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Alles zum Militärbündnis

Mitglieder, Verteidigungsfall, Truppenstärke: Das müssen Sie über die Nato wissen

Eine Flagge der Nato (Archiv).

Russland sieht ihre Osterweiterung als Bedrohung an, von Ex-US-Präsident Donald Trump wurde sie als „obsolet“ bezeichnet, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bescheinigte ihr noch vor einigen Monaten, „hirntot“ zu sein: die Nato. Die wichtigsten Antworten zum nordatlantischen Bündnis:

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Was ist die Nato?

Die „North Atlantic Treaty Organization“ – kurz Nato, in Deutschland auch Nordatlantikpakt – ist ein Zusammenschluss aus mittlerweile 30 Staaten aus Nordamerika und Europa. Das Bündnis versteht sich vor allem als Verteidigungsbündnis, militärisch-politisch hat sich die Organisation aber auch die Wahrung der eigenen Sicherheit und der weltweiten Stabilität zur Aufgabe gemacht.

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Der Hauptsitz der Nato befindet sich in Brüssel, Generalsekretär ist seit 2014 der Norweger Jens Stoltenberg.

Welche Länder gehören zur Nato?

Gegründet wurde die Nato 1949 von zwölf Mitgliedsstaaten: Belgien, Dänemark, Frankreich, Island, Italien, Kanada, Luxemburg, die Niederlande, Norwegen, Portugal, Großbritannien und die USA. Im Laufe der Zeit kamen zahlreiche weitere Staaten hinzu. Deutschland wurde 1955 in das Bündnis aufgenommen. Neuestes Nato-Mitglied ist seit 2020 Nordmazedonien. Insgesamt gibt es 30 Mitglieder. Weitere Staaten gelten als Partner. Bosnien und Herzegowina, Finnland und Schweden sind Beitrittskandidaten.

Wer kann überhaupt Nato-Mitglied werden?

Nach eigenen Angaben verfolgt die Nato eine „Politik der offenen Tür“. Das heißt: Prinzipiell kann jedes europäische Land Mitglied des Bündnisses werden. Allerdings gibt es bestimmte Voraussetzungen: „Von Ländern, die eine Nato-Mitgliedschaft anstreben, wird auch erwartet, dass sie bestimmte politische, wirtschaftliche und militärische Ziele erreichen, um sicherzustellen, dass sie sowohl Beiträge zur Sicherheit des Bündnisses leisten als auch Nutznießer davon werden“, heißt es auf der Webseite der Organisation.

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Neue Mitglieder werden zum Beitritt eingeladen. Es besteht ein Konsens, dass kein Land als Mitglied aufgenommen wird, das sich in einer Konfliktsituation befindet – wie etwa die Ukraine.

Wozu sind die Nato-Mitglieder verpflichtet?

Die Mitglieder des Verteidigungsbündnisses verpflichten sich unter anderem in Artikel 4 des Nordatlantikvertrags, unverzüglich zu Beratungen über militärische Maßnahmen zusammenzukommen, sobald dies ein Mitgliedsstaat verlangt. Solche Konsultationen wurden bisher sechsmal in der Nato-Geschichte einberufen. Nur einmal dagegen kam es zum sogenannten Bündnisfall. Er wurde nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 ausgerufen. Artikel 5 des Vertrags regelt, dass ein Mitgliedsstaat einen bewaffneten Angriff auf sich als einen Angriff auf alle Mitgliedsstaaten definieren kann.

Dann sieht das Defensivbündnis eine Beistandspflicht vor. Sprich: Die Staaten mobilisieren gemeinsam Kapazitäten. Welche Maßnahmen genau ergriffen werden, ist aber nicht automatisch geregelt, jeder Mitgliedsstaat entscheidet hier selbst.

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Worum geht es bei der Nato-Osterweiterung?

Als Osterweiterung wird die Aufnahme von Staaten nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion bezeichnet. Bisher gab es fünf Nato-Osterweiterungen: 1999 wurden Polen, Tschechien und Ungarn aufgenommen, 2004 Bulgarien, Estland, Lettland, Litauen, Rumänien, Slowakei und Slowenien. Albanien und Kroatien kamen 2009 hinzu, 2017 Montenegro und 2020 schließlich Nordmazedonien.

Wie steht Russland zur Nato?

Vor allem durch die Osterweiterung der Nato fühlt sich Russland provoziert – immer wieder gibt es Vorwürfe, das Bündnis habe sich nicht an Absprachen gehalten. Einen Beitritt der Ukraine zur Nato will Russland verhindern – und damit auch eine mögliche Stationierung von Nato-Truppen und Raketensystemen an der russischen Grenze.

Russland möchte von der Nato umfassende Sicherheitsgarantien dahingehend erhalten, dass keine weiteren Ländern im Osten (Ukraine, Georgien) aufgenommen werden und in den vorhandenen Nato-Mitgliedsländern in russischer Nachbarschaft „abgerüstet“ wird.

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Wie groß ist die Truppenstärke der Nato?

Im vergangenen Jahr umfassten die Streitkräfte der Nato-Staaten nach vorläufigen Angaben etwa 3,3 Millionen Soldatinnen und Soldaten. Dabei variiert die Größe der Truppe je nach Mitgliedsland. Die größte Zahl stellten die USA mit gut 1,35 Millionen Streitkräften.

RND/sag

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