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Weil die Eltern AfD-Anhänger sind: Tagesmütter lehnen einjährigen Jungen ab

  • In Brandenburg haben Tagesmütter die Aufnahme eines kleinen Jungen abgelehnt.
  • Die Begründung hat mit der politischen Einstellung der Eltern zu tun.
  • Die fühlen sich ungerecht behandelt.
Frank Pawlowski
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Eine ungewöhnliche Absage hat eine Familie in Brandenburg auf der Suche nach einem Betreuungsplatz für ihren ein Jahr alten Sohn bekommen: Statt einer Einladung zu einem Kennenlerngespräch hat die Familie Nimmrich eine Absage per SMS erhalten, berichtet die „Märkische Allgemeine Zeitung“ (MAZ). Darin hieß es, die Tagesmütter täten sich mit Veröffentlichungen der Nimmrichs im Internet schwer. „Wir sind beide politisch anders eingestellt und haben große Bauchschmerzen“, so die Tagesmütter. Die Elternarbeit sei wichtig und komme auch den Kindern stark zugute. Ein Kennenlernen sei daher wenig sinnvoll. „Wir wünschen euch dennoch weiterhin viel Erfolg bei der Suche.“

Die betroffene Familie ist der MAZ zufolge fassungslos. „Es geht doch um die Betreuung des Kindes“, sagt die Mutter Serena Nimmrich. Sie und ihr Mann Peter Nimmrich sind Anhänger der AfD, gehören der Partei aber nach eigenem Bekunden nicht an.

Eltern teilten AfD-Beiträge auf Facebook

Welche Beiträge die Tagesmütter meinen, lässt sich nicht mehr überprüfen. Serena und Peter Nimmrich haben ihre Facebook-Accounts auf privat gestellt, sie sind nicht mehr öffentlich zugänglich. Das Paar beteuert, keine rassistischen und rechtsextremen Inhalte veröffentlicht zu haben.

Es wurden offenbar mehrere AfD-Beiträge geteilt, außerdem befinden sich AfD-Mitglieder in der Freundesliste.

Die Tagesmütter wollten sich auf „MAZ“-Anfrage nicht zu dem Fall äußern. Sie ließen aber durchblicken, dass sie ihre Nachricht im Nachhinein für einen Fehler halten. Die Nimmrichs fanden inzwischen eine neue Tagesmutter, bei der sie bald ein Vorstellungsgespräch haben.

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