Wegen Nordsyrien-Krise: Treffen zwischen Erdogan und Pence

  • Den Nordsyrien-Konflikt nehmen US-Vizepräsident Mike Pence und der türkische Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zum Anlass für ein Gespräch.
  • Die Türkei hat einen Militäreinsatz gegen die kurdische YPG-Miliz in Nordsyrien begonnen.
  • Sehr zum Missfallen der USA.
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Ankara/Washington. US-Vizepräsident Mike Pence hat den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan in Ankara zu einem Gespräch über den Nordsyrien-Konflikt getroffen. Türkische Medien meldeten am Donnerstagnachmittag den Beginn des Treffens und zeigten Fotos der beiden im Präsidentenpalast in der türkischen Hauptstadt. Im Raum waren demnach zunächst auch der türkische Vizepräsident Fuat Oktay und der US-Sonderbeauftragte für die Anti-IS-Koalition, James Jeffrey.

Die Türkei hatte vor rund einer Woche einen Militäreinsatz gegen die kurdische YPG-Miliz in Nordsyrien begonnen. Die YPG kontrolliert dort ein großes Gebiet. Die Türkei betrachtet sie als Terrororganisation. Für die USA waren die Kurdenkämpfer dagegen lange Verbündete im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Der türkische Einsatz war international auf scharfe Kritik gestoßen, teilweise aber erst durch einen US-Truppenabzug aus dem Grenzgebiet ermöglicht worden. Die Beziehungen zwischen den Ländern sind angespannt. Die USA hatten Anfang der Woche Sanktionen gegen die Türkei verhängt.

USA hat sofortige Waffenruhe gefordert

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Die USA hatten in dieser Woche unter anderem eine sofortige Waffenruhe gefordert. Die Chancen, damit in Ankara weiterzukommen, dürften jedoch gering sein. Erdogan hatte kurz vor dem Besuch aus den USA bereits klargestellt, dass ein Waffenstillstand nicht infrage komme, solange das Ziel nicht erreicht sei: Die Türkei will entlang der syrisch-türkischen Grenze eine sogenannte Sicherheitszone einrichten und alle Kurdenmilizen daraus vertreiben.

Laut dem Programm von Pence war zunächst ein bilaterales Gespräch mit Erdogan geplant. Später sollte es in größerer Runde ein weiteres Treffen geben.

RND/dpa