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  • Weihnachtsferien vorziehen: NRW macht es vor, ziehen die anderen Bundesländer nach?

Schule und Corona: Soll es frühere Weihnachtsferien geben?

  • Nordrhein-Westfalen lässt die Weihnachtsferien etwas früher beginnen, um vor dem Fest Social Distancing zu ermöglichen. Ist das eine Idee auch für andere Bundesländer?
  • Der Bundeselternrat findet die Idee nicht schlecht, stellt aber eine Bedingung.
  • Auch SPD-Chefin Saskia Esken schaltet sich in die Debatte ein.
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Berlin. Der Bundeselternrat hält es für sinnvoll, die Weihnachtsferien wegen der Corona-Pandemie etwas früher beginnen zu lassen, fordert aber eine funktionierende Notbetreuung an den Tagen. „Aus meiner Sicht spricht nichts dagegen, die Weihnachtsferien zwei Tage früher beginnen zu lassen, damit vor dem Fest ein paar Tage Social Distancing möglich sind“, sagte der Vorsitzende des Bundeselternrats, Stephan Wassmuth, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

„Ich könnte mir auch vorstellen, dass das vielen Schülern und Lehrern gut täte, in der Zeit einmal kurz durchzupusten.“ Wassmuth setzte allerdings hinzu: „Für Eltern, die ihre Kinder nicht allein zu Hause lassen können, die aber arbeiten müssen, müsste natürlich eine funktionierende Notbetreuung organisiert werden. Das ist aber auch geübt und möglich.“

Eines dürfe aber nicht passieren, mahnte der Elternvertreter: „Die Leute dürfen nicht denken, dass sie sich wegen etwas Social Distancing vor dem Fest dafür dann an Weihnachten gehen lassen dürfen. Dann haben wir ein paar Wochen später neue Corona-Einschränkungen oder gar geschlossene Schulen. Das wollen wir nicht.“

SPD-Chefin Saskia Esken hält die Idee eines früheren Beginns der Weihnachtsferien für wenig Erfolg versprechend und warnt vor Lösungen, die wiederkehrenden Unterrichtsausfall bedeuten. „Das Vorziehen der Weihnachtsferien um zwei Tage zielt in die Richtung, Oma und Opa beim Weihnachtsfest vor der Übertragung einer noch schlafenden Infektion zu schützen“, sagte sie dem RND. „Ich bin mir aber nicht sicher, ob dieses Ziel ohne eine geeignete Teststrategie überhaupt erreicht werden kann.“

Droht wiederkehrender Unterrichtsausfall?

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Esken betonte: „Völlig untauglich ist der Vorschlag aber, wenn es darum geht, die massiv anwachsende Zahl von Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften, die wegen einer Infektion ausfallen oder sich prophylaktisch in Quarantäne befinden, wieder in den Griff zu bekommen.“ Die SPD-Chefin sagte: „Ein solcher wiederkehrender Unterrichtsausfall hat mit sicherem Präsenzunterricht nichts mehr zu tun.“

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Konkret forderte Esken: „Stattdessen müssen in den Schulen endlich die Kontakte beschränkt und kleine, fest definierte Lerngruppen gebildet werden. Möglich wird das durch hybriden Wechselunterricht, also den Wechsel von Präsenz und digital gestütztem Lernen.“

Netzanbieter und Entwickler von Lerninhalten des Nachmittagsmarktes hätten ihre Unterstützung zur Durchführung hybriden Unterrichts angeboten, so Esken. „Es gibt sinnvolle und gut erprobte Konzepte und Instrumente, die für eine zeitgemäße Bildung in einer digitalen Welt auch künftig hilfreich sind“, sagte sie. „Wir müssen jetzt handeln, schnell, unbürokratisch und über Landesgrenzen hinweg, damit Bildung sicher und verlässlich bleibt.“

Die Entscheidung in Nordrhein-Westfalen

Die nordrhein-westfälische Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) hatte zuvor erklärt, dass in ihrem Bundesland am 21. und 22. Dezember kein Schulunterricht stattfinden soll – obwohl laut bisherigem Plan eigentlicher Ferienbeginn erst am 23. Dezember ist.

Letzter Schultag in NRW ist damit nun der 18. Dezember. Die Idee dahinter ist, den Familien vor den Weihnachtsferien die Möglichkeit zum Social Distancing zu geben. Gebauer hatte gesagt, das Ziel sei ein „weitestgehend unbeschwertes Weihnachtsfest“ für die Familien.

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