Massenarbeitslosigkeit durch Corona: Trumps Horrorzahlen

  • Die Arbeitslosenzahlen in den USA explodieren.
  • Das wird den Drang des US-Präsidenten noch erhöhen, die Restriktionen wegen des Coronavirus schnell zu lockern.
  • Angesichts fehlender Testmöglichkeiten und dramatischer Ansteckungszahlen wäre das ein zynisches Spiel, kommentiert Karl Doemens.
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Washington. Die Zahl ist ein Hammer, und sie sendet Schockwellen nicht nur durch die USA. 3,3 Millionen neue Arbeitslose in einer Woche – das hat es noch nie gegeben. Und weil viele Kleinunternehmer und Selbstständige nicht erfasst sind, dürfte der Schockwert die Realität noch unterzeichnen. In den nächsten Monaten, so fürchten Ökonomen, könnte jeder dritte Amerikaner ohne Job sein. Angesichts solcher Perspektiven schrumpft selbst das soeben vom Senat beschlossene gigantische 2-Billionen-Dollar-Hilfspaket zum Trostpflaster.

Seit Donnerstag also kennen die Amerikaner den wirtschaftlichen Preis der Corona-Krise. Den Präsidenten, der sich stets mit guten Konjunktur- und Börsendaten brüstet, dürfte die Aussicht auf eine höchstwahrscheinliche Rezession in Rage versetzen. Sie wird seinen Impuls verstärken, den Shutdown des Landes so schnell wie möglich aufzuheben.

Mehr als 1000 Amerikaner sind an Covid-19 gestorben

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Dafür sprechen tatsächlich gewichtige Gründe. Doch dagegen steht eine andere Zahl, und sie ist ebenfalls schockierend: Mehr als 1000 US-Bürger sind inzwischen an Covid-19 gestorben, jener Pandemie also, die Donald Trump kürzlich noch als harmlose Frühlingsgrippe verniedlichte. Mit 70.000 Männern und Frauen sind in den USA inzwischen fast so viele Menschen infiziert wie in China. Wahrscheinlich sind es deutlich mehr. Doch weil es viel zu wenig Tests gibt, kann das niemand überprüfen.

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Solange aber das Problem nicht einmal identifiziert ist und die Metropole New York mit furchterregendem Tempo auf einen Klinikkollaps zusteuert, ist Trumps Versuch, den Bürgern ohne Rücksicht auf menschliche Verluste die Wiederkehr der Normalität vorzuspielen, eine zynische Wette auf seine Wiederwahl. Zum Glück kann der Nero im Weißen Haus alleine wenig ausrichten. Man kann nur hoffen, dass die Gouverneure der Bundesstaaten weiter Verantwortung zeigen und hart bleiben.

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Das Hilfspaket steht. Trump sagt, zu Ostern solle die Wirtschaft wieder laufen.  © Reuters
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