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Länder-Chefs appellieren: Ostern bitte keine Familienbesuche!

  • Bund und Länder haben sich darauf geeinigt, die Kontaktbeschränkungen bis zum mindestens 19. April zu verlängern.
  • Das schließt die gesamten Osterferien mit ein.
  • Mehrere Ministerpräsidenten appellieren daher, von Familienbesuchen abzusehen.
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Berlin. Ein klares Ende der Kontaktbeschränkungen in der Corona-Krise ist weiterhin nicht absehbar. Bund und Länder haben den Beschluss gefasst, die Kontaktbeschränkungen bis mindestens zum Ende der Osterferien zu verlängern.

Das heißt, in vielen Ländern gelten die derzeitigen Bedingungen vorerst bis zum 19. April weiter. Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstandes gemäß den geltenden Regeln sollen demnach auch weiterhin auf ein absolutes Minimum reduziert werden.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte nach einer Schaltkonferenz mit den Ministerpräsidenten der Länder, die Menschen in Deutschland sollten generell auf private Reisen und Besuche - auch von Verwandten - verzichten. “Eine Pandemie kennt keine Feiertage”, so Merkel. Und: “Bleiben Sie weiter stark und halten Sie die Regeln ein.”

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Und auch viele Ministerpräsidenten appellierten an ihre Bürger, sich an die Regeln zu halten und auf Oster-Besuche zu verzichten.

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Malu Dreyer bittet: Keine Oster-Besuche

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) etwa sagte, Ostern sei immer mit schönen familiären Festen verbunden. Die Verlängerung der Kontaktbeschränkungen sei daher eine traurige Nachricht. “Es ist in diesem Jahr einfach alles anders”, sagte Dreyer in Mainz.

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Malu Dreyer (SPD), Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz. © Quelle: Andreas Arnold/dpa

“Auch wenn es weh tut, müssen wir weiter alles dafür tun, den Anstieg der Neuinfektionen zu verlangsamen.” Die Krankenhäuser bräuchten zudem die Chance, weiter aufzurüsten, damit sie in der Lage blieben, alle Patienten gut zu versorgen.

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Kretschmann: Gibt keinen Grund zur Entwarnung

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) sagte in einem im Internet übertragenen Statement: "Bleiben sie Ostern möglichst zu Hause”. Die Menschen seien aufgerufen, nach wie vor alle Kontakte zu vermeiden, die nicht notwendig seien. Auch Ostergottesdienste dürften nicht besucht werden.

Wer auf Gottesdienste nicht verzichten wolle, solle Übertragungen in den Medien nutzen. Es sei schmerzlich, sagen zu müssen, dass man Großeltern in diesem Jahr nicht besuchen solle, räumte Kretschmann ein. Aber ältere Menschen seien durch das Virus besonders gefährdet.

Kretschmann bekräftigte, dass es derzeit keinen Grund zur Entwarnung gebe. Es sei nicht sinnvoll, jetzt über ein Ende der Maßnahmen zu diskutieren. “Die Lage ist unverändert ernst.” In den nächsten Tagen seien sehr viele Menschen, die schwer erkrankt seien, in den Krankenhäusern zu erwarten.

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Einkaufen in Österreich nur mit Mund-Nasen-Schutz
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In Österreich sind die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus weiter verschärft worden. Einkaufen ist nur noch mit Mund-Nasen-Schutz erlaubt.  © Reuters

Weil: Sind noch lange nicht am Ziel

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Auch Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil bat darum, über die Osterfeiertage auf soziale Kontakte, Reisen und Ausflüge zu verzichten. “Bleiben Sie zu Ostern zu Hause”, sagte er.

Eine Diskussionen über eine Lockerung der Kontaktverbote hält er zudem für verfrüht. “Wir fühlen uns auf dem richtigen Weg, sind aber noch lange, lange nicht am Ziel dieses Weges”, sagte der SPD-Politiker am Mittwoch in Hannover zur Entwicklung der Corona-Pandemie.

Die Infektionszahlen in Niedersachsen stiegen zwar nicht mehr so schnell, aber sie stiegen immer noch. “Deswegen besteht überhaupt kein Anlass, eine Lockerungsdiskussion zu führen.” Darüber herrsche Einigkeit in allen 16 Bundesländern.

Stephan Weil (SPD), Ministerpräsident von Niedersachsen, besucht die Alarm- und Empfangsstelle (AES) des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Hannover. © Quelle: Peter Steffen/Pool/dpa

Schwesig erwägt, Bewegungsfreiheit weiter einzuschränken

Mecklenburg-Vorpommern erwägt zur Eindämmung der Corona-Infektionsgefahr über Ostern gar weitere Einschränkungen der Bewegungsfreiheiten. Menschen aus anderen Bundesländern seien Urlaub und Tagesausflüge bereits verboten. Nun gehe es darum, über die Feiertage auch die Reisetätigkeit innerhalb des Landes auf ein Minimum zu begrenzen, sagte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Mittwoch in Schwerin.

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Das Kabinett werde darüber am Donnerstag beraten, kündigte die Regierungschefin an, ohne jedoch schon Details zu nennen.

Sie erneuerte ihren Appell, auch Familienbesuche auf das Allernötigste zu beschränken, Kontakte zu vermeiden und so Angehörige zu schützen. Tagesausflüge etwa in Badeorte sollten unterbleiben. “Klar ist, dass wir uns alle wünschen, am liebsten bei Sonne schön am Strand zu sein. Aber das wird dieses Jahr nicht gehen”, machte Schwesig deutlich.

Nach ihren Angaben hat Mecklenburg-Vorpommern bereits mit die schärfsten Restriktionen bundesweit. Zur Durchsetzung gebe es regelmäßig auch Kontrollen. Wer gegen die Bestimmungen verstoße, müsse mit Konsequenzen rechnen.

“Die norddeutschen Länder stimmen gerade einen Bußgeldkatalog ab, über den wir im Kabinett auch reden werden”, sagte Schwesig.

Doch verwies sie darauf, dass sich die große Mehrheit der Bürger an die Regeln halte. Es sei auch nicht möglich, jeden Einzelnen zu kontrollieren. “Wir erwarten, dass sich alle an das Kontaktverbot halten, möglichst zu Hause bleiben und nicht an Ostern umherreisen”, sagte die Schweriner Regierungschefin.

Söder: 19. April nicht endgültig

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) machte zudem klar: Auch im Falle einer Verbesserung würden die Einschränkungen wegen des Coronavirus nach dem 19. April nicht komplett wegfallen können.

Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg, Peter Tschentscher, SPD. © Quelle: imago images/Christian Thiel

Es sei nicht zu erwarten, dass ab dem 20. April, einem politisch festgelegten Termin, “alles wird wie vorher”, sagte Söder am Mittwoch nach der Telefonkonferenz von Bund und Ländern. Es brauche jetzt keine Verschärfung, aber auch keine Exit-Strategien zu den Ausgangsbeschränkungen in ganz Deutschland.

Tschentscher: Virus kennt keine Ländergrenzen

Hamburgs Regierungschef Peter Tschentscher betonte die Notwendigkeit eines bundesweit einheitlichen Vorgehens in der Corona-Krise. Man habe es mit einem Virus zu tun, das “keine Ländergrenzen kennt”, sagte der SPD-Politiker am Mittwoch nach einer Telefonkonferenz der Länderregierungschefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

Tschentscher betonte, man dürfe einen Erfolg im Kampf gegen die Pandemie nicht durch eine zu frühe Lockerung der beschlossenen Beschränkungen gefährden. “Geduld und Vorsicht sind das Gebot der Stunde.”


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