Dass sich viele Menschen bei einem bestimmten Hersteller sicherer fühlen, hat jedoch oftmals weniger mit wissenschaftlicher Evidenz auf breiter Datenbasis zu tun, sondern mit Halbwahrheiten, Berichten über Nebenwirkungen und Falschmeldungen. RND-Wissenschafts­redakteurin Saskia Bücker beschreibt in ihrem Kommentar zur erhitzten Debatte, warum es gefährlich ist, die knappen Impfstoff­ressourcen jetzt nicht zu nutzen – und dass die Deutschen ein Luxusproblem haben. Sie erklärt aber auch, auf welcher mangelhaften Erkenntnislage das Misstrauen entstanden ist und dass es in Bezug auf das Mittel bisher eigentlich keinen Grund zur Sorge gibt. Das Vakzin wirkt – und könnte damit den Weg aus der nicht enden wollenden Serie an Lockdowns ebnen.

Ähnliches gilt übrigens auch für das Vakzin mit dem heroischen Namen Sputnik V (sprich: Vau, denn der Buchstabe steht als Abkürzung für das Wort Vakzin): Als die Welt noch forschte und testete, feierte der Kreml bereits den Impfstart mit diesem Stoff. Erst als Propaganda belächelt, bescheinigen unabhängige Experten dem russischen Serum nun eine gute Wirksamkeit. Doch selbst im eigenen Land bleiben Zweifel, schreibt unser Russland-Korrespondent Paul Katzenberger.

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Zitat des Tages

Das war’s.

Tennisspielerin Serena Williams beendete mit diesen Worten am Donnerstag unter Tränen eine Pressekonferenz und ging. Zuvor hatte sie gegen die Japanerin Naomi Osaka im Halbfinale der Australian Open verloren.
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Leseempfehlungen

Kunden fragen – Kunden antworten: Das Prinzip klingt erst mal sinnvoll. Doch warum bloß antworten bei Amazon so viele Menschen, die absolut keine Ahnung haben? Oder das Produkt gar nicht besitzen? Unser Kolumnist Imre Grimm wirft einen Blick in die bizarre Welt der Kundenbespaßung.

Wohin die Reise geht: Kurz mal schnell einen kostenlosen Corona-Schnelltests machen – das soll ab 1. März laut Bundes­gesundheits­minister Jens Spahn in deutschen Testzentren und Apotheken möglich sein. Damit könnte das Reisen ins Ausland teilweise einfacher werden. Meine Kollegin Brigitte Vetter vom Reisereporter hat eine Liste der Länder, die diese Bedingungen akzeptieren, zusammengestellt.

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Neben dem Sorgenkind Flensburg gibt es in Schleswig-Holstein auch den Musterkreis Plön: Keine Region in Deutschland hat solch geringe Corona-Zahlen. Als bundesweit einziger Landkreis hat der Kreis an der Ostsee einen Inzidenzwert unter zehn erreicht. Die Kollegen von den „Lübecker Nachrichten“ berichten.

Termine des Tages

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14 Uhr: Urteil im Geiselnahmeprozess gegen den „Waldläufer von Oppenau“ erwartet. Nach seiner tagelangen Flucht im Juli mit vier Polizeipistolen im Schwarzwald muss sich ein 32 Jahre alter Mann wegen Geiselnahme verantworten. Der Angeklagte soll vier Polizisten entwaffnet und bei seiner Festnahme einen Beamten verletzt haben.

15 Uhr: Der virtuelle G-7-Gipfel ist das erste internationale Treffen, an dem der neue US-Präsident Joe Biden teilnimmt. Auch Bundeskanzlerin Merkel wird bei den Beratungen der wichtigsten westlichen Industriestaaten dabei sein. Hauptthema ist die Bekämpfung der Corona-Pandemie. Nach dem G-7-Gipfel reden Biden und Merkel bei der Münchner Sicherheitskonferenz, die wegen der Corona-Pandemie ebenfalls als Videokonferenz stattfindet. Biden wird sich dabei erstmals an ein europäisches Publikum wenden. Hauptthema sind die transatlantischen Beziehungen, es wird aber auch um Klimaschutz und die Corona-Pandemie gehen.

Wer heute wichtig wird

Unter der Friedensbrücke in Frankfurt erinnert ein 27 Meter langes Gedenkgraffito an die Opfer des Attentats in Hanau am 19. Februar 2020. © Quelle: imago images/Marcel Lorenz

Der heutige Tag gilt der Erinnerung an Fatih, Ferhat, Gökhan, Hamza, Kaloyan, Mercedes, Said Nesar, Sedat und Vili. Es sind die Namen der Menschen, die Attentäter Tobias S. heute vor einem Jahr aus rassistischen Motiven grausam tötete. Die Initiative #saytheirnames nennt bewusst die Vornamen der Opfer, damit das Schicksal jedes einzelnen unvergessen bleibt – und nicht der Name des Attentäters das Erinnern prägt. Um 19.02 Uhr werden in Hanau heute die Glocken läuten. Zuvor werden bei einer Gedenkfeier in Hanau Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) sprechen.

Der Podcast des Tages

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Der Podcast mit Wolfgang Bosbach und Christian Rach: Ein CDU-Politiker und ein Spitzenkoch machen einen gemeinsamen Podcast. In „Die Wochentester“ diskutieren sie mit Gästen politische Themen. Im Interview mit RND-Redakteurin Hannah Scheiwe spricht das Duo über Essen in politischen Verhandlungen, die Ära Merkel und den Wunsch nach Diversität. Die neuen Folgen des Podcasts des Redaktions­Netzwerks Deutschland und des „Kölner Stadt-Anzeigers“ finden Sie ab sofort immer freitags um 7 Uhr auf rnd.de, spotify.com, getpodcast.com, ksta.de und überall, wo es Podcasts gibt.

„Der Tag“ als Podcast

Die News zum Hören

Wir wünschen Ihnen einen guten Start in den Tag,

Ihre Dany Schrader

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